«Zündstoff liegt in der Luft»

EBNAT-KAPPEL. Die Clientis Bank Thur Ebnat-Kappel und Unterwasser organisieren seit sieben Jahren am letzten Donnerstag im September eine öffentliche Veranstaltung unter dem Titel «Persönlichkeit erleben». Am Donnerstagabend war Viktor Giacobbo zu Gast im «Kapplerhof» in Ebnat-Kappel.

Christiana Sutter
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Persönlichkeit erleben: Der Moderator Stephan K. Haller stellt seinem Gast, dem Satiriker Viktor Giacobbo, die eine oder andere brisante Frage. (Bild: Christiana Sutter)

Persönlichkeit erleben: Der Moderator Stephan K. Haller stellt seinem Gast, dem Satiriker Viktor Giacobbo, die eine oder andere brisante Frage. (Bild: Christiana Sutter)

«Wir setzen uns genau so, wie in der satirischen Wochenrückblick-Sendung <Giaccobo-Müller>. Sie setzen sich bitte auf den rechten Sessel», gibt der Moderator Stephan K. Haller gleich die Sitzordnung bekannt. Dazu sagt der Satiriker Viktor Giacobbo schmunzelnd, dass das für ihn in Ordnung gehe und fügt an: «Prima, der Stuhl dreht genauso, wie in der Sendung.»

Jedes Jahr eine Persönlichkeit

Pünktlich um 19.30 Uhr begrüsst Marcel Grunder, Geschäftsleiter der Clientis Bank Thur in Unterwasser, die ungefähr 120 Gäste, den Moderator Stephan K. Haller und den Gast des Abends, Viktor Giacobbo. Seit sieben Jahren empfängt die Clientis Bank Thur im Herbst Persönlichkeiten aus der Schweiz. «Letztes Jahr war Beni Thurnherr in einem lockeren Gespräch mit Stephan K. Haller im Toggenburg zu Gast», erzählt der Geschäftsleiter aus Unterwasser. Mit dem Komiker und Satiriker Viktor Giacobbo und dem Moderator Stephan K. Haller konnte sich das Publikum auf eine amüsant-satirische Stunde gefasst machen.

«Ausser er ist ein Heuchler»

Der Moderator geht mit seinen Fragen sofort in die Offensive und möchte Details über das Privatleben von Viktor Giacobbo wissen. Der blockt ab unter der Begründung, dass sein Beruf schon genug öffentlich ist. Daher sei sein Privatleben und sein Freundeskreis wirklich privat. Das Publikum ist darüber nicht traurig, denn die pointierten Fragen von Stephan K. Haller sind so plaziert, dass sie die anwesenden Besucher zum Schmunzeln und Lachen bringen. «Herr Giacobbo, was ist für Sie lustig oder komisch?» Komik sei Geschmacksache. Für ihn sei es lustig, wenn er darüber lachen könne, meint Viktor Giacobbo. Auf die Frage hin, wo denn die Grenzen seien, antwortet er: «Man muss von Beginn das Ziel der Frage wissen. Auf jeden Fall darf das Gegenüber nicht dumm vorgeführt werden.» Zum Beispiel stellen Mike Müller und er in ihrer Sendung keine Fragen über das Privatleben eines Politikers. «Ausser er ist ein Heuchler», sagt Viktor Giacobbo. Er erzählt weiter, dass Mike Müller und er die Grenzen des Möglichen – wie weit sie in ihrer Sendung überhaupt gehen dürfen – immer wieder kontrollieren.

Über sich selber lachen

«Sogar der Generaldirektor der SRG SSR, Roger de Weck, hat überhaupt kein Problem, wenn Witze über sein Schielen gemacht werden.» Die besten Witze darüber seien sowieso von ihm selber, fügt der Satiriker an. Viktor Giacobbo und Mike Müller empfehlen ihren Gästen auch immer wieder, sich gegenüber selbstironisch zu sein. «Über sich lachen, sollte jedermann können.» Das sei auch die beste Voraussetzung, um den beiden Satirikern und Komikern Red und Antwort zu stehen.

Religion und Satirik

«Gibt es einen Wunsch-Gast?», fragt Stephan K. Haller weiter. Viktor Giacobbo erwidert trocken: «Den Papst.» Bei den ganzen Religionsgeschichten werden in der Sendung keine Witze über die heiligen Sakramente gemacht, sagt Viktor Giacobbo ernst. «Aber über die <Organisation Kirche>, die Religion und deren Personal natürlich schon.»

Der Moderator will erfahren, ob er in der Schule der Klassen- oder Pausenclown gewesen sei. «Nicht gerade der Clown. Aber ich habe schon immer gerne die Lehrer imitiert. Die Mitschüler fanden das lustig, nur die Lehrer nicht immer, oder sie durften es nicht zeigen.» Stephan K. Haller will ausserdem wissen, ob man zum Satiriker geboren wird, oder ob das mit der Zeit komme. Viktor Giacobbo sagt schelmisch, dass er schon als kleiner Junge bemerkt habe, dass, wenn er Dinge über anwesende Personen erzählte, die seine Mutter irgend einmal vorher erwähnte, das bei den Anwesenden nicht immer gut ankam. «Dann lag Zündstoff in der Luft!»