Zucker soweit das Auge reicht

Brosmete

Bruno Eisenhut
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Glaubt man den neusten Statistiken über den Pro-Kopf-Konsum von Zucker in der Schweiz, so wird einem Angst und Bange. Die Schweizer essen pro Jahr 38 Kilogramm Zucker. Sie haben Mühe sich diese Menge vorzustellen? Voilà: Das sind mehr als 26 Würfelzucker pro Tag.

Wer sich jetzt denkt, weit unter dem Durchschnitt zu liegen, besinnt sich an den eigenen Frühstückstisch. Die meisten Fruchtjoghurts enthalten nämlich mehr Zucker als klassische Desserts wie Vanillepudding oder Caramelköpfli. Gewiefte weichen auf die vermeintlich zuckerarmen Naturjoghurts. Solche dürften laut Definition rund 4,5 Gramm Zucker auf 100 Gramm Joghurt enthalten - etwa so viel Zucker steckt in der verwendeten Milch. Doch viele Naturjoghurts sind deutlich süsser. Ein Grund: Die Lebensmittelindustrien verwenden bei der Zubereitung nicht nur Milch, sondern Milchtrockenmasse. Darin steckt mehr Zucker als in frischer Milch - das Joghurt schmeckt süsser. Und zu allem darüber: Die Hersteller müssen Milchtrockenmasse in der Zutatenliste nicht aufführen.

Dieses Beispiel vom Frühstückstisch ist nur eines von vielen. Süssgetränke etwa sind bekannt für ihren Zuckergehalt, kleine Stärkungen für «zwischendurch» genauso. Und dennoch, Herr und Frau Schweizer fügen sich diese Menge an Zucker zu. Täglich. Dabei weisen Gesundheitsexperten auf die Folgen von Überkonsum hin. Etwa eine unerklärliche Müdigkeit, Antriebs- und Energielosigkeit, Depressionen, Angstzustände, Magen- und Darmprobleme wie Völlegefühle, Blähungen, Durchfall und Verstopfung, Haarausfall oder Hautkrankheiten. Weiter kann zu viel Zucker zu Nervosität, Schlafstörungen oder Konzentrationsschwäche führen.

Diese Statistik und die möglichen Auswirkungen erscheinen passend zur Vorweihnachtszeit. In einer Zeit, in der Guetzli und Pralinen, aber auch süsser Glühwein an der Tagesordnung sind. Mal schauen, ob Herr und Frau Schweizer den Jahreskonsum noch über die 40-Kilomarke schrauben können.

Bruno Eisenhut