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Der Viehschauexperte begutachtet die Kühe von hinten

Seit bald 20 Jahren ist Sepp Fuster Viehschauexperte. Weil er das Pensionsalter erreicht, bewertet der Wolfhäldler dieses Jahr letztmals die Kühe an Schauen im Appenzellerland und im Kanton St. Gallen. Er sagt, warum der erste Eindruck so viel zählt.
Mea McGhee
An den Viehschauen werden die Kühe begutachtet. (Bild: APZ)

An den Viehschauen werden die Kühe begutachtet. (Bild: APZ)

An Viehschauen werden Missen gewählt, Preise für schöne Euter vergeben oder Zuchtgruppen ausgezeichnet. Während das Publikum eher auf den sanften Blick, die Hörner oder die Farbe der Kühe achtet, begutachten die Experten den Körperbau – zuerst von hinten, dann von der Seite. Denn: Die körperlichen Voraussetzungen einer Kuh beeinflussen die Milchleistung und damit die Wirtschaftlichkeit des Tieres. Eine gute Kuh ist robust, langlebig, fruchtbar und gibt viel Milch. Bei der Beurteilung haben die Viehschauexperten das Zuchtziel des Braunviehzuchtverbandes im Kopf.

Sepp Fuster ist ein erfahrender Viehschauexperte. (Bild: MC)

Sepp Fuster ist ein erfahrender Viehschauexperte. (Bild: MC)

Ein erfahrener und langjähriger Viehschauexperte ist Sepp Fuster aus Wolfhalden. Zu sechs bis acht Schauen im Appenzellerland und im Kanton St. Gallen wird er jeweils aufgeboten. Dieses Jahr kommt er an der kantonalen Stierschau in Herisau sowie an den Gemeindeschauen in Gais, Appenzell, Waldstatt, Mosnang und Kirchberg zum Einsatz. «Einzig in Urnäsch war ich noch nie. An diesem Tag richte ich jeweils meine eigenen Kühe für die Viehschau Wolfhalden her», sagt Fuster. Heuer wird er letztmals von Amtes wegen das Exterieur der Kühe beurteilen. Mit dem Erreichen des Pensionsalters oder nach 20 Jahren endet nämlich die Karriere eines Schauexperten.

Früher als Experten-Duo unterwegs

In seiner Anfangszeit als Experte, nahm Sepp Fuster jeweils mit einem Kollegen die Beurteilung des Viehs vor. «Von einigen Experten habe ich viel gelernt», sagt der Wolfhäldler. Seit einiger Zeit ist nur noch ein Experte für die Beurteilung einer Abteilung verantwortlich. Pro 100 Tiere wird ein Experte eingesetzt. Man stehe durchaus unter Beobachtung und unter Druck. «Das kann einen nervös machen», so Fuster. Es sei wichtig, sich nicht auf Diskussionen mit den Züchtern einzulassen. Und wie geht der Experte am Schautag vor? «Der erste Eindruck zählt!» Es sei einfach, wenn in einer Abteilung ein Tier raussteche, das man ganz vorne aufstellen könne. Manchmal, besonders an grossen Zuchtschauen, sei es aber eine knappe Entscheidung zwischen mehreren Tieren. Anspruchsvoll findet Sepp Fuster die Beurteilung der Erstmelk-Kühe. «Bei den älteren Tieren sind die Unterschiede grösser.»

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Prämienauszahlung kantonal geregelt

Der Ablauf einer Viehschau ist klar geregelt: Am Vormittag schreitet der Experte die ihm zugeteilten Abteilungen ab, achtet auf das Erscheinungsbild der aufgereihten Kühe. «Ich bestimme jeweils meine Favoritinnen, die ich nochmals miteinander vergleiche», sagt Sepp Fuster. Nach diesem zweiten Augenschein zeige er das beste Tier der Abteilung an, worauf die Helfer die Kühe der Reihe nach anbinden. Sobald die vorderste Kuh mit einem «A» auf der Flanke gekennzeichnet ist, können die Schreiber ihre Arbeit aufnehmen. Die Auszahlung der Prämiengelder wird in den Kantonen verschieden gehandhabt.

Positive Kommentare bei den Spezialpreisen

Am Nachmittag werden die Spezialpreise vergeben. Hierzu werden jeweils die besten Tiere in einem Ring vorgeführt, was viel Publikum anzieht. Der Experte kommentiert die Wettbewerbe. Es fallen Fachbegriffe wie Rahmen oder Fundament, beschrieben werden auch das breite Becken, das hoch aufgehängte Euter oder das trockene Knie. «Wichtig ist ein positiver Kommentar», sagt Sepp Fuster. Er beschreibe deshalb immer die Vorzüge einer Kuh, gegenüber der nächstrangierten. «Kurz und prägnant sollen die Erklärungen sein.» Geliebt habe er die Zeiten, als noch nicht mit dem Mikrofon kommentiert werden musste. In einem dreitägigen Grundkurs und in jährlich stattfindenden Weiterbildungen, erlangen die Experten das Rüstzeug für ihre Arbeit. Und natürlich durch ihre Erfahrung als Züchter.

Seit mehr als vier Jahrzehnten als Landwirt tätig

1977 begann Sepp Fuster mit einem kleinen Viehbestand als selbstständiger Landwirt. Zehn Jahre später erwarb er mit seiner Frau Prisca das Guggenbühel in Wolfhalden. Fuster bildete 47 Lernende aus – einer davon wird Ende dieses Jahres den Betrieb übernehmen, wenn Sepp Fuster pensioniert wird. Am 28. September wird der Züchter mit seinen Tieren letztmals an der Viehschau Wolfhalden teilnehmen. Er fährt mit dem Senntum auf, wie er es all die Jahre getan hat. «Die Viehschau ist ein spezieller, ein freudiger Tag», sagt Sepp Fuster. «Der Züchter kann seine Arbeit präsentieren. Zudem leisten die Bauern an der Viehschau Öffentlichkeitsarbeit.»

Die Viehschauen im Appenzellerland

-15. September, Kantonale Stierschau, Herisau (9 Uhr)

-18. September, Herisau (9.30 Uhr)

-19. September, Trogen (9.30 Uhr) 20. September, Teufen (9.30 Uhr)

-21. September, Wald (125 Jahre Jubiläumsschau, 9.30 Uhr)

-22. September, Gais, Bühler und Speicher (jeweils 9.30 Uhr)

-24. September, Schwellbrunn (9.15 Uhr)

-25. September, Stein und Schönengrund (9.30 Uhr)

-27. September, Urnäsch (9.15 Uhr) 28. September, Wolfhalden (Wolfhalden und Lutzenberg, 9.30 Uhr)

-29. September, Oberegg (9.30 Uhr)

-3. Oktober, Appenzell (9.30 Uhr)

-3. Oktober, Waldstatt und Walzenhausen (jeweils 9.30 Uhr)

-6. Oktober, Heiden (Grub und Heiden, 9.30 Uhr)

-13. Oktober, Hundwil (9.30 Uhr)

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