Zu wenig Gewerbebauland in Herisau: FDP-Einwohnerrätin Karin Jung sieht Handlungsbedarf

Fehlendes Gewerbe- und Industriebauland hindert die Gemeinde Herisau am wirtschaftlichen Fortschritt, sagt FDP-Einwohnerrätin Karin Jung. Vom Gemeinderat erhofft sie sich nun Antworten.

Claudio Weder
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Kein Platz für industrielle Weiterentwicklung: Im Gebiet Untere Fabrik soll Industriezone zur Wohnzone werden. (Bild: Claudio Weder)

Kein Platz für industrielle Weiterentwicklung: Im Gebiet Untere Fabrik soll Industriezone zur Wohnzone werden. (Bild: Claudio Weder)

Wie sieht die Situation betreffend Industrie- und Gewerbebauland in Herisau aus? Welche Strategie verfolgt der Gemeinderat bezüglich der Entwicklung der Industrie- und Gewerbezone in Herisau? Welche Massnahmen werden bereits heute umgesetzt und welche zusätzlichen Massnahmen sind geplant? – Diese Fragen reichte FDP-Einwohnerrätin Karin Jung im Rahmen eines Postulates an den Gemeinderat ein.

Als Zentrumsgemeinde des Appenzellerlandes war Herisau laut Postulat schon immer ein bedeutender Industrie- und Gewerbestandort. Damit sich Herisau auch weiterhin als interessanter und gefragter Standort für Industrie- und Gewerbebetriebe positionieren kann, ist die Gemeinde auf Industrie- und Gewerbebauland angewiesen. Doch dieses ist laut Karin Jung kaum verfügbar. «Ich bin überzeugt, dass Herisau das Potenzial hat, in Sachen Industrie und Gewerbe einen Schritt vorwärts zu machen. Das Problem ist nur, dass dieses Potenzial nicht vollständig ausgeschöpft werden kann.» Als Beispiele nennt Jung etwa die Einzonung des Gebiets Nordhalde, die sich aufgrund rechtlicher Verfahren verzögert, oder das Gebiet Untere Fabrik, in welchem Industriezone in Wohnzone umgewandelt werden soll. Viele Areale seien zudem unternutzt oder nicht erhältlich.

Das fehlende Industrie- und Gewerbebauland ist für die wirtschaftliche Entwicklung Herisaus ein grosses Hindernis: «Viele Industrie- und Gewerbebetriebe würden gerne ausbauen, doch sie haben einfach keine Möglichkeit dazu», sagt Karin Jung. Dasselbe gelte für Neuansiedlungen von Betrieben.

"Es braucht eine klare Strategie"

Aus diesem Grund verlangt die Einwohnerrätin nun Antworten vom Gemeinderat. Ihrer Ansicht nach ist es für die zukünftige wirtschaftliche Entwicklung der Gemeinde wichtig, dass der Gemeinderat eine klare Strategie in Bezug auf die Schaffung oder Entwicklung der Industrie- und Gewerbezone hat. Eine einseitige Ausrichtung auf die Wohnentwicklung würde die wirtschaftliche Entwicklung behindern. Folglich bestehe Handlungsbedarf.