Zu Weihnachten etwas Gutes tun

Weihnachten ist das Fest der Liebe. Anstelle Teures zu schenken, bietet sich die Möglichkeit, jemandem mit einer Geste eine Freude zu bereiten. Zehn Vorschläge, die am 24. Dezember umgesetzt werden können.

Monika Egli, Karin Erni, Livia Landolt, Mea Mc Ghee, Claudio Weber
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Eine gute Idee: Dem gestressten Verkaufspersonal unter die Arme greifen und für einige Stunden seine Hilfe beim Einpacken von Geschenken anbieten. (Bild: Archivbild: APZ)

Eine gute Idee: Dem gestressten Verkaufspersonal unter die Arme greifen und für einige Stunden seine Hilfe beim Einpacken von Geschenken anbieten. (Bild: Archivbild: APZ)

Die Kinder der Freundin beschäftigen

Für kleine Kinder ist der 24. Dezember wohl der längste Tag des Jahres. Natürlich erwachen sie vor lauter Vorfreude besonders früh und wollen bis zur Stunde der Bescherung beschäftigt sein. Spätestens am Nachmittag werden sie quängelig, kribbelig und hibbelig. Die Eltern sind im Schuss, weil sie alles für ein perfektes Weihnachtsfest vorbereiten wollen. Da fehlt manchmal die Geduld, um mit dem Nachwuchs Autos rumzuschieben, Legoklötze zu bauen oder Geschichten vorzulesen. Warum also nicht der Freundin anbieten, die Kleinen für einige Stunden zu übernehmen. Frische Luft tanken auf dem Spielplatz, ein Besuch im Zoo, im Hallenbad oder im Kino bieten sich an – und die Zeit vergeht wie im Flug. Wer gerne bastelt oder malt, kann natürlich auch ein kreatives Angebot machen, und das Kind hat nachher gleich noch ein kleines Weihnachtsgeschenk für die Eltern. Abenteuerlustige gehen mit dem kleinen Gast in den Wald, entfachen ein Feuer und bräteln eine Wurst. So ist der Hunger bis zum Festmahl überbrückt und Feuer begeistert alle Kinder. Anzuraten ist, das Kind frisch geduscht und mit sauberen Kleidern zurück in die Obhut der Eltern zu geben.

In einem Geschäft helfen, Päckli zu packen

Nirgends ist der Stress am 24. Dezember so gross, wie in den Geschäften. Kunden, die in letzter Minute verzweifelt nach dem passenden Geschenk für ihre Liebsten suchen, wollen beraten sein. Das Verkaufspersonal ist gefordert. Warum nicht einer Ladenbesitzerin seine Hilfe anbieten, etwa um die Ware schön einzupacken. Zwei zusätzliche Hände für diese Tätigkeit können Buchhandlungen, Drogerien, Spielzeug- oder Kleiderläden sicher gut gebrauchen. Und wenn das Einwickeln ins Papier nicht so perfekt gelingt, wie beim ausgebildeten Personal, könnte man alternativ Geschenkbändeli und Mäschli vorbereiten oder fortlaufend Klebeband in gewünschter Länge abreissen.

Jemanden, der alleine ist, zur Feier einladen

Weihnachten gilt auch als das Fest der Nächstenliebe. Es gibt viele Menschen, die an Heiligabend einsam sind. Warum also nicht einen Bekannten, von dem man weiss, dass er Weihnachten alleine verbringen muss, zu sich nach Hause einladen. Ein feines Essen geniessen, Weihnachtslieder singen, einfach gemeinsam einen Abend verbringen. Damit verschönert man nicht nur für den Gast das Weihnachtsfest.

Den Nachbarshund spazieren führen

Eine gute Tat kann auch bedeuten, dass man mal den Hund des Nachbarn ausführt. Vielleicht sind die Nachbarn nicht mehr so gut zu Fuss, krank oder haben aufgrund eines Familienbesuchs wahnsinnig viel zu tun. Dann sind sie sicher froh, wenn jemand anderes mit dem Hund spazieren geht. Damit ist auch dem Hund etwas Gutes getan. So kommt er aus dem Weihnachtsrummel raus und kann sich austoben. Nebenbei wirkt ein Waldspaziergang für einen selber äusserst entspannend. Man geht an die frische Luft, bewegt sich und das hilft beim Abschalten. Vielleicht trifft man unterwegs Spaziergänger an und unterhält sich kurz mit ihnen. Am Schluss sind alle zufrieden. Die Nachbarn, man selber und der Hund.

Ein Gebet sprechen

Viel Schlimmes passiert auf dieser Welt. Kriege, Naturkatastrophen, Hungersnöte. Dadurch gibt es viele Menschen, denen es schlecht geht und die sich in Not befinden. Gerade an Weihnachten, wenn eine feierliche Stimmung vorherrscht, sollte man sich einen Moment Zeit nehmen, für diese Menschen zu beten. Das muss nicht in der Kirche geschehen und auch nicht unbedingt ein Gebet sein. Wichtig ist, dass man auch einmal an jene denkt, denen es schlechter geht.

Einer Person im Altersheim einen Besuch abstatten

Viele Leute, die im Altersheim wohnen, feiern an Weihnachten alleine. Der 24. Dezember wäre also die ideale Gelegenheit, seinem Grossonkel, Urgrossvater oder ehemaligen Nachbarn (sollten diese im Altersheim wohnen) einen Besuch abzustatten. Selbst Leute, die man persönlich gar nicht kennt, freuen sich über Gesellschaft an Weihnachten. Dabei ist es oftmals gar nicht nötig, eine mit Geschenken vollbepackte Tasche mitzubringen. Es reicht vollkommen, mit den betagten Damen und Herren über vergangene Zeiten zu plaudern, einen kurzen Winterspaziergang ums Haus zu machen oder ihnen beim Basteln oder Jassen Gesellschaft zu leisten. Denn die Zeit, die man ihnen schenkt, ist für sie das schönste Weihnachtsgeschenk.

Auf dem Friedhof ein verlassenes Grab schmücken

Nach all dem Trubel vor und am 24. Dezember ist es eine wunderbare Tradition, gegen Abend, wenn es eindunkelt, auf den Friedhof zu gehen. Es tut gut, vor dem Fest und einem feinen Essen die Hektik einfach vor der Friedhofspforte zu lassen. Das machen unterdessen sehr viele Leute und entsprechend hat es ein Meer von Kerzenlichtern, die in die Nacht flackern. Umso trauriger sind die Gräber, die von niemandem mehr gepflegt werden. Ein solches Grab mit einem Erika und einem Kerzlein zu schmücken, ist Balsam für die Seele. Und schliesslich: Auch die Toten gehören zu uns und unserem Leben.

Auf gute Nachbarschaft anstossen

Manchmal muss man für eine gute Tat keinen weiten Weg zurücklegen. Vielleicht braucht die Nachbarin oder der Nachbar eine Hilfestellung. Gerade ältere oder kranke Menschen sind froh, wenn sie den schweren Einkauf für die Feiertage nicht allein erledigen müssen. Wer mit den Nachbarn kein besonders gutes Einvernehmen hat, könnte dies vor Weihnachten noch ändern. Oft braucht es nur einen ersten Schritt. Bei einer Tasse Kaffee oder Glühwein lässt sich ein allfälliger Zwist vielleicht beilegen oder man lernt sich kennen.

Damit Fremde nicht länger Fremde bleiben

Wer kein Geld für Konsumgüter ausgeben will, kann einmal bei Heimen und Asylunterkünften anfragen, ob mit einer Geldspende etwas Weihnächtliches ermöglicht werden kann. Vielleicht ist auch eine spontane Mithilfe bei einem konkreten Projekt gewünscht. Es wäre eine gute Gelegenheit, andere Kulturen kennen zu lernen und Vorurteile abzubauen. Auch wer selber kein Weihnachtsfest feiert, freut sich vielleicht über ein kleines Geschenk, eine Leckerei aus der Küche oder etwas Zuwendung.

Nicht vergessen, sich selbst etwas Gutes zu tun

In der weihnachtlichen Hektik gehen die eigenen Bedürfnisse oft vergessen. Doch auch die Seele braucht ab und zu Streicheleinheiten. Düfte eignen sich dafür besonders gut. Das kann ein entspannendes Bad mit wohlriechenden Ölen oder Essenzen sein. Die Wohnung oder das Haus mit Weihrauch beduften, hat eine reinigende Wirkung. Statt von Termin zu Termin zu hetzen, sollten bewusst Ruhezeit eingeplant werden. Es tut gut, sich mal eine Stunde mit einem guten Buch oder schöner Musik auf dem Sofa gemütlich machen. Eine Tasse Tee und ein loderndes Kaminfeuer machen den Genuss perfekt.