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Zu Hause in der Heimat – und in sich

SCHWELLBRUNN. Eine Strasse, elf Häuser, 17 Telefonbucheinträge: Heimat. Nirgends sonst in der Schweiz leben so viele Menschen mit der Adresse «Heimat» wie in Schwellbrunn.
Elf Häuser stehen in der «Heimat» in Schwellbrunn. (Bilder: mc)

Elf Häuser stehen in der «Heimat» in Schwellbrunn. (Bilder: mc)

SCHWELLBRUNN. Eine Strasse, elf Häuser, 17 Telefonbucheinträge: Heimat. Nirgends sonst in der Schweiz leben so viele Menschen mit der Adresse «Heimat» wie in Schwellbrunn. 16 weitere Einträge unter «Heimat» finden sich: Drei in Wiggen, je zwei in Stein, Waldstatt, Haslen, Engelburg und Lütisburg sowie einzelne in Degersheim, Mörschwil und Hergiswil b. Willisau.

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Eng mit der «Heimat» Schwellbrunn verbunden ist Hansruedi Gähler. Mit seiner Frau Silvia wohnt er seit 1980 hier und führt einen Gartenbaubetrieb. Der Boden ist seit Generationen in Familienbesitz, schon sein Grossvater Konrad Gähler bewirtschaftete das Wiesland unterhalb der Kirche und wuchs in der «Heimat» auf. So hiess einst ein Restaurant, dessen angebaute Scheune 1974 einem Brand zum Opfer fiel. Damals war das Gebäude nicht mehr in Familienbesitz, wohl aber das Land. Ernst Gähler, der Vater von Hansruedi, verkaufte den Boden, worauf in den 1980er-Jahren das Quartier Heimat mit seinen elf Häusern entstand.

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«Meinem Vater war es wichtig, dass die neue Überbauung Heimat heisst», sagt Hansruedi Gähler. Damals habe er dies «altmödig» gefunden, heute ist er froh darüber. Der 60-Jährige hat zeit seines Lebens in Schwellbrunn gelebt, das Dorf ist ihm Heimat: «Man kennt und grüsst sich.» Eine Art Heimat findet Hansruedi Gähler auch in der örtlichen Musikgesellschaft, ist er doch seit 45 Jahren dabei und damit das treuste Mitglied. Gefragt nach der Bedeutung von Heimat sagt er: «Heimat ist, wenn man fühlt und weiss, dass man zu Hause ist, Heimat ist vertraut.»

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Der Gartenbaubetrieb war das erste Gebäude in der «neuen» Heimat, die weiteren Einfamilienhäuser folgten – fünf oberhalb der Quartierstrasse, vier unterhalb. Die Heimat 111, das erste Haus in der oberen Reihe, besteht schon länger. Hier sind vor knapp einem Jahr Himmelbergers eingezogen. Thomas und Jacqueline mit den Kindern Jan und Livia. Sie liessen das Haus nach ihren Vorstellungen umbauen. Entstanden ist ein offener, heimeliger Wohnraum. Sagen zu können «das isch jetzt ösi Heimet», sei speziell, so Thomas Himmelberger. Seine Frau ergänzt: «Heimat ist für mich dort, wo die Familie ist, wo Menschen sind, mit denen ich mich wohl fühle.» Himmelbergers nehmen am Dorfleben teil, sei es als Hauswarte der Schule oder als Mitglieder verschiedener Vereine.

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Der Flurname Heimat steht im Schweizerdeutschen und Appenzellischen für Hof, Bauernhof, Grund und Boden. Eine Beschreibung für «Heimat», losgelöst von Orten und von Menschen, hat Angelika Bischofberger. Sie wohnt mit ihrem Mann Paul seit 1986 im hintersten Haus. «Wenn ich bei mir gut daheim bin, könnte ich wohl überall leben.» Einst spielten 19 Kinder in der Strasse, darunter vier eigene. Heute sei es ruhiger. Mit den direkten Nachbarn teilen sich Bischofbergers ein Biotop, der wunderbare Garten ist ein friedlicher Ort. Auch für Paul Bischofberger ist Heimat nicht an einen Ort gebunden. Vielmehr sei es das weitläufige Beziehungsnetz, das Verbundenheit gebe. Er sagt. «Es ist mir wichtig, eine innere Heimat zu haben.» Mea McGhee

Hansruedi und Silvia Gähler.

Hansruedi und Silvia Gähler.

Angelika und Paul Bischofberger.

Angelika und Paul Bischofberger.

Thomas, Livia und Jacqueline Himmelberger (Sohn Jan fehlt).

Thomas, Livia und Jacqueline Himmelberger (Sohn Jan fehlt).

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