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Zu Gast in fremden Küchen

Der Tag des Denkmals gewährt in Ausserrhoden aussergewöhnliche Einblicke. Heidi Eisenhut stellt Kuriositäten der Zellweger-Wohnung vor. Denkmalschützer Fredi Altherr zeigt, dass Denkmalschutz und Moderne kein Widerspruch sind.
Julia Nehmiz
Erinnerungsfoto des Wandgemäldes: So schnell kommt man nicht wieder in den Salon der Zellweger-Wohnung im Trogner Fünfeckpalast. (Bilder: miz)

Erinnerungsfoto des Wandgemäldes: So schnell kommt man nicht wieder in den Salon der Zellweger-Wohnung im Trogner Fünfeckpalast. (Bilder: miz)

TROGEN. Plötzlich ist wieder Leben in der Wohnung. Jacken werden an die Garderobenhaken gehängt, Besucherinnen und Besucher drängen sich im düsteren Flur unter den Ölgemälden. Es klingelt, ein paar Verspätete bitten um Einlass. Eigentlich steht die Zellweger-Wohnung im Trogner Fünfeckpalast seit Jahren leer. Am Samstagmorgen müssen Leute abgewiesen werden, die Führung platzt aus allen Nähten. «Es ist schön, dass sich so viele für die Geschichte der Zellwegers interessieren», freut sich Heidi Eisenhut. Die Leiterin der Ausserrhoder Kantonsbibliothek führt durch den neusten Bibliothekszuwachs: Seit November 2013 gehört die Zellweger-Wohnung im zweiten Obergeschoss samt historischem Inventar zum Familienarchiv der Kantonsbibliothek.

Schatzsuche in der Wohnung

«Das ist ja ein Wahnsinn», entfährt es einer Besucherin. Das ist es wirklich – die Wohnung ist noch genau so eingerichtet, wie sie Richard Zellweger und seine Schwester Thea Zellweger-Zapasnik hinterlassen haben. Grimmig schauen die in Öl gemalten Vorfahren von den Wänden im Flur. In der Küche ein Sammelsurium quer durch die Jahrhunderte. Der Fünfeckpalast wurde 1809 fertiggestellt, die Zellwegers, die seitdem in der Wohnung lebten, haben Altes und Neues aufbewahrt.

«Wir haben erst angefangen, die Gegenstände in der Wohnung zu untersuchen», sagt Eisenhut. Briefe, Tagebücher, Dokumente, Fotoalben, Tafelsilber, Porzellan – ein Gang durch die Wohnung gleicht einer Schatzsuche. Man darf gespannt sein, was Heidi Eisenhut und ihre Mitstreiter noch alles zu Tage fördern.

Denkmalgeschützt und modern

Ein paar Strassen hangaufwärts öffnete am Samstag ein denkmalgeschütztes Privathaus seine Tür. Der Ausserrhoder Denkmalpfleger Fredi Altherr führte mit den Hausbesitzern Samuel und Regula Eugster und dem Architekten Piet Kempter durch das 1760 erbaute Holzhaus. Ursprünglich stand es am Dorfplatz, doch als Johann Caspar Zellweger 1802 dort seine Schreibstube bauen wollte, musste es weichen. «Es war damals üblich, Häuser nicht abzureissen, sondern sie an einem neuen Ort wieder aufzubauen», sagt Fredi Altherr.

Solche Sorgfalt wünscht er sich auch für die heutige Zeit: «Es ist ein Vorurteil, dass man denkmalgeschützte Häuser nicht modernisieren kann.» Samuel Eugster stimmt ihm zu. In vierter Generation wohnt er in seinem Geburtshaus, noch vor kurzem hatte er überlegt, es abzureissen. Doch die Hausanalyse ergab, dass eine Sanierung inklusive Einbau von Lift, Garage, Terrassen und Balkon möglich sei. Der Gang durchs alte Haus zeigt: Historische Strickbauwände harmonieren mit modernen Glasfronten und Küchenzeilen. Auch denkmalpflegerisch lassen sich moderne Lösungen finden.

Am 19. und 20. November führt Heidi Eisenhut durch die Zellweger-Wohnung. Anmeldung unter kantonsbibliothek@ar.ch.

Was ist denn da drin? Heidi Eisenhut, Leiterin der Ausserrhoder Kantonsbibliothek, zeigt Fundstücke aus dem Küchenschrank.

Was ist denn da drin? Heidi Eisenhut, Leiterin der Ausserrhoder Kantonsbibliothek, zeigt Fundstücke aus dem Küchenschrank.

Regula Eugster (grüne Jacke) bittet die Besucher um Denkmalpfleger Fredi Altherr (links) und Architekt Piet Kempter (neben Altherr) herein.

Regula Eugster (grüne Jacke) bittet die Besucher um Denkmalpfleger Fredi Altherr (links) und Architekt Piet Kempter (neben Altherr) herein.

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