Zu Fuss nach Jerusalem

Hildegard Aepli wird am 28. September das Projekt «Zu Fuss nach Jerusalem» vorstellen. Am 2. Juni 2011 bricht eine Pilgergruppe nach Jerusalem auf.

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LICHTENSTEIG. Pilgern ist in den letzten Jahren wieder sehr populär geworden. Vermutlich ist es die Suche nach anderen Lebensinhalten, welche erneut Tausende für kürzere oder länger Strecken diese Art der Meditation wählen lässt. Jeden Tag den Rucksack von neuem auf die Schultern zu nehmen und ein weiteres Stück auf dem Weg zurückzulegen, der in sich selber ja schon das Ziel ist.

Nicht nur der Jakobsweg

Die bekannteste und meistbegangene Pilgerroute ist der Jakobsweg. Doch in der grossen Zeit des Pilgerns, als im Hochmittelalter Tausende ihr Heim verliessen, waren neben Santiago vor allem auch Rom und Jerusalem die grossen Pilgerziele. Der Weg nach Rom wird zunehmend bekannter, doch nur ganz wenige wagen sich auf den Weg bis nach Jerusalem.

Dabei schreckt nicht nur die lange Strecke, sondern auch die schwierige Routenfindung oder die Ungewissheit in fremden Ländern. Doch genau diesen Weg will eine Pilgergruppe im nächsten Jahr unter die Füsse nehmen. Am 2. Juni 2011 starten sie vom Lassalle-Haus Bad Schönbrunn aus mit dem Ziel, an Weihnachten in Jerusalem zu sein. Diese Pilgergruppe wird unter anderem von Hildegard Aepli begleitet.

Eine spirituelle Übung

Zum Pilgern muss man nicht fromm sein und schon gar nicht katholisch. Viele, die sich auf den Weg begeben, haben eine sehr kritische Haltung der Kirche gegenüber. Doch Pilgern ist eine spirituelle Übung. Wer Hildegard Aepli noch von ihrer Zeit als Pastoralassistentin in Erinnerung hat und einen Gottesdienst mit ihr erleben durfte, wird sich ihrer Predigten entsinnen.

Diese hatten immer sehr viel Bodenhaftung, das waren keine leeren theologischen Floskeln, sondern sie setzten sich auseinander mit unserem Leben hier, mit unseren Schwächen und mit dem Wunsch in vermutlich allen von uns, gegen diese Schwächen immer wieder anzugehen, in irgend einer Form und sei es auch nur ein ganz kleines bisschen. Vermutlich ist es diese Bodenhaftung, die Hildegard Aepli zu einem Fan des Pilgerns macht. Man sagt auch, Pilgern sei beten mit den Füssen.

Richtiger scheint es jedoch zu sagen, Pilgern sei aktive Meditation. Nur ganz wenige werden sich entschliessen, den ganzen Weg von der Schweiz bis nach Israel unter die Füsse zu nehmen. Doch es wird Möglichkeiten geben, auch nur ein Stück mit zu pilgern, am Anfang in der Schweiz oder gegen Ende auf Jerusalem hin. Man kann die kleine Pilgergruppe bei ihrem Zwischenhalt in Istanbul besuchen oder ganz einfach in Gedanken begleiten.

So wird dieser Abend sicher für alle, auch wenn sie nicht bereit oder in der Lage sind auf Pilgerreise zu gehen, interessante Einblicke gewähren. (pd)

Vorstellung Pilger-Projekt «Zu Fuss nach Jerusalem» Dienstag, 28. September, 20 Uhr, im evangelischen Kirchgemeindehaus Lichtensteig