«Zoff» – Konflikt unter Kindern

Am Elternforum-Vortrag von vergangenem Donnerstag fanden sich rund 20 Interessierte im katholischen Pfarreisaal ein, um den Worten von Markus Zimmermann zu lauschen. Er referierte zum Thema «Zoff im Sandkasten» – Konflikte unter Kindern.

Merken
Drucken
Teilen
Markus Zimmermann ist Waldspielgruppenleiter und Ausbildner. (Bild: pd)

Markus Zimmermann ist Waldspielgruppenleiter und Ausbildner. (Bild: pd)

EBNAT-KAPPEL. Nachdem Alexandra Grob vom Elternforum Markus Zimmermann mit einem Beispiel begrüsst hat, stellte er sich kurz vor. Als Vater von zwei erwachsenen Kindern, Hausmann, Waldspielgruppenleiter und Ausbildner für Leute, welche mit Kindern arbeiten, könne er zum Thema Konflikte unter Kindern aus dem Vollen schöpfen. Seinen Vortrag begann er mit zwei relevanten Punkten. Es sei ganz wichtig, die Sozialkompetenzen sehr früh zu fördern, da man diese im Kindesalter quasi «gratis» lerne.

Der zweite Aspekt bezog sich allgemein auf die Kompetenzen der Menschen. Jeder Mensch habe zwei Kompetenzen, Egoist zu sein und Mitgefühl zu empfinden. Wenn Differenzen in der Wahrnehmung, im Fühlen oder im Wollen vorhanden sind, dann entstehen Konflikte. Ein Kind möchte unbedingt ein Spielzeug haben, welches ein anderes Kind hat. Nach dieser Einleitung wurden die Gäste aufgefordert, sich in Gruppen auszutauschen und zu besprechen, was für Konflikte in ihrem Alltag auftreten.

Diese Konflikte wurden anschliessend analysiert. Es kam zum Beispiel die Frage auf, wieso immer alle das gleiche Spielzeug wollen. Der Referent erklärte, dass ein Spielzeug eine Bedeutung bekommt, weil jemand mit ihm spielt. Eltern haben dann oft die Tendenz, das Leben der Kinder zu vereinfachen und ihnen eine Lösung zu präsentieren, also zum Beispiel noch ein identisches Spielzeug anzubieten, damit beide Kinder eines haben. Besser wäre jedoch, mit den Kindern darüber zu sprechen und zu fragen, ob sie eine Lösung wüssten, oder ihnen zu zeigen, dass man ihren Streit versteht, um dann gemeinsam nach Lösungen zu suchen.

Dabei würdigte er die Aussage von Maria Montessori, die lautet: «Hilf mir, es selbst zu tun.» Wichtig sei jedoch, dass Streitregeln eingeführt werden. Dass keine Gewalt angewendet werden darf oder dass kleinere und schwächere Kinder geschützt werden müssen.

Solche Regeln können mit drei- bis vierjährigen Kindern besprochen werden. Da Kinder in diesem Alter sehr gerne Puppenspiele und Theater haben, könnte man Konfliktsituationen mit Figuren nachspielen. Auch Bilderbücher gibt es sehr viele zum Thema Konflikte unter Kindern. Bei allen weiteren Beispielen, welche aus dem Publikum genannt wurden, betonte der Referent immer wieder, dass es wichtig ist, dass die Eltern Verständnis haben müssen für die Probleme der Kinder. Erst wenn die Beziehungsebene stimmt, kann nach Lösungen gesucht werden oder das Verhalten thematisiert werden. Eltern sollten Moderatoren und nicht Lösungsbringer sein, was jedoch nicht immer möglich ist, da dies einige Voraussetzungen wie Empathie, Gelassenheit und vor allem Zeit erfordert.

Pünktlich um 22 Uhr beendete Markus Zimmermann das Referat mit einem letzten Tip: «Eltern sollen doch versuchen, die Kompassnadel in Richtung <Hilf mir, es selbst zu tun> auszurichten. Es kann Wolken haben, so dass man das Ziel nicht immer vor Augen hat, und man kann vom Kurs abweichen, aber wichtig ist, dass es versucht wird.»

Ursula Minder bedankte sich bei Markus Zimmermann für die interessanten Ausführungen und verabschiedete ihn mit einem kleinen süssen Präsent. (pd)