Zipline-Park und Märliwelt sind kurz vor der Vollendung: Luftseilbahn Jakobsbad-Kronberg AG stellt neue Erlebniswelt vor

Ab August stehen bei der Talstation Kronberg mit dem Zipline-Park und der Märliwelt zwei neue Attraktionen bereit. Das millionenschwere Projekt ist einerseits Ersatz für den Seilpark und soll andererseits die Stellung des Kronbergs als Familienberg festigen.

Alessia Pagani
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Am Montag galt es für die Mitarbeiter ein erstes Mal Ernst: Sie wurden in die neue Zipline-Anlage instruiert.

Am Montag galt es für die Mitarbeiter ein erstes Mal Ernst: Sie wurden in die neue Zipline-Anlage instruiert.

Alessia Pagani

Die Luftseilbahn Jakobsbad-Kronberg AG blickt auf zwei schwierige Jahre zurück. Nicht nur, dass die Coronapandemie den Betrieb diesen Frühling zeitweise stark einschränkte und den Umsatz einbrechen liess. Im Herbst 2018 hatte Sturmtief Vaia den Seilpark bei der Talstation stark in Mitleidenschaft gezogen. Die Bilanz: Totalschaden. Eine Nutzung war seither unmöglich und die Aussichten schlecht. Der Erhalt der Betriebsbewilligung nach dem Wiederaufbau wäre fraglich gewesen. Für die Verantwortlichen ein herber Rückschlag.

Der Seilpark wurde 2007 eröffnet und galt als Publikumsmagnet. Nach langen Überlegungen haben sich die Verantwortlichen deshalb dazu entschlossen, ein neues Projekt auf die Beine zu stellen.

Am Montag war nun der freudige Tag gekommen: Das neue Angebot wurde im Beisein des Innerrhoder Tourismuschefs Guido Buob den Medien vorgestellt. Dabei handelt es sich um einen Zipline-Park, der «Flüge» und Klettertouren in luftigen Höhen ermöglicht sowie eine Märliwelt, die sich speziell an Kinder richtet. «Wir wollten den damaligen Seilpark nicht einfach ersetzen, sondern einen Schritt weitergehen, um die Innovationskraft unseres Kronbergs einmal mehr zu bestätigen», sagte der Verwaltungsratspräsident Thomas Bischofberger. Die zwei Angebote sollen die «Erlebniswelt Tal» mit der Bobbahn und dem Restaurationsbetrieb am Fusse des Kronbergs ergänzen. Bischofberger:

«Wir sind überzeugt, dass wir damit unseren Gästen ein einmaliges Erlebnis bieten können.»

Der Grundgedanke hinter den Angeboten lautet: näher an die Natur. Das Grobkonzept stand Ende vergangenen Jahres, Baubeginn war Ende April. Seit Montag werden die Mitarbeitenden instruiert.

Fünf Routen mit unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden

Die Balken des Zipline-Parks ragen bereits markant in die Höhe. Fünf Routen mit unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden, von leicht bis anspruchsvoll, stehen Anfängern wie Fortgeschrittenen zur Verfügung. Die Routen belaufen sich über eine Strecke von insgesamt 1644 Meter und verlaufen permanent in Höhen zwischen vier bis elf Metern. An der längsten Stelle schweben die Nutzerinnen und Nutzer 107 Meter über freies Gelände. 25 Ziplines und 55 Kletterelemente stehen zur Verfügung.

Die Nutzung erfolgt eigenständig, eine zweifache Sicherung verhindert ein Entsichern während des Gebrauchs. Die zwei leichten Routen können bereits von Kindern ab sechs Jahren und einer Körpergrösse von 1,1 Metern begangen werden. Gemäss Bischofberger handelt es sich dabei um ein schweizweit einmaliges Konzept.

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Während der Zipline-Park eher die älteren Kinder und Erwachsenen ansprechen soll, richtet sich die Märliwelt speziell an kleinere Kinder – wobei diese das Angebot mit oder auch ohne Begleitung nutzen können. Blumenfee Arnika und Himmelsprinz Jacobi führen durch neun Erlebnisstationen. Die Kinder erfahren spielerisch neues über Heilkräuter, Blumen und Tiere. Zudem stehen ihnen ein riesiger Sandhaufen, eine Wasserwelt mit Floss und Wasserspielen sowie eine zwölf Meter hohe Kletterkonstruktion in Form einer Krone zur Verfügung. Abgerundet werden Zipline-Park und Märliwelt von einem neuen Kneipp-Pfad, einer Slackline und mehreren Trampolinen.

Arbeiten stockten wegen Coronapandemie

Der Gesamtverantwortliche Josef Rusch (re.) stellte das Projekt kurz vor dessen Eröffnung den Medien vor.

Der Gesamtverantwortliche Josef Rusch (re.) stellte das Projekt kurz vor dessen Eröffnung den Medien vor.

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Zipline-Park und Märliwelt stehen voraussichtlich ab Ende August für die Bevölkerung zur Verfügung. Noch ist nicht alles parat, die Arbeiten sind aber im Zeitplan. Gesamtverantwortlich für das Projekt ist Verwaltungsratsmitglied Josef Rusch. Er zeigte sich erfreut über die baldige Öffnung. «Die Arbeiten waren wegen Corona zwischenzeitlich ins Stocken geraten und es herrschten einige Unsicherheiten. Aber weil der Betrieb geschlossen war, konnten wir die Zeit gut für die Arbeiten nutzen», erklärte Rusch und sagte weiter:

«Es braucht Mut, in ‹dieser schwierigen Zeit› in ein solches Projekt zu investieren. Aber der Verwaltungsrat hat sich bewusst entschieden, dass Projekt trotzdem voranzutreiben.»

Mit dem neuen Angebot steigerten sie die Attraktivität und schafften neue Arbeitsplätze, so Rusch. Die Verantwortlichen sind überzeugt, eine gute Ergänzung zum Gesamtkonzept geschaffen zu haben. Rusch:

«Wir sind ein Familienberg. Mit den neuen Angeboten unterstreichen wir dies.»

Die Luftseilbahn Kronberg AG hat 2,5 Millionen Franken in den Zipline-Park und die Märliwelt investiert. Finanzielle Unterstützung erhielten die Verantwortlichen von der Neuen Regionalpolitik des Bundes (NRP). Die NRP berücksichtigt Projekte, mit denen die Wettbewerbsfähigkeit im ländlichen Raum gestärkt wird. Das aktuelle Programm 2020–2023 des Kantons Appenzell Innerrhoden verfolgt Ziele in den Bereichen Tourismus und Wirtschaftsstandort. Es stehen 1,4 Millionen Franken A-fonds-perdu-Beiträge und 500'000 Franken für Darlehen für die Förderung der Wettbewerbsfähigkeit in der Region zur Verfügung. Die Beiträge werden je zur Hälfte von Bund und Kanton getragen.