Zigtausend Variationen

Tischtennis ist nicht nur ein äusserst schnelles Spiel, verschiedene Schläger, Haltetechniken und Spielertypen führen zu unzähligen Kombinationen. Ein Besuch beim TTC Herisau in der 4. Liga.

Johannes Wey
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Schnellkraft, Reaktion, Antizipation – nur drei der Eigenschaften, die ein Tischtennisspieler braucht. (Bild: jw)

Schnellkraft, Reaktion, Antizipation – nur drei der Eigenschaften, die ein Tischtennisspieler braucht. (Bild: jw)

TISCHTENNIS. Tischtennis ist eine äusserst variantenreiche Sportart: Alleine bei den Schlägern gibt es weit über 10 000 Kombinationen zwischen den verarbeiteten Holzarten und Belägen. Es gibt verschiedene Arten von Noppen, die dem Ball beim Schlag einen Drall in die eine oder in die andere Richtung geben, aber auch Beläge, die diesen «Schnitt» neutralisieren.

«Schlägerkunde» vor dem Spiel

In der Regel haben die Schläger auf jeder Seite unterschiedliche Beläge. Damit der Gegner sehen kann, mit welchem Belag gespielt wird, sind die Schläger zweifarbig. «Es ist ein Ritual im Tischtennis, dem Gegner vor dem Spiel seinen Schläger zu zeigen», sagt Bruno Frischknecht, Präsident des Tischtennisclubs (TTC) Herisau; die Kontrahenten können sich so eine Vorstellung vom Spiel des anderen machen.

Blütezeit hinter sich gelassen

Zu den verschiedenen Schlägertypen kommen unterschiedliche Techniken, wie der Schläger gehalten wird. Auch die Spielertypen sind verschieden: Die einen konzentrieren sich auf den Angriff, die anderen verlagern sich auf die Verteidigung – Frischknecht sieht sich als Allrounder.

Der TTC Herisau hat seine Blüte schon seit geraumer Zeit hinter sich: 1975 gelang der Aufstieg in die Nationalliga B. Heute zählt der Club noch 10 lizenzierte Spieler, ist aber wieder im Wachstum begriffen. «Wir haben eine grosse Lücke bei den Mitgliedern ab 30 Jahren», sagt Bruno Frischknecht. Daher sei es wichtig, dass man sich auf jeden im Verein verlassen kann, und die Aufgaben richtig aufgeteilt werden.

Seine Faszination für das Tischtennis entdeckte Bruno Frischknecht mit zwölf Jahren. Nachdem er bis dahin nur auf dem Steintisch beim Schulhaus Landhaus gespielt hatte, wollte er wissen, wie der Topspin funktioniert, ein harter Ball, der unter der Netzkante gespielt wird und durch seinen Drall doch noch in der gegnerischen Hälfte landet.

Ein schnelles Spiel

«Ich finde Tischtennis noch immer faszinierend. Es ist nach Badminton die schnellste Rückschlagsportart», sagt Frischknecht. Es verlangt vom Sportler Schnellkraft, Konzentration, Antizipation, Reaktion und Motivation – «denn wenn Du nicht trainierst, hast Du keine Chance.» Diese Erfahrung hat Frischknecht selbst machen müssen – da er zurzeit zum Studium in Kreuzlingen wohnt, kommt er selten zum Üben und ist in seiner persönlichen Klassierung prompt abgestiegen.