Ziel: Die Gemeinde verschönern

Am nächsten Freitag, 1. April, feiert der Verkehrsverein Waldstatt sein 111jähriges Bestehen. Im Laufe der Jahre hat sich einiges geändert. Anlässlich des Jubiläums wird es einige Überraschungen geben, wie Präsident Walter Tanner verrät.

Martina Brassel
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Waldstatt. Gerade einmal 14 Monate ist es her, dass die Verantwortlichen des Verkehrsvereins Waldstatt, der seit 2003 unter dem Namen Waldstatt Tourismus auftritt, herausgefunden haben, wie alt der Verein in Wirklichkeit ist. «Es gibt wenig überliefertes Material. Wir verfügen nur über zwei Bücher, die einiges über die Geschichte des Vereins verraten», erklärt Präsident Walter Tanner. Klar gehe daraus jedoch hervor, dass der Verkehrsverein Waldstatt am 1. April 1900 gegründet worden sei – und somit am kommenden Freitag sein 111jähriges Bestehen feiert.

Verein mit einem Ziel

Bei der Gründung im Kurhotel Bad Säntisblick zählte der Verein 24 Mitglieder, heute sind es 80. Die höchste Mitgliederzahl wurde mit 121 im Juni 1909 registriert. «Ziel des Vereins war vor 111 Jahren wie auch heute noch die Verschönerung der Gemeinde», so Walter Tanner. Vor 111 Jahren hätten dabei beispielsweise die Erstellung von Wander- und Zufahrtswegen, ein neues Bahnhofsgebäude als Aushängeschild für die Gemeinde oder aber die Sicherstellung der Badeplätze für die Kurgäste Priorität gehabt. Ein weiterer Höhepunkt sei dann der Bau und die Einweihung des Schwimmbads im Jahr 1932 gewesen. Wie heute war Werbung auch vor 100 Jahren kein Fremdwort: Im September 1911 erschien erstmals ein Führer über das Hinterland, auch Waldstatt war darin erwähnt. «Waldstatt zeichnet sich aus durch idyllische Lage an sonniger Halde mit unbehindertem Ausblick über die ganze Alpsteinkette mit ihrem Haupt, dem viel besuchten Säntis», so der Wortlaut im Führer. Dass Waldstatt ein beliebter Ferien- und vor allem Kurort war, zeigt sich auch anhand der festgehaltenen Kurtage. So nächtigten im Jahr 1928 beispielsweise 5231 Gäste im Hotel Kurhaus Hirschen, im Kurhotel Bad Säntisblick oder in anderen Gasthäusern der Gemeinde.

Prioritäten haben sich geändert

Heute ist Waldstatt mehr ein Ausflugsziel für Tagestouristen. Die Prioritäten haben sich geändert. Trotzdem hat der Verkehrsverein weiterhin eine wichtige Rolle inne: Die Lancierung eines Winterwander- oder Schneeschuhwegs, die Eröffnung des Panoramawegs oder des Emma-Kunz-Pfads sowie die Erstellung der Feuerstellen Grund und Oberwaldstatt sind dem Engagement des Vereins zu verdanken. «Eine weitere wichtige Aufgabe ist es, Ansprechpartner für die hiesigen Vereine zu sein oder Empfänge für erfolgreiche Vereine zu organisieren», so Walter Tanner. Daran wird sich auch in Zukunft nichts ändern. Auch dann nicht, wenn die Gemeinde tatsächlich ein Vier-Sterne-Hotel bekommen und vermehrt wieder Kurgäste in Waldstatt nächtigen würden. «In diesem Fall würden wir natürlich auch jene Bedürfnisse berücksichtigen», so der Präsident zum Schluss.

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