Zentrales Anliegen: Vernetzung

Die Bevölkerung im Toggenburg kann sich seit Mittwochabend auf das Angebot von Palliative Care verlassen: Mit der Gründung des Forums Palliative Care Toggenburg werden Angebote vernetzt, welche die letzten Tage eines Menschen in gewohnter Umgebung ermöglichen.

Adi Lippuner
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WATTWIL. Gegen 80 Personen waren bei der Gründung von Palliative Care Toggenburg im «Thurpark» anwesend. Unter ihnen auch die Mitglieder der Vorbereitungsgruppe, welche die verschiedenen, bereits heute tätigen Institutionen repräsentierten: Mitarbeiterinnen von Spitex, Alters- und Pflegeheimen, Spitäler, Hausärzte, Krebsliga, Seelsorge und Freiwillige der Hospizgruppe haben sich nun vernetzt und werden künftig dafür sorgen, dass Sterbende und ihre Angehörigen unkompliziert und ohne «Gang durch verschiedene Institutionen» Beistand erhalten.

Leise Töne

Die Mitglieder der Vorbereitungsgruppe werden unter dem Vorsitz von Magdalena Hilfiker, Leiterin Pflegeentwicklung der Spitalregion Fürstenland Toggenburg, als Steuergruppe weiter arbeiten. Nach der Gründung des Forums werden nun die Strukturen erarbeitet und die Vernetzung der Institutionen gefestigt. Magdalena Hilfiker sagte bei ihrer Begrüssung: «Palliative ist ein Thema der leisen Töne, auch wenn wir dieses zum Frühlingsbeginn behandeln.» Bereits bei der ersten Zusammenkunft der Vorbereitungsgruppe sei festgestellt worden, dass es im Toggenburg schon viele Angebote gebe, die einzelnen Institutionen aber wenig voneinander wussten. «Deshalb ist Vernetzung und die Bündelung der Dienstleistungen enorm wichtig», ist Magdalena Hilfiker überzeugt.

Sämtliche Redner, von Kantonsarzt Markus Betschart über Daniel Büche, Leiter Palliativzentrum am Kantonsspital, bis zu Katharina Linsi, Vorstandsmitglied von Palliative Ostschweiz, betonten, dass der Patient immer im Mittelpunkt stehen soll. Es gehe aber auch darum, den Angehörigen Unterstützung zu gewähren und deshalb sei die Vernetzung zentral. Bis die Strukturen des Forums erarbeitet sind, kann die Vorsitzende der Steuergruppe per Email erreicht werden.

Auftrag der Gemeinden

Die Gestaltung und Finanzierung der Betreuung am Lebensende (Palliative Care) gehört nach Bundesstrategie zum politischen Auftrag der Gemeinden. Damit betroffene Menschen und Angehörige von Palliative Care optimal unterstützt werden können, braucht es eine Informationsstelle und die Vernetzung der regionalen Anbieter. Im Forum Toggenburg sind Institutionen von Wildhaus bis Kirchberg und aus dem Neckertal vertreten.

Damit wegen der Finanzierung nicht mit jeder einzelnen Gemeinde verhandelt werden musste, hat sich Toggenburg.ch bereit erklärt, das Forum mit einem Beitrag von zehn Rappen pro Einwohner zu unterstützen. Als Vertreter war Bernhard Graf, Gemeindepräsident von Mosnang, vor Ort. «Ich habe grossen Respekt vor Menschen, welche Aufgaben für Sterbende und ihre Angehörigen erfüllen», sagte er.

Den Wert, welcher das Forum für die Mitarbeitenden der Vorbereitungsgruppe hat, zeigt die Aussage von Monika Stalder, Leiterin des Pflegedienstes im Alters- und Pflegeheim Brunnadern: «Die palliative Pflege ist schon seit Jahren Teil unserer Aufgaben, jetzt hat die Aufgabe auch einen Namen.»

Magdalena Hilfiker ist erreichbar unter: magdalena.hilfiker@srft.ch