Urnäsch schafft neuen Wohnraum im Dorfzentrum

Derzeit liegen die Pläne für den Kanzleineubau und das angrenzende Wohnhaus öffentlich auf.

Karin Erni
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Die Entwürfe für die neue Gemeindekanzlei und das benachbarte Wohnhaus im Dorfzentrum von Urnäsch stammen von den Architekten Staufer & Hasler. Das renommierte Büro aus Frauenfeld hat bereits mehrere bekannte Objekte, wie beispielsweise das Bundesverwaltungsgericht in St.Gallen oder die Kantonsschule Wil, geplant. Im Jahr 2015 wurden Thomas Hasler und seine Büropartnerin Astrid Staufer mit dem Prix Meret Oppenheim des Bundesamtes für Kultur ausgezeichnet. Ihre Arbeit orientiere sich am Lokalen und beziehe so die unmittelbare Umgebung mit ein, heisst es in der Begründung.

Am Projekt in Urnäsch habe ihn die Herausforderung gereizt, das fast 400-jährige Kanzleigebäude angemessen zu ersetzen, sagt Hasler.

«Mit dem Wohnhaus können wir den ortsbildgeschützten Dorfkern baulich verdichten und zusätzlichen Wohnraum schaffen.»

Es gebe bei einem solchen Vorhaben einiges zu beachten, wie die Wahl der Dachform und der Materialien. Der Baukörper wirkt denn auch etwas verschachtelt, ähnlich wie das bei während Jahrhunderten gewachsenen Dorfhäusern der Fall ist. Der Kanzleineubau soll als traditioneller Holzständerbau mit Holzböden und Holzfassaden erstellt werden. Das Holz dafür wurde diesen Winter in den Urnäscher Wäldern geschlagen und geht im Frühling zur Weiterverarbeitung in die Betriebe.

Architekt Thomas Hasler.

Architekt Thomas Hasler.

Reto Martin

Wohnungen für verschiedene Bedürfnisse

Das Wohnhaus wird durch die Firma Fevesta aus Frauenfeld erstellt. Die gemeinsame Realisierung der beiden Bauten soll Synergien bei der Erschliessung, der gemeinsamen Tiefgarage und der Baustelleneinrichtung schaffen. Geplant sind acht Wohnungen von 2½- bis 5½-Zimmern. «Wir wollen mit der Aufteilung verschiedene Zielgruppen ansprechen», sagt Thomas Hasler. Er denkt bei den künftigen Bewohnern an Singles, junge Paare, Familien oder ältere Leute, die ihr Haus im Grünen verkaufen und im Dorfzentrum wohnen wollen. Die Grundrisse seien grosszügig und innovativ, sagt der Architekt. Die Preise sollen in einem bezahlbaren Rahmen bleiben. Das Wohnhaus wird in hellen Farbtönen gehalten sein und soll dadurch eine Verwandtschaft mit den Bürgerhäusern am Dorfplatz aufweisen. Nach der Fertigstellung Ende 2021 würden die Wohnungen weiterverkauft, so Hasler. «Vermutlich im Stockwerkeigentum.» Grundsätzlich könnte die Liegenschaft aber auch an einen Investor, wie beispielsweise eine Pensionskasse, gehen.