Zeltromantik

Campieren ist der Hit! – Und paradiesisch für alle Beteiligten! Man kann seine eigene Welt aufbauen, eine neue Stube unter dem Pavillon, ein Schlafnestchen im Zelt. Man kann grillieren und draussen kochen, den Wind hören und von der Sonne geweckt werden.

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Bild: Martina Basista

Bild: Martina Basista

Campieren ist der Hit! – Und paradiesisch für alle Beteiligten! Man kann seine eigene Welt aufbauen, eine neue Stube unter dem Pavillon, ein Schlafnestchen im Zelt. Man kann grillieren und draussen kochen, den Wind hören und von der Sonne geweckt werden. Falls es mal regnen sollte in der Nacht, hört man die Tropfen fein und einschläfernd auf die Plane klopfen. Man ist der Natur ganz nah. All die Lasten des Alltags, all die Bürden unseres mechanisierten, hochkomplexen «normalen» Lebens sind weit weg. Nur wir und die Natur in unserer Zeltwelt – eine romantische Vorstellung. Dass dies leider nicht der Wahrheit entspricht, musste ich am eigenen Leibe erfahren. Mit dem Eidgenössischen Turnfest wurde meine Zeltsaison eingeläutet – oder besser gesagt, eingestürmt. Die lustigen Massenschlafzelte wurden weggefegt wie Kartenhäuser. Fast der gesamte Zeltplatz wurde dem Erdboden gleichgemacht – zum Glück reisten wir erst am Samstag an. Der Schrecken und die Betroffenheit steckten nach all den Bildern in den Medien aber trotzdem in den Knochen, und Spuren der Verwüstung waren noch immer zu sehen. Wir in der unheimlich zerstörten Zeltwelt. Diese Tage erfolgt nun der zweite Akt meines Zeltabenteuers. Die Heringe im bereits gestern schlammigen Boden des Sittertobels einigermassen akzeptabel zu verankern, war die Herausforderung des Tages. Das normalerweise doch immer so kuschelige Stroh in der Pavillonstube versuchten wir gar nicht erst trocken zu halten. Und dann diese Kälte. Wo bleibt da die Zeltromantik?! Zum Glück ist bald Erholung angesagt: Ferien im warmen Italien mit Meeresbrise und Sand. Und wir zelten…

Annina Clavadetscher