Zeitzeugen gesucht: Ausserrhoden lässt Geschichte der ehemaligen Zwangsarbeitsanstalt Gmünden wissenschaftlich aufarbeiten

In der ehemaligen Zwangsarbeitsanstalt Gmünden in Niederteufen wurden bis 1981 rund 1250 Personen, darunter auch Kinder und Jugendliche, gegen ihren Willen fremdplatziert. Unter den Folgen des Freiheitsentzugs litten die Betroffenen oft ihr Leben lang. Für eine wissenschaftliche Untersuchung im Auftrag des Kantons sucht ein Forschungsteam nun Zeitzeugen.

Claudio Weder
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Die kantonale Zwangsarbeitsanstalt Gmünden wurde 1884 gegründet.

Die kantonale Zwangsarbeitsanstalt Gmünden wurde 1884 gegründet.

Bild: PD

Es ist ein dunkles Kapitel der Schweizer Sozialgeschichte. Bis zu Beginn der 1980er-Jahre wurden Erwachsene, teils auch Jugendliche und Kinder, gegen ihren Willen vom Staat in Anstalten gesperrt – ohne gegen Gesetze verstossen oder sonstige Verfehlungen begangen zu haben. Die Unabhängige Expertenkommission (UEK), die 2014 vom Bund eingesetzt und mit einer schweizweiten Untersuchung der administrativen Versorgungen und anderer fürsorgerischer Zwangsmassnahmen beauftragt wurde, geht von mehreren zehntausend Betroffenen in der ganzen Schweiz aus. In der vergleichsweise kleinen Anstalt Gmünden in Niederteufen waren es von 1884 bis 1976 rund 1250.