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Zeitumstellung: Heute per Funk – früher von Hand

Morgen werden die Zeiger wieder um eine Stunde nach vorne gestellt und die Kirchenglocken läuten den Abend später ein. Was früher von Hand gemacht werden musste, funktioniert heute automatisch.
Yann Lengacher
Kirchtürme richten sich nach einer Funkfrequenz aus Frankfurt – hier Teufen. (Bild:Ralph Ribi)

Kirchtürme richten sich nach einer Funkfrequenz aus Frankfurt – hier Teufen. (Bild:Ralph Ribi)

In der Nacht von Samstag auf Sonntag ist es wieder so weit: Um zwei Uhr nachts werden die Uhren für den Wechsel auf die Sommerzeit um eine Stunde vorgestellt. Während Träger einer analogen Armbanduhr diese Einstellung manuell vornehmen müssen, erfolgt dies bei Smartphones und Computern ganz automatisch via Internet. Auch die Uhren an Kirchtürmen passen sich automatisch der Sommerzeit an, allerdings per Funk.

Die Zeiger vieler Kirchenuhren richtet sich nach dem Langwellensender DCF77. Das Signal geht von Mainflingen in der Nähe von Frankfurt aus und erreicht Funkuhren in einem Umkreis von 2000 Kilometern, reicht also über ganz Europa. Das war nicht schon immer so. Der heute pensionierte Werner Wieser war während 17 Jahren Mesmer der evangelischen Kirche in Teufen. «Ich musste die Zeitumstellung früher an einem Computersystem einstellen», erinnert er sich. Nachdem die Kirchenuhr an den Frankfurter Funk angeglichen worden war, musste Wieser die Zeit nur noch ein Mal notfallmässig selbst anpassen. Weil das System nicht auf das Funksignal reagierte, musste er mit Hilfe des Herstellers des Systems die Uhr manuell einstellen.

Einläuten der Dunkelheit erfolgte noch lange manuell

Auch in der Maria-Hilf-Kirche in Haslen klappt die Zeitumstellung längst automatisch. Das sei schon so gewesen, als sie 1992 ihren Mesmerdienst angetreten habe, sagt Maria Koller. Sie war während 25 Jahren Mesmerin in Haslen, ehe sie 2017 pensioniert wurde. Damit die Kirchenglocken sowohl im Winter als auch im Sommer zur rechten Zeit läuten, musste Koller zu Beginn ihrer Tätigkeit vor der Zeitumstellung in den Kirchenturm steigen. Während die Kirche im Winter den Einbruch der Dunkelheit um 17 Uhr einläutet, tut sie das in der Sommerzeit um 20 Uhr. «Ich musste früher jeweils einen Reiter am richtigen Ort in ein Zahnrad stecken, damit die Kirchglocke zur richtigen Zeit ertönt.»

Ein Mechanismus wie eine Zeitschaltuhr

Der Mechanismus, den Koller beschreibt, ist mit einer Zeitschaltuhr vergleichbar, die dafür sorgt, dass der Strom nur zu bestimmten Zeitpunkten aus der Steckdose fliesst. Auch in der Teufner Kirche konnte der Zeitpunkt des Läutens so verändert werden. «Mein Vorgänger hat mir mal gezeigt, wie das funktioniert, ich selbst habe bereits nicht mehr damit gearbeitet», sagt Wieser. Heute braucht es auch für das Läuten der Kirchenglocken niemanden mehr. Automatisch oder nicht: Am Sonntagmorgen werden manche merken, dass ihnen eine Stunde Schlaf «gestohlen» wurde.

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