Zeit zum Bäumestutzen kommt

Es naht der Tag, an dem Garten, Terrassen und Balkonkästen aufgeräumt werden. Doch das Grün, das draussen erfreut, macht auch drinnen glücklich. Zimmerpflanzen gehören als Muntermacher in Wohnungen und Büros – besonders jetzt im nahenden Winter.

Remo Vetter
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Im November kann damit begonnen werden, Bäume und Sträucher zurückzuschneiden. (Bild: Archiv)

Im November kann damit begonnen werden, Bäume und Sträucher zurückzuschneiden. (Bild: Archiv)

TEUFEN. Pflanzen sind nach der Ernte nicht tot, sondern sie veratmen Sauerstoff und bauen Inhaltstoffe ab. Dabei verbrauchen sie Energie. Hitze, Kälte, Temperaturschwankungen und Verletzungen zerren an den Reserven der geernteten Pflanzen. Gemüse und Obst enthalten viel Wasser und sind deshalb leicht verderblich. Deshalb ist es wichtig, nicht nach Regentagen zu ernten, vor der Ernte nicht zu wässern und einige trockene, sonnige Herbsttage abzuwarten. Obst und Gemüse müssen vorsichtig geerntet werden und dürfen weder gestossen, gedrückt und vor allem nicht längere Zeit Hitze oder Kälte ausgesetzt sein, wenn man sie über längere Zeit lagern will.

Kellerlagerung

Zum Einlagern von Gemüse eignet sich ein feuchter, kühler Keller. Ist die Luft sehr trocken, schlägt man Wurzelgemüse wie Karotten, Sellerie, Pastinaken oder Randen in feuchten Sand ein, um es vor dem Austrocknen zu schützen. Kohlköpfe, Chinakohl und Wirsing legt man nach Möglichkeit auf Holzregale, ohne dass sie sich berühren. Wenn Gemüse und Salate im Frühbeet eingeschlagen werden, sollten Boden und Seitenflächen mäusesicher mit engmaschigem Drahtgeflecht ausgelegt werden. Kartoffeln, Pastinaken, Sellerie und anderes Lagergemüse sollte vor dem Lagern nicht gewaschen werden, da sie sonst faulen. Die dünne anhaftende Erdschicht schützt die Pflanzen vor dem austrocknen. Die Blätter von Winterrettichen, Gelben und Roten Rüben nur abdrehen, nicht abschneiden. Kohl, Chinakohl, Zuckerhut und Lauch lagern wir mit den Wurzeln ein.

Beim Ernten von Kartoffeln lässt es sich kaum vermeiden, dass Knollen angehakt werden. Da verletzte, kranke oder angefressene Knollen leicht faulen und benachbarte im Lager anstecken, sollten beschädigte Knollen nicht gelagert, sondern sofort verbraucht werden. Wichtig ist, dass Kartoffeln absolut dunkel gelagert werden, sonst vergrünen sie.

Einfrieren als Variante

Wer einen Garten besitzt, für den lohnt sich in der Regel die Anschaffung einer Gefriertruhe um Obst und Gemüse aufzubewahren. Früher haben wir sehr viel eingemacht und sind abendelang am Herd gestanden. Mittlerweile und auch aus Zeitgründen haben wir uns mit der Tiefkühltruhe angefreundet. Einfrieren schont die Inhaltstoffe. Zucker, Stärke, Eiweiss, die meisten Vitamine und Mineralstoffe sind nach dem Auftauen fast vollzählig wie vor dem Einfrieren vorhanden. Stärkehaltiges Gemüse wie Erbsen und Bohnen sehen aus dem Tiefkühler aus, als kämen sie frisch aus dem Garten, und sie schmecken auch so. Bei manchen Gemüsen leiden jedoch Form, Farbe und Geschmack. Stark wasserhaltige mit weichem Gewebe, wie Gurken oder Tomaten leiden durch das gefrieren.

Leider gerät die alte Kunst des Dörrens bei uns immer mehr in Vergessenheit. Seit Jahrtausenden nutzen wir die Kraft von Sonne und Wind, um Fleisch, Fisch, Getreide, Obst, Gemüse, Pilze und Kräuter haltbar zu machen. In der Restwärme des Backofens oder auf dem Kachelofen trockneten an trüben Herbst- und kalten Winterabenden die Gaben des Gartens und durchzogen das ganze Haus mit ihrem Duft. Wir dörren noch immer einige Birnen, Apfelringe und Quittenscheiben und sorgen für angenehme Gerüche und vorweihnachtliche Stimmung im Haus.

Ernten, ohne zu säen

Die Natur weckt in jedem, der die natürliche Küche schätzt Phantasie und Erfindergeist. Mit selbsthergestellten Speisen aus wildwachsenden von Ihnen selbst gesammelten Pflanzen werden Sie mit Sicherheit Freunde, Verwandte und Kollegen begeistern. Ich möchte Ihnen an dieser Stelle zwei Pflanzen vorstellen. Der Sanddorn gehört zur Familie der Ölweidengewächse. Die vitaminreichen Früchte schmecken aromatisch säuerlich. Zum Ernten der Früchte sollten Sie unbedingt eine Schere mitnehmen, um die saftigen Früchte an den Stielen abzuschneiden. Oft ist der Sanddorn auf Kiesbänken anzutreffen. Wir machen aus dem Sanddorn Sirup, Sanddorngelee und Sanddorn-Quark Parfait. Die Schlehe gehört zur Familie der Rosengewächse. Die Frucht ist eine kugelige, blauschwarze Steinfrucht mit bitterem Geschmack. Oft wächst die Schlehe in Hecken, an Waldrändern und im steinigen Gelände. Nach dem ersten Frost werden die Früchte gesammelt und daraus wird ein feiner Sirup hergestellt, oder ein Schlehen-Quitten-Gelee, der sich bestens für Süssspeisen wie Mousse und Torten eignet.

Bild: REMO VETTER

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