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Kolumne

Brosmete: Zeit für die Autoprüfung

Seit bald fünf Jahren könnte ich nun den Führerausweis machen. Jedoch erst ein chaotischer öV-Zwischenfall hat mich vor einigen Tagen endlich dazu motiviert.
Miranda Diggelmann
Miranda Diggelmann

Miranda Diggelmann

Obschon ich bereits 22 Jahre alt bin, besitze ich noch immer keinen Führerausweis. Und wenn man mich nach dem Grund dafür fragt, – was extrem oft passiert –, habe ich schon viele Ausreden erfunden: «Während der Kanti habe ich einfach nie ein Auto gebraucht», «Ich fahre gerne mit dem öV», «Irgendwie war mir das einfach nie sehr wichtig», oder «Autofahren ist sowieso schlecht für die Umwelt».

Der wahre Grund dafür? Ich schätze, es ist Faulheit. Prokrastination ist mein liebstes Hobby. Alles, was sich aufschieben lässt, schiebt Madame Diggelmann mit Bestimmtheit auf. Erst wenn ich unter Zeitdruck stehe, beginne ich mit der Arbeit. Und so war das leider schon immer. Das Problem in diesem Fall ist nur, dass ich bezüglich der Autoprüfung noch nie wirklich unter Druck gestanden bin. Keiner hat es mir je vorgeschrieben, bis zu einem bestimmten Zeitpunkt den Führerausweis gemacht zu haben. Dass sich der eine oder andere deshalb schon über mich lustig gemacht hat, war mir schon immer und ist mir noch immer ziemlich egal. Ich kann gut über mich selbst lachen und nehme solche Dinge deshalb mit Humor.

Letzten Freitagabend wurde mir aber erstmals klar, wofür ein solcher Führerausweis eigentlich gut ist. Wegen eines verspäteten Zuges hatte ich meinen Anschluss verpasst. Danach bin ich wegen eines weiteren verspäteten Zuges in einen falschen gestiegen und statt in Wil in einem kleinen Kaff namens Arnegg gelandet. Nachdem ich dann erst ganze 40 Minuten später einen Bus zurück nach Gossau nehmen konnte, erwartete mich dort noch mehr Pech. Mein Zug nach Hause hatte wegen technischer Störungen «unbestimmte Verspätung», sodass ich weitere 20 Minuten auf den nächsten Zug warten musste. Als dieser jedoch endlich eintraf, fuhr er nicht, wie es in der Bahnhofdurchsage hiess, nach Wil, sondern nach St. Gallen. Zwei Stunden nach Feierabend stand ich also in einer Stadt, in der ich an diesem Freitag nie beabsichtigte, zu sein. So viel Unglück an einem Abend – Murphy’s Law ist eingetreten. Das ganze öV-Chaos hat mich bis zu diesem Zeitpunkt nie wirklich gestört.

Aber letzten Freitagabend, nachdem ich alle Termine absagen und verschieben musste, stand ich fix und fertig am Bahnsteig und dachte zum ersten Mal in meinem Leben: «Es ist an der Zeit, die Autoprüfung zu machen.»

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