«Zeichnen macht Freude»

Zwei Zeichentalente aus dem Obertoggenburg freuen sich über vorderste Plätze bei der nationalen Bewertung des Raiffeisen-Jugendwettbewerbs: Lena Brändle und Leonie Kaiser.

Adi Lippuner
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Die Gewinnerinnen Lena Brändle und Leonie Kaiser mit der Nachwuchsverantwortlichen Mirjam Tobler (von links). (Bild: Adi Lippuner)

Die Gewinnerinnen Lena Brändle und Leonie Kaiser mit der Nachwuchsverantwortlichen Mirjam Tobler (von links). (Bild: Adi Lippuner)

ALT ST. JOHANN. Mobilität, persönlich erlebt oder virtuell, zeichnerisch umsetzen, so hiess die Vorgabe des 45. Jugendwettbewerbs, den die Raiffeisen ausgeschrieben hatte.

Bewertet wurden die Werke Mitte März durch eine regionale Jury, ein Viertel der ausgewählten Zeichnungen gingen dann an den Hauptsitz nach St. Gallen, wo aus den Zeichnungen erneut eine Selektion in allen Alterskategorien vorgenommen wurde. Allein im Kanton St. Gallen wurden 24 000 Werke eingereicht, «eine stolze Zahl», freut sich Mirjam Tobler, Nachwuchsverantwortliche der Raiffeisenbank Obertoggenburg.

Tips der Lehrerin umgesetzt

Bei der nationalen Bewertung erreichte die neunjährige Lena Brändle, Wildhaus, in ihrer Alterskategorie mit der Vorgabe «Achtung, fertig, Mobil» Platz eins. Die Aufgabe lautete, zeichnerisch umzusetzen, wie Kinder heute unterwegs sind, sei es auf dem Weg zur Schule, in die Ferien oder zum Treffen mit Freunden.

«Unsere Lehrerin Patricia Bär hat uns Tips zum Thema gegeben, und dann habe ich die Zeichnung zu Hause gemacht, denn in der Schule hatte ich zu wenig Zeit», erklärt die glückliche Gewinnerin. Sie zeichne und bastle sehr gerne und bleibe mit Ausdauer bei einer einmal begonnenen Aufgabe, bestätigt Vater Sepp Brändle. Lena findet, dass kreative Aufgaben einfach Freude bereiten.

«Zuerst habe ich es gar nicht glauben können, als der Brief mit der Nachricht vom ersten Platz bei uns eingetroffen ist», erinnert sich Lena Brändle. Und auf die Frage, was sie nun mit dem Gewinn von tausend Franken machen werde, ist zu erfahren: «Das Geld wird für die Erfüllung meines grossen Wunsches, ein eigenes Pferd zu besitzen, gespart.»

Von Vorlage inspiriert

Glücklich ist auch die 13jährige Leonie Kaiser, Unterwasser, über ihren zweiten Platz in ihrer Alterskategorie. Ihre Aufgabe lautete, die Frage nach der Mobilität der Zukunft zeichnerisch umzusetzen. Dabei ging es darum, seine Gedanken zur virtuellen Begegnung und der Bewegung der Zukunft bildlich darzustellen. «Ich zeichne sehr gerne nach einer Vorlage und habe mir für den Wettbewerb ein Gesicht aus dem Internet aufs Handy geholt und dieses dann nach meinen Vorstellungen auf Papier gebracht.» Ihr seien dabei viele Gedanken zum Ständig-online-Sein durch den Kopf gegangen. «Wird der Mensch in Zukunft im Netz nur noch als Maschine gesehen oder wie geht das weiter?», war eine der Fragen, auf die Leonie Kaiser keine Antwort hat. Die Mitteilung, dass sie in ihrer Kategorie Platz zwei erreicht hat, habe die ganze Familie überrascht. «Wir dachten zuerst, die Zeichnung werde zurückgeschickt,» erzählt Leonie. «Dann habe ich mich aber riesig gefreut, es ist auch eine Bestätigung, dass es sich lohnt, beharrlich an einer Arbeit zu bleiben.»

Beharrlichkeit scheint eine Stärke von Leonie zu sein, denn gemäss ihrer Mutter verfolgt sie ein gesetztes Ziel sehr konsequent. Allerdings will die Schülerin keine künstlerische Laufbahn einschlagen. «Ich habe grosses Interesse an Mathematik und Physik und möchte die Kantonsschule besuchen. Ob sich später dann die schulischen und künstlerischen Interessen kombinieren lassen, weiss ich heute noch nicht.» Was Leonie Kaiser aber weiss: Ein Teil ihres Gewinns von 500 Franken wurde, zusammen mit dem Beitrag ihrer Schwester, in den Kauf eines grossen Trampolins investiert. «Und der Rest wird gespart,» so ihre Aussage.