«Zeichen zur Stärkung der Firma»

EBNAT-KAPPEL. Die Ebnat-Kappler stimmten am Sonntag deutlich für den Teilzonenplan Underdorf. Während die Gegner der Umzonung mit der Niederlage gerechnet haben, begrüsst Gemeindepräsident Christian Spoerlé das klare Signal.

Jesko Calderara
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Am Sonntag sprachen sich die Ebnat-Kappler Stimmbürger mit 88 Prozent Ja-Stimmen deutlich für den Teilzonenplan Underdorf aus. Damit hat die geplante, rund 6000 Quadratmeter grosse Lager- und Produktionshalle des Sportgeräteherstellers Alder + Eisenhut AG eine weitere Hürde genommen. Nun können 11 500 Quadratmeter von der Landwirtschafts- und Grünzone in die Industriezone umgezont werden.

Bestätigung für Gemeinderat

Im klaren Ergebnis sieht Robbin Alder, Geschäftsführer von Alder + Eisenhut AG, ein Zeichen zur Stärkung einer ansässigen Industriefirma. «Darüber bin ich sehr erleichtert.» Erfreut über das deutliche Signal des Souveräns ist auch Gemeindepräsident Christian Spoerlé. «Es ist ein sensationelles Ergebnis und im weitesten Sinn auch eine Bestätigung der gemeinderätlichen Politik.» Die hohe Wahlbeteiligung deute er als positives Zeichen. Dies zeige seiner Ansicht nach das Interesse vieler Einwohner an der Weiterentwicklung Ebnat-Kappels, erläutert Christian Spoerlé. Noch bis zum 14. April läuft die Rekursfrist zum Teilzonenplan. Der Gemeindepräsident rechnet nach der heutiger Rechtslage nicht damit, dass die Umzonung im Underdorf unter die Übergangsbestimmungen des neuen Raumplanungsgesetzes fällt.

Erwartete Niederlage

Wenig überrascht von der deutlichen Niederlage zeigt sich Peter Scherrer, der zusammen mit Anton Gähwiler das Referendum ergriffen hatte. «Es ist die erwartete Niederlage, daher bin ich auch nicht enttäuscht.» Die genaue Höhe des Nein-Stimmen-Anteils habe keinen grossen Einfluss auf das weitere Vorgehen. Dieser Urnengang war kaum zu gewinnen, dies war Peter Scherrer relativ schnell klar. «Die vielen Inserate der Gegenseite beeinflussten den Meinungsfindungsprozess innerhalb der Gemeinde stark.» Dabei spielte beim Abstimmungsverhalten vieler Stimmberechtigten die Angst vor dem drohenden Arbeitsplatzverlust eine zentrale Rolle, vermutet er. Zudem sei es für ihn schwierig gewesen, praktisch allein das Referendum zu ergreifen. «Trotzdem sind unsere Argumente teilweise verstanden worden», sagt Peter Scherrer. Den Abstimmungskampf habe er aufgrund negativer Rückmeldungen unter der Gürtellinie teilweise als unfair empfunden. Das Engagement habe jedoch auch positive Seiten, sagt Peter Scherrer. «Man weiss danach, auf wem man sich verlassen kann.» Ob sie den Neubau weiterhin bekämpfen, lassen die beiden Initianten des Referendums noch offen. Zuerst wollen sie eine genaue Lagebeurteilung vornehmen.

Angst vor dem Wegzug

Erledigt ist die Sache für Ueli Frey. Das Ergebnis gelte es zu akzeptieren, betont er. «Ich bin aber schon ob der wuchtigen Ablehnung erstaunt.» Der pensionierte Hausarzt führte im Vorfeld insbesondere ökologische Argumente ins Feld. So befürchtet er den Verlust eines Naherholungsgebietes. «Auf unsere Argumente ist zu wenig gehört worden», sagt Ueli Frey. Robert Alder sei es dagegen gelungen, den möglichen Wegzug seines Betriebs in den Fokus zu rücken. Dessen Angst müsse gross gewesen sein, anders liesse sich der massive finanzielle und persönliche Einsatz kaum erklären. Frey interpretiert das Resultat aber noch anders. «Es könnte auch eine nachträgliche Zustimmung zum Richtplan und der geplanten Industriezone sein.»

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