Zehn Liter im Handumdrehen

Es ist vermutlich das letzte Mal, dass Ruedi und Bethli Roth den Kurs «Melken mit der Rohrmelkanlage» anbieten. Der Landwirt wechselt seinen Bio-Betrieb in der Barenegg, Bächli noch dieses Jahr von der Milchwirtschaft zur Aufzucht von Kälbern.

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Es ist vermutlich das letzte Mal, dass Ruedi und Bethli Roth den Kurs «Melken mit der Rohrmelkanlage» anbieten. Der Landwirt wechselt seinen Bio-Betrieb in der Barenegg, Bächli noch dieses Jahr von der Milchwirtschaft zur Aufzucht von Kälbern. Doch die zehn Kühe, die nebst den Jungrindern noch im Stall stehen, reichen gerade für die drei Buben, die sich im Ferienpass der Melkanlage widmen. Wie sich zeigt, haben alle schon Erfahrung, ob durch Teilnahme im letzten Jahr oder häufige Mitarbeit im Stall des Nachbars oder Grossvaters. Dementsprechend wenig zimperlich machen sie sich gewandt an die Arbeit. Bevor sie die automatische Melkanlage anhängen können, werden erst die Euter der Damen gereinigt. Weil Evita, Scarlett, Laura und Sabine den Tag bei Regen auf der Wiese verbracht haben, sind sie dreckig. Scheinbar desinteressiert lassen sie sich von den jungen Schnupper-Bauern mit Holzwolle putzen und anschliessend die Anlage ans Euter hängen. «Die Tiere merken schon, dass die Buben wissen, was sie machen. Nervös sind sie nur deshalb, weil sie froh sind, endlich gemolken zu werden», erklärt Ruedi Roth.

Nach dem Melken sind die Tiere um rund zehn Liter Milch leichter. Man möchte sich nicht vorstellen, wie lange der Landwirt brauchen würde, müsste er die Kühe von Hand melken. Die Milch wird vollautomatisch gleich in die «Chanten» gepumpt, mit welchen Ruedi Roth danach in die Milchzentrale ins Dorf fährt. Im Thurgau wird daraus Joghurt gemacht. Eine grosszügige Portion Restmilch gibt der Bauer zudem einem zwei Wochen jungen Kalb zu trinken. Was auf den Boden tropft, erfreut Hündin Zora. Ruedi und Bethli Roth bieten den Ferienpass-Kurs schon mehrere Jahre an, bisher stets mit acht bis zehn Teilnehmern. «Für mich bedeutet es keinen zusätzlichen Aufwand, weil ich ja ohnehin im Stall wäre und die Kühe gemolken werden müssen», sagt Ruedi Roth. (ohu)