Urnäscher Silvesterchläuse zauren zu Ehren von Hampi Blaas

Der im Januar verstorbene Hampi Blaas war der legendäre Vorrolli im Dörflischuppel. Ihm widmet das Brauchtumsmuseum eine Sonderausstellung.

Karin Erni
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Der Urnäscher Hampi Blaas war fast 50 Jahre als «wüeschte» Chlaus unterwegs

Der Urnäscher Hampi Blaas war fast 50 Jahre als «wüeschte» Chlaus unterwegs

Vom nächsten Samstag an erklingen im Brauchtumsmuseum Urnäsch zwölf Wochen lang jeden Samstagnachmittag Zäuerliklänge, die von Mitgliedern der verschiedenen Urnäscher Chlauseschuppel vorgetragen werden. Der Anlass ist die Sonderausstellung Chlauselarve vom Hampi Blaas.

«Er war eine bekannte Figur in Urnäsch und hat dem Brauchtumsmuseum immer viel geholfen, wenn es um das Thema ‹wüeschti Chläus› ging», erinnert sich der kuratorische Mitarbeiter Wälti Frick. Hampi Blaas war von 1954 bis 2002 stets als «wüeschte» Chlaus unterwegs. Legendär waren nicht nur seine wilden Auftritte, sondern auch die selbstgestalteten Larven. Der Urnäscher Garagist hat diese jeweils für den ganzen Schuppel angefertigt. Dazu hat er während des Jahres im Wald Materialien wie Pilze oder Wurzeln gesammelt oder beim Metzger Tierschädel geholt und zerlegt. Entstanden sind furchterregende Gebilde mit Zähnen, Hörnern und Knochen. Insgesamt 200 bis 300 Larven hat Blaas während seines Lebens gestaltet. Einen Teil davon hat er aufbewahrt. Nach seinem Tod hat die Familie Blaas dem Brauchtumsmuseum Urnäsch 30 Larven geschenkt. Sie werden im Museum ausgestellt.

Schuppel zauren im Museum

Als Begleitveranstaltung hat Wälti Frick ein Schuppelzauren organisiert, wie er es anlässlich der 600-Jahr-Feier der Gemeinde Urnäsch ein erstes Mal gemacht hat. 24 Urnäscher Schuppel haben damals an unterschiedlichen Standorten ihre Zäuerli zum Besten gegeben. Er habe keine Mühe gehabt, die nötigen Teilnehmer zu finden, sagt Frick. «Der Doodle, den ich unseren aktiven Chläusen geschickt habe, war innerhalb weniger Tage voll.» Es konnten gar nicht alle Schuppel berücksichtigt werden, denn lediglich zwölf haben die Möglichkeit aufzutreten.

Der Zeitpunkt in der Vorweihnachtszeit, sei kein Problem, sagt Frick. «Spätestens im November packt die Chläuse sowieso das Fieber und fürs Zauren haben sie immer Zeit.» Die Chläuse singen im Museum in zivil, ohne Groscht, Schellen und Rollen.

Hinweis

Sonderausstellung Chlauselarve vom Hampi Blaas. 24. November bis 17. Februar 2019. Spezielles Schuppelzauren während der gesamten Ausstellungsdauer jeweils Samstag von 16 bis 17.30 Uhr im Appenzeller Brauchtumsmuseum Urnäsch