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Xavers Meinung

Brosmete
Bruno Eisenhut

Nennen wir ihn Xaver. Wolfgang ginge auch, oder Willi. Aber nennen wir ihn Xaver. Genauso könnte es auch eine Elisabeth oder eine Lukretia sein. Aber nein, bleiben wir beim Xaver. Er wohnt im Appenzellerland und weiss alles. Und er gibt unverblümt seine Kommentare ab. Donald Trump, zum Beispiel, sei die grösste Fehlbesetzung aller Zeiten. Er wisse nicht wie Politik funktioniere und von Twittern hätte «der alte Mann» schon gar keine Ahnung. Viel dümmer aber seien noch die Amerikanerinnen und Amerikaner, die Trump gewählt hätten. Nach dem Terroranschlag in Las Vegas geriet Xaver in Rage. Das Waffengesetz der Amerikaner sei eine Zumutung, twitterte Xaver, kaum waren die Schüsse beim tragischen Vorfall verstummt. Gewusst hat Xaver dies ja schon lange, aber kommentieren tut er halt erst, wenn alle andern es tun. Und dieser Kim Jong Un aus Nordkorea. Ganz ein schlimmer Kerl, weiss Xaver. Ihm müsste man die Hölle heiss machen, müsste ihn augenblicklich dorthin verbannen, wo der Pfeffer wächst. Auch den Putin aus Russland wünscht sich Xaver ins Niemandsland. Schliesslich seien sogar die klirrend kalten Temperaturen in Moskau Putins Verschulden, sagt Xaver, wenn er mal wieder so richtig die Weltlage am kommentieren ist. Auch die Krise in Spanien weiss Xaver zu beurteilen. Die Katalanen sollen sich von den Spaniern abspalten, schliesslich würden sie mit ihren knapp 20 Prozent des Bruttoinlandproduktes das restliche Spanien über Wasser halten. Der Präsident von Spanien sei ein Nichtsnutz, findet Xaver und Carles Puigdemont möge endlich die Bedürfnisse der Katalanen durchsetzen.

Xaver weiss alles. Und er hat für alles die Lösung parat. Nur nicht vor seiner eigenen Haus­türe. Die Zukunft des Ausserrhoder Spitalverbunds interessiert ihn ebenso wenig wie die finanzielle Situation Ausserrhodens. Auch für die Entwicklung der Ausserrhoder Gemeindestrukturen und die Anliegen seiner eigenen Wohngemeinde hat er wenig übrig. Aber warum auch? Xaver lebt ja nur hier, mehr nicht. Auf seine Einschätzung und Kommentare warten sie aber weltweit, meint er.

Bruno Eisenhut

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