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Wunderbarer Hörgenuss

In der katholischen Kirche in Lichtensteig liessen die Musiker Max Heinz und Fabienne Früh die Zuhörer für eine Weile in bekannte klassische Werke eintauchen.
Lisa Leisi
Max Heinz und Fabienne Früh wird mit Applaus für das hochstehende Konzert gedankt. (Bilder: Lisa Leisi)

Max Heinz und Fabienne Früh wird mit Applaus für das hochstehende Konzert gedankt. (Bilder: Lisa Leisi)

LICHTENSTEIG. «Dies ist sicher eine wohltuende Abwechslung zum Bergrennen und Fussball.» Mit diesen Worten begrüsste der Organist Max Heinz das Publikum. An diesem Abend gab er noch manche interessante Information weiter. Etwa, dass er mit der jetzt 23jährigen Violinistin und Toggenburgerin Fabienne Früh zum ersten Mal ein Konzert gab, als diese 17 Jahre alt war. Zum Österreicher Wolfgang Amadeus Mozart (1756–1791) berichtete er, dass dieser mit 14 Jahren bereits das nachfolgende Violinkonzert komponiert hatte und dass dessen Vater Musiklehrer gewesen war. Das von den Musikern umgesetzte Allegro molto appassianato war wie erwartet anregend lebendig, gefolgt vom ruhigeren Andante cantabile und abgeschlossen mit einem typischen Rondeau. Orgel und Violine harmonierten dabei wunderbar.

Vielseitige Orgel

Nun erfreute Max Heinz mit «Eine kleine Nachtmusik», welche er eigens für Orgel arrangiert hatte. Dazu werde vermutet, dass dieser zu den berühmtesten Stücken Mozarts gehörende Leckerbissen zu dessen Lebzeiten nie aufgeführt wurde. Weiter wusste Heinz, dass Zeitgenossen von Mozart sagten, er sei selber ein guter Organist gewesen, obwohl er wenig für Orgel komponiert hatte. Jetzt leitete Heinz über zum deutschen Komponisten Felix Mendelssohn, welcher als Entdecker in die Geschichte eingegangen sei. Denn als «Bach-Fan» hatte er eine regelrechte Bach-Renaissance eingeleitet. Der wie Mozart frühreife Mendelssohn komponierte zwei Konzerte. Das erste mit 13 Jahren. Dieser Musiker brachte viel Leidenschaft, Tiefe und Tempo in die Musik hinein und sei ein Romantiker gewesen. Das nachfolgende Präludium, ein tongewaltiges Werk, ging einem durch Mark und Bein und zeigte unter anderem wunderbar, wie verschieden Orgel klingen kann.

Pure Leidenschaft

Mit 35 Jahren, also drei Jahre vor seinem Tod, komponierte Mendelssohn nach einer langen «Brach-Zeit» das Violinkonzert e-Moll. Der Auszug davon, Opus 64, 1. Satz Allegro molto appassionato, bildete einen wunderbaren Hörgenuss und Abschluss dieses Abends. Es sei eine Herausforderung, eine Orchesterfassung in eine Orgelfassung zu übertragen. Auffällig sei bei diesem Stück die Kadenz, sie ist in der Mitte anstatt am Schluss. Kadenzen bieten Solisten in besonderer Weise die Gelegenheit, ihr ganzes Können zu zeigen. Ungewöhnlich sei zudem das Solo für Violine zu Beginn.

Schlussteil Rondeaus als Dank

Die gelungene Umsetzung des Werks durch Max Heinz und Fabienne Früh brachte das Leidenschaftliche, manchmal melancholisch Romantische sowie die spannungsgeladenen Einlagen wunderbar zur Geltung. Die dargebrachten Werke waren auch für mit Klassik weniger vertraute Ohren ein hochstehender Genuss.

Für den begeisterten Applaus bedankten sich die Musiker gerne mit dem Schlussteil des Rondeaus von Mozart aus dem ersten Konzertteil.

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