Würdiger Abschied

EBNAT-KAPPEL. Jedes Jahr gedenkt man in den Alters- und Pflegeheimen Ebnat-Kappel der Verstorbenen. Am Freitagnachmittag nahm man wiederum mit einer würdigen Feier Abschied.

Nadine Rydzyk
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Gemeinsam mit den Seelsorgern Bruno Kalt, Esther Schiess und Peter Maier führt Monika Rutz durch die Jahresgedenkfeier (von links). (Bilder: Thomas Geissler)

Gemeinsam mit den Seelsorgern Bruno Kalt, Esther Schiess und Peter Maier führt Monika Rutz durch die Jahresgedenkfeier (von links). (Bilder: Thomas Geissler)

«Wir gedenken heute der Menschen, die im vergangenen Jahr verstorben sind und feiern, dass wir an ihrem Leben teilhaben durften», eröffnete Monika Rutz, Leiterin Betreuung und Pflege in den Alters- und Pflegeheimen Ebnat-Kappel, die diesjährige Gedenkfeier.

Sterben als Teil des Lebens

Mit diesen Worten gab sie bereits eine grundsätzliche Haltung preis, die den Tod als Teil des Lebens anerkennt. Ebenso unterstrich sie, dass gerade auch in den Momenten der Schwäche eine grosse Stärke verborgen liege, die wahrgenommen und anerkannt werden will – sei es bei einem Sterbenden, bei den Angehörigen und Begleitern in dieser Zeit und schliesslich in der Trauer. In diesem Sinne zitierte sie die deutsche Schriftstellerin Hilde Domin, die den «kostbarsten Unterricht» für das Leben genau dort, am Sterbebett, sah und schrieb: «Jeder, der geht, belehrt uns ein wenig über uns selber.»

Ganz in diesem Geiste war auch die Jahresgedenkfeier als Teil der im Alters- und Pflegeheim geleisteten Palliative Care einzuordnen. Sie bot die Gelegenheit, Abschied zu nehmen, zu trauern und den Verlust zu verarbeiten. Ebenso zeigte die Feier aber auch, dass niemand einfach vergessen geht. «Denn wenn wir uns um das Wohl der Schwachen kümmern, werden wir stark», rief Monika Rutz in Erinnerung.

Geteilte Erinnerungen

Musikalisch umrahmt vom Jodlerterzett Speerchütz und Iris Stähli am Klavier, wurde die Jahresgedenkfeier zudem von Pfarrerin Esther Schiess, Kaplan Peter Maier und Pastor Bruno Kalt mitgestaltet. Mit dem Entzünden einer Kerze für jeden verstorbenen Bewohner und einer passend abgestimmten Bildereinblendung wurde ein warmer Rahmen des Gedenkens geschaffen. In diesem gab es eben nicht nur den Schmerz des Verlustes, sondern auch Raum für freudige Erinnerungen und immer wieder auch für ein Lachen. Insbesondere die ganz persönlichen Worte, die Monika Rutz zu jedem der Verstorbenen zu finden wusste, machten aus dem Gedenken ein wirkliches Andenken. Dabei kamen persönliche Eigenheiten, kleine Marotten, Vorlieben und Unverkennbares zur Sprache und erinnerten die anwesenden Angehörigen, die Bewohnerinnen und Bewohner des Alters- und Pflegeheims sowie auch die Mitarbeitenden in positivster Weise an die Verstorbenen.

Monika Rutz Leiterin Betreuung und Pflege in den APH Ebnat-Kappel

Monika Rutz Leiterin Betreuung und Pflege in den APH Ebnat-Kappel