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WOLZENALP: Die Wildtiere sind zurück

Im Bergrestaurant Wolzenalp berichtete Wildhüter Urs Büchler darüber, wie Steinbock, Hirsch, Biber und andere Wildtiere unseren Lebensraum teilen.
Tanja Trauboth
Godi Bösch (rechts) von Treff 12 überreicht Wildhüter Urs Büchler ein Präsent. (Bild: Tanja Trauboth)

Godi Bösch (rechts) von Treff 12 überreicht Wildhüter Urs Büchler ein Präsent. (Bild: Tanja Trauboth)

Eisige Kälte legt sich über die nächtliche Landschaft. Zwischen wabernden Nebelschwaden preist ein Wirtshausschild Wildbret an. Ein buschiges Etwas huscht vorüber, hält im Lichtkegel des Scheinwerfers inne, verschwindet im Bergwald. Die Fahrt geht auf die Wolzenalp zum monatlichen Treff 12. Wildhüter Urs Büchler referiert über «Wildtiere auf der Rückkehr ins Toggenburg». Knapp zwanzig Zuhörer lauschten gebannt dem spannenden Vortrag des ausgewiesenen Fachmanns.

Über das Leben der Tiere referiert

Seit dem Ende des Raubbaus an der Natur durch Kahlschlag und Jagd im 18. und anfangs 19. Jahrhundert, mit der Einführung von Wald- und Jagdgesetzen kehrten Steinbock, Reh, Hirsch und Biber zurück ins Toggenburg. Wildschweine wühlen auf den Alpen, Biber graben ihre Bauten bei Ebnat-Kappel in das Thurufer. Urs Büchler erklärte spannend die Biologie der verschiedenen Wildtiere, das Auf und Ab der Natur. In schneearmen Wintern können die Wildschweine so viele Jungtiere aufziehen, dass sie fast dreimal so viele werden. Dann graben sie ganze Alpweiden um. Zwei bis drei von ihnen richteten so viel Schaden an wie 50 Hirsche, erklärt Büchler. Kalte Winter dagegen rafft die Tiere dahin. Mit ihren Beutetieren sind auch die grossen Raubtiere Luchs und Wolf gekommen. Sie haben Dynamik in das Geschehen gebracht, erklärte Büchler. Wo die Hirsche sich früher in Schutzzonen sicher fühlen konnten, jagt nun der Wolf. Die Gemsen entziehen sich dem Luchs, indem sie wieder in felsige Höhen hinauf- klettern.

Wenn der Lebensraum immer kleiner wird

Manche Wildtiere sind sichtbar für den aktiven Naturfreund. Andere sind scheu und nach wie vor selten. Wir sehen ein Bild von Hirschen, die auf einer schneebedeckten Wiese äsen. Im Werdenfels bereits ein häufiger Anblick. Den Auerhahn dagegen bekommt nicht einmal der Spezialist zu Gesicht. Er erkennt seine Anwesenheit am Kot. Wie viele Auer- und Birkhühner noch zwischen Wildhaus und Grabs leben, kann Büchler aber nicht sagen. Dem wilden Federvieh fehlt der Lebensraum. Der typische Obertoggenburger Wald ist zu dicht. Hier versucht man nun auszulichten. Die Herausforderung für den Lebensraum von Wildtieren sieht Büchler in den immer maschinentauglicher gemachten Landwirtschaftsflächen, und die Zunahme von Siedlungsfläche stellt eine Herausforderung für die Zukunft dar.

Das Toggenburg ist Schnittpunkt der Reviere von elf Luchsen. Sie jagen vor allem Rehe und Gemsen. Luchs und Wolf fressen neben ihren angestammten Beutetieren auch einmal einen Fuchs. Den Wolf bezeichnete der Wildhüter sogar als Allesfresser. Er nimmt mit von Krankheit und Steinschlag getöteten Tierkadavern und Abfall vorlieb, vergreift sich aber auch regelmässig an Nutztieren, vor allem an Schafen. Vom Luchs kann sich das Wildhüter Büchler nicht vorstellen. Er tötet mit gezielten Bissen. «Einen <Wollmocken> mag er nicht», sagte Büchler. Auf die Frage einer Zuschauerin, ob es denn jetzt gefährlich sei, abends mit dem Hund Gassi zu gehen, antwortete der Wildhüter: «Für den Luchs würde ich die Hand ins Feuer legen.»

Der Wolf dagegen fällt durchaus auch Hunde an. Allerdings sind im Toggenburg vermutlich erst einige Jungwölfe auf der Wanderung, Übergriffe auf Menschen sind sehr selten und dann waren es meist tollwütige Tiere.

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