Nachruf
Zum Gedenken an Kreiskommandant und Wanderfreund Bruno Frei

Am 19. Januar verstarb in Herisau Bruno Frei-Künzler in seinem 86. Lebensjahr. In vielen Funktionen und unter anderem als langjähriger Ausserrhoder Kreiskommandant tätig, hat er sich grosse Verdienste erworben.

Peter Eggenberger
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Bruno Frei machte sein Hobby Wander zum Beruf, auch als Wanderleiter.

Bruno Frei machte sein Hobby Wander zum Beruf, auch als Wanderleiter.

Bild: PD

Bruno Frei war alles andere als ein langweiliger, stur nach Vorschrift funktionierender Beamter. Immer wieder sorgte er mit aussergewöhnlichen Aktionen für unerwartete Überraschungen, die allen Beteiligten als Glanzlichter in Erinnerung bleiben. Als die Wehrpflichtigen des Jahrgangs 1935 (Bruno Frei gehörte ebenfalls dazu) 1985 ihre Militärdienstzeit beendet hatten, lud er alle zu einer speziellen Entlassungsfeier auf den Säntisgipfel ein. Als diese ehemaligen Dienstkameraden 2010 das 75. Altersjahr erreicht hatten, versammelte er sie erneut zu einer geselligen Gedenkfeier auf den höchsten Appenzeller Berg, den er als 81-Jähriger in Begleitung eines Sohnes letztmals bestieg.

Geboren am 12. Oktober 1935 und aufgewachsen in Zelg (Wolfhalden), absolvierte er eine kaufmännische Ausbildung und spezialisierte sich unter anderem auf den Buchhaltungsbereich. 1958 trat er in den Dienst der kantonalen Militärverwaltung mit Arbeitsplatz in Herisau. Im gleichen Jahr hatte er die Walzenhauserin Hedy Künzler geehelicht, und schon bald vervollständigten die drei Buben Beat, Stefan und Reto die Familie. Seine Hobbys Turnen, Bergwandern, Skifahren und Jassen übertrugen sich auf seine Söhne, die mit ihren Eltern immer wieder schöne Ferien und Exkursionen erlebten. 1984 übernahm Bruno das Elternhaus der seiner Frau in Walzenhausen, wo er mit der Pflege des eigenen Waldes einen willkommenen Ausgleich zur kopflastigen Berufsarbeit fand.

40 Arbeitsplätze gesichert

Als Kreiskommandant, Zeughausverwalter, Leiter des kantonalen Amtes für Zivilschutz und Direktionssekretär des kantonalen Militärdepartements bekleidete Bruno Frei zuletzt den Rang eines Oberstleutnants. Im Zuge seiner vielseitigen Tätigkeit erlebte er an vorderster Front den grossen Wandel des Militärs, verbunden mit dessen veränderter Wahrnehmung durch die Gesellschaft. Als im Zuge der Armee-Verkleinerung die starke Herabstufung oder gar Schliessung des Zeughauses Herisau drohte, setzte er sich im Rahmen zäher und letztlich erfolgreicher Verhandlungen für den Standort Herisau ein, womit vierzig Arbeitsplätze gesichert werden konnten. 1995 beendete er im Zuge einer Frühpensionierung seine beruflich-militärische Karriere.

Einsatz für ungetrübte Wanderfreuden

Jetzt setzte sich Bruno mit voller Kraft für ungetrübte Wanderfreuden im Appenzellerland ein. Mit der Übernahme des zeitintensiven Postens als technischer Leiter der Appenzeller Wanderwegorganisation machte er eines seiner geliebten Hobbys zum neuen Beruf. Als versierter Fachmann realisierte er zahlreiche Verbesserungen, und als kundiger Wanderleiter brachte er Ausflugsgruppen immer wieder die Schönheiten der engeren Heimat näher. Kontrapunkte zu Wanderungen in der sanften einheimischen Hügellandschaft waren auch jetzt alpine Touren, und 2010 bestieg er mit dem Allalinhorn letztmals einen zu den Viertausendern gehörenden Gipfel.

Übertritt ins Heinrichsbad

Vor gut zwei Jahren verschlechterte sich sein Gesundheitszustand. Nachdem das Ehepaar ins Altersheim Heinrichsbad übersiedelt war, litt er zunehmend unter einer Demenz, die ihn stark einschränkte und zum Rückzug in eine eigene Welt führte. Wie er es gewünscht hatte, durfte er am 19. Januar friedlich einschlafen. Als vielseitig engagierte Persönlichkeit aber bleibt Bruno Frei unvergessen.