Wohnheim in Urnäsch wird zu Museum

Maler Walter Irniger stellt am Freitag, dem 7. Februar, im Wohn- und Pflegeheim Au seine Werke aus.Er wohnt dort.

Esther Ferrari
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Der Maler inmitten seiner Werke: Walter Irniger in seinem Zimmer im Wohn- und Pflegeheim Au.

Der Maler inmitten seiner Werke: Walter Irniger in seinem Zimmer im Wohn- und Pflegeheim Au.

Bild: Esther Ferrari

Seit zwei Jahren lebt der ehemalige Urnäscher Arzt und passionierte Maler Walter Irniger im Wohn-und Pflegezentrum Au. Dort, in den Parterreräumen, sind ab Freitag zum Teil unbekannte Werke von ihm zu sehen.

«Hier ist mein jetziges Zuhause», sagt der 87jährige und zeigt auf seine Bilder, die sein Zimmer schmücken; ein paar Lieblingsstücke, verbunden mit Erinnerungen. Sie steigen in ihm auf, wenn er von den Anfängen seiner Malerei zu erzählen beginnt, von den ersten Kursen während der Ferien von seiner Arbeit in der Praxis.

Die Farbe Rot ist ihm am liebsten.

Mit einem roten Klötzchen spielte er als Kind. Rot leuchten auf der Leinwand seine Sonnenuntergänge, rot der Mohn in der Provence, rötlich die Nagelfluhfelsen im Tal der Urnäsch. Grün und gelb sind seine Felder, gelb viele seiner Landschaften und Bäume.

Die Frage nach dem Gelbfieber

Ob er wieder das Gelbfieber habe, wurde er von Malkollegen manchmal gefragt. Ein geheimnisvolles Blau umgibt ein verwunschenes Heemetli, eine Vollmondnacht im Schnee oder einen Schuppel schöner Silvesterchläuse. In allen Farben leuchtet der Fählensee, an dem er unzählige Male sein Können ausprobiert hat.

In zwei Phasen seines Lebens konnte sich Irniger voll der Kunst und der Malerei widmen: während seiner Studienzeit in Basel und nach seiner Pensionierung als Dorfarzt. Es habe in seiner Jugend eine Zeit gegeben, da er nicht schlüssig gewesen sei, ob er den Weg der Medizin oder den Weg der Malerei gehen solle. Beide Wege waren richtig.

Mit Dankbarkeit und Freude schaut Irniger auf sein reiches Leben zurück. Es ist ihm wohl im Heim auf Augenhöhe mit Menschen, die er kennt. Er nimmt Anteil am Schicksal jedes Einzelnen. Wenn er auf einem seiner täglichen Spaziergänge ist, kann es passieren, dass er jemanden anspricht und nach der Familienherkunft fragt.

Mit einem Blick die Verwandtschaft im Kopf

Er sieht in den Gesichtern der Befragten, in Kopf- oder Körperformen fast die ganze Verwandtschaft. Eltern, Grosseltern, die ihm während den 30 Jahren als Dorf-Arzt, von 1967 bis 1997, vertraut waren. Auf seine präzise Beobachtungsgabe konnte er sich stets verlassen. Sie half ihm bei Diagnosen. Sie half ihm auch beim Malen. Irniger freut sich. Seine Familie hat zu diesem Anlass ein paar Ansichtsexemplare eines 100seitiges Buches mit seinem Werdegang und vielen ausgewählten Bildern herstellen lassen. Noch muss abgeklärt werden, ob sich, je nach Bestellungen und Anfrage, ein Druck lohnen würde.

Hinweis: Am 7. Februar um 19 Uhr ist öffentliche Vernissage mit Apéro. Die Ausstellung im WPZ Au dauert bis zum 23. August.

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