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Wohnen wie ein Textilfabrikant

Mit der Haus-Analyse fördert Appenzell Ausserrhoden die Sanierung von historischen Altbauten. Ein Beispiel ist das Fabrikantenhaus Fisch in Bühler. Die Architekten haben die ursprüngliche Struktur des Gebäudes belassen und es mit einem modernen Terrassenanbau erweitert.
Michael Genova
Katharina Schewe und Beat Müller bm architekten eth sia, Herisau

Katharina Schewe und Beat Müller bm architekten eth sia, Herisau

BÜHLER. Die Fenster des Fabrikantenhauses Fisch an der Dorfstrasse von Bühler sind wie grosse Augen. Das repräsentative Gebäude an der Dorfstrasse gehörte ursprünglich der Familie Sutter aus Bühler und ging 1921 in den Besitz von Julie Fisch-Fisch über. Diese hatte in die Unternehmerfamilie Fisch eingeheiratet, die zu den Pionieren der mechanischen Stickerei in Ausserrhoden gehörte. Heute ist das Gebäude im Besitz des Textilunternehmers Urs Tischhauser (Tisca Tiara). Ursprünglich plante dieser, die Holzfassade mit einer Wärmedämmung und Eternitplatten neu zu verkleiden. Doch die Herisauer Architekten Katharina Schewe und Beat Müller empfahlen Tischhauser eine sogenannte Haus-Analyse. Mit diesem Instrument fördert Appenzell Ausserrhoden die Sanierung von Altbauten, welche das Ortsbild prägen.

Keine Konservierung

Beat Müller ist froh, dass Tischhauser auf seinen Vorschlag einging: «Der ursprüngliche Plan hätte eine totale Umkehrung des architektonischen Ausdrucks dargestellt.» Dennoch haben die Architekten das stattliche Haus nicht einfach konserviert, sondern an die Bedürfnisse auf dem heutigen Wohnungsmarkt angepasst. Dazu gehören eine grosse Küche und ein modernes Bad, Sitzplätze im Freien sowie eine Reduktion des Energieverbrauchs. «Unser Anliegen war es, das Haus in die Zukunft zu führen», so Architekt Müller.

Die Hausanalyse hilft Hauseigentümer, sich die Zukunft eines Hauses besser vorzustellen. «Wir wollen mit Beispielen zeigen, was möglich ist», sagt Denkmalpfleger Fredi Altherr, der die Idee ins Leben gerufen hat.

Im Einklang mit dem Alten

In der Haus-Analyse empfahlen die Architekten, die Holzschindelfassade, die innere Raumaufteilung, die Parkettböden und die Tragstruktur zu erhalten. Die Aussenwand wurde zwar nicht gedämmt, der Energieverbrauch aber trotzdem um 50 Prozent gesenkt. Dies erreichten die Architekten durch den Einbau neuer Fenster und die Dämmung von Estrich und Keller. Neu ist auch die Raumaufteilung der drei Wohnungen, die zwischen zwei und dreieinhalb Zimmer gross sind. Wo sich früher ein zusätzliches Schlafzimmer befand, hat der Eigentümer moderne Küchen eingebaut. Auffällig sind auch die ursprünglichen Parkettböden aus Ahorn und Nussbaum – sie schlummerten lange unter Teppichböden. Nun sind sie abgeschliffen und frisch geölt. Mit dem neuen Ausbaustandard wird sich auch die Mieterschaft verändern: Früher wurden die Wohnungen zu günstigen Konditionen vermietet, heute befinden sie sich im mittleren Preissegment.

Die radikalste Veränderung befindet sich hinter dem Haus: Dort steht neu eine Terrasse aus Fichtenholz, unter der drei Autos Platz finden. «Was stark ist, haben die Architekten verstärkt. Sie brachten das Alte in Einklang mit den modernen Anbauten», sagt Denkmalpfleger Altherr. Sie hätten bewusst nicht «auf alt» machen wollen, betont Beat Müller. «Das Resultat der Sanierung ist ein fast bürgerliches Wohnen, das wir in die moderne Zeit gebracht haben.»

Tag der offenen Tür, Dorfstrasse 82, Bühler, Samstag, 13-16 Uhr.

Der Tafelparkett schlummerte viele Jahre unter Spannteppichen.

Der Tafelparkett schlummerte viele Jahre unter Spannteppichen.

Moderne trifft auf Tradition: Die Terrasse auf der Rückseite des Hauses.

Moderne trifft auf Tradition: Die Terrasse auf der Rückseite des Hauses.

Das Fabrikantenhaus Fisch in Bühler mit sanierter Holzschindelfassade – ursprünglich wollte der Eigentümer es mit Eternitplatten verkleiden. (Bilder: mge)

Das Fabrikantenhaus Fisch in Bühler mit sanierter Holzschindelfassade – ursprünglich wollte der Eigentümer es mit Eternitplatten verkleiden. (Bilder: mge)

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