Wohnen im ehemaligen Versandhaus

Aus einem nur wenig genutzten Gewerbegebäude soll durch Umbau neuer Wohnraum entstehen. Im ehemaligen Cornelia Versand im Trogner Gfeld sind 14 moderne Atelierwohnungen geplant. Ende Jahr ist Baubeginn.

Karin Erni
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Das Cornelia-Gebäude im Trogner Gfeld. (Bild: ker)

Das Cornelia-Gebäude im Trogner Gfeld. (Bild: ker)

TROGEN. Anfang der 90er-Jahre ist der Cornelia-Versand aus Trogen weggezogen. Geblieben ist ein Gebäude, das seither nie mehr vollständig vermietet werden konnte und keinen gewerblichen Käufer fand. Vor zweieinhalb Jahren hat das St. Galler Architekturbüro Archplan AG nach eigenen Angaben das Potenzial des Objektes erkannt und ein Kaufrecht auf die Liegenschaft unterzeichnet mit der Absicht, das Lagergebäude zu 14 Atelierwohnungen umzunutzen.

Umzonung bewilligt

Die notwendige Umzonung der Parzelle von der Gewerbe- in die Wohnzone war gemäss der Archplan AG kein Problem. Das, weil das Gebäude praktisch rundherum von Wohnbauten umgeben ist. «Die Bewohner der benachbarten Liegenschaften begrüssen die künftige Wohnnutzung, weil diese mit weniger Immissionen verbunden ist, als wenn es sich um Gewerberaum handeln würde», sagt Architekt Sepp Thürlemann. Die Umzonung ist von der Gemeinde bereits bewilligt. Nun liegt das Projekt öffentlich auf.

Individuelle Nutzungen

Die Wohnateliers sollen verschiedene Nutzungen möglich machen. Die verantwortliche Architekturfirma zeichnet bereits für das Projekt «Solinsieme» verantwortlich, das vor einigen Jahren in der Stadt St. Gallen realisiert wurde und gemeinschaftlichen Wohnraum für ältere Menschen anbietet. Anders als dort will man sich in Trogen aber nicht auf eine bestimmte Klientel fixieren, sondern offen sein für die unterschiedlichsten Wohnbedürfnisse. Die 14 Wohnateliers verfügen über unterschiedliche Grundrisse. Die Grössen variieren von 90 bis 160 Quadratmetern. Der Innenausbau soll gemäss den Architekten eher zurückhaltend erfolgen. Die Substanz des Gebäudes soll noch spürbar sein. «Die Bausubstanz des Hauses ist sehr gut», sagt Sepp Thürlemann. Aussen müsse eine energetische Sanierung durchgeführt werden. Der nachträglich zugefügte Anbau mit Anlieferungsrampe wird zurückgebaut und das Gebäudevolumen dadurch in seine ursprüngliche Form gesetzt. Für die Erschliessung der 14 Wohnungen sorgt im Osten ein überdachter Laubengang mit Treppen, der auch als Begegnungszone dient. Um die Wohnlichkeit zu verbessern werden im Westen Balkone angebaut. Sechs Dachgauben sorgen für mehr Licht im obersten Geschoss. Insgesamt soll das Gebäude in seiner Erscheinung als ehemalige Industriebaute jedoch weiterhin erkennbar bleiben. Eine gewerbliche Nutzung ist im Gebäude künftig nicht mehr vorgesehen. Die Preise für die Wohnungen sind noch nicht bekannt. Der Bezug ist auf Frühjahr 2017 vorgesehen.

Modell der umgebauten Liegenschaft mit Balkonen und Dachgauben. (Bild: pd)

Modell der umgebauten Liegenschaft mit Balkonen und Dachgauben. (Bild: pd)

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