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WOHNBAUGENOSSENSCHAFT SIDWALD: «Entweder haben die Banken oder der Bund Nein gesagt»

Eigentlich hätten die Genossenschafter im Oktober die fertiggestellten Wohnungen beziehen sollen. Doch nun wird mit dem Spatenstich der Baubeginn für Miet- und Eigentumswohnungen signalisiert.
Adi Lippuner
Baggerführer Willi Tischhauser, die Investoren, die an der Planung, Realisierung und dem Verkauf beteiligten Unternehmer sowie die Vertreterin der Gemeinde Nesslau beim symbolischen Spatenstich für die Wohnüberbauung Sidwald. (Bild: Adi Lippuner)

Baggerführer Willi Tischhauser, die Investoren, die an der Planung, Realisierung und dem Verkauf beteiligten Unternehmer sowie die Vertreterin der Gemeinde Nesslau beim symbolischen Spatenstich für die Wohnüberbauung Sidwald. (Bild: Adi Lippuner)

Das Projekt «Wohnbaugenossenschaft Sidwald» ist definitiv vom Tisch. Anstelle der 33 Genossenschaftswohnungen entstehen 23 Miet- und 17 Eigentumswohnungen. In einer ersten Tranche werden die beiden hinteren Bauten mit Mietwohnungen erstellt, wie anlässlich des Spatenstichs am späteren Freitagnachmittag zu erfahren war. Als Investor für die beiden Häuser mit Mietwohnungen konnte die Alois Voney AG, Bischofszell, gewonnen werden.

Die Wohnbaugenossenschaft Sidwald wurde, gemäss Auskunft von Willi Dick, Wire Immobilien AG, Wollerau, inzwischen aufgelöst. Der Generalunternehmer versprach, dass alle Genossenschafter ihr einbezahltes Kapital vollumfänglich zurückerhalten werden. Damit sind die Pläne von 2015, 22 Wohnungen für Familien und 11 Alterswohnungen in vier Gebäuden zu erstellen, Geschichte. Es gibt auch keine Kita (Kindertagesstätte) und auf den seinerzeit geplanten Wellnessbereich wird zugunsten von mehr Wohnraum verzichtet.

Schlechtes Rating für das Toggenburg

Doch weshalb nun ein Renditeobjekt anstelle der Genossenschaftswohnungen, wie vor zwei Jahren angekündigt? Gemäss der ursprünglichen Planung hätten die Alterswohnungen im April dieses Jahres und die übrigen Wohnungen im Oktober bezugsbereit sein sollen. Die Verantwortlichen, allen voran Roland Kämpf, Cadevco AG, Villnachern und Sirnach, gibt dem schlechten Rating («to rate», also «bewerten» oder «abschätzen») für Wohnbauten im Toggenburg die Schuld, dass die Finanzierung der Genossenschaftswohnungen nicht möglich war. «Wir haben eineinhalb Jahre gekämpft, legten verschiedene Finanzierungspläne vor, doch entweder haben die Banken oder der Bund Nein gesagt.»

Das Eigenkapital für die Realisierung der Wohnbauten sei seinerzeit mit acht Prozent Genossenschaftskapital und gleich viel Bundesmittel angedacht gewesen. «Die Banken haben aber insgesamt 30 Prozent Eigenkapital gefordert und dies war nicht vorhanden», so Roland Kämpf. Eine Lösung, bei der ein Investor 2,6 Millionen Franken mit einer fes­ten Laufzeit von zehn Jahren bereitgestellt hätte, sei ebenfalls gescheitert. «Entweder haben die Banken oder der Bund unsere Vorschläge abgelehnt und so mussten wir neue Wege zur Realisierung der Wohnbauten suchen», erklärten auch Roland Kämpf und Willi Dick.

Was bei der gesamten Überbauung bleibt, sind gemäss Roland Kämpf die grosszügigen Grünflächen mit Spiel-, Grill- und Begegnungsplatz. «Damit haben sich die Vorarbeiten, welche ursprünglich in die Realisierung der Genossenschaftswohnungen einfliessen sollten, gelohnt.» Auch die Idee, eine Bushaltestelle in der Nähe der Überbauung zu realisieren, wird weiterverfolgt. «Wir haben mit der Gemeinde Nesslau vereinbart, dass nach Baubeginn die Anträge für eine Bushaltestelle vor Ort bei den entsprechenden Instanzen eingereicht wird», sagt Roland Kämpf.

Kleines Volksfest auf dem «Ochsen»-Parkplatz

Zum Spatenstich war die Bevölkerung eingeladen. Nach der Ansprache von Roland Kämpf und dem symbolischen Baubeginn mit Schaufeln und Bagger konnten die Anwesenden die durch Silvia und Reto Rust vorbereiteten Grilladen geniessen. Dabei drehten sich die Gespräche auch um den seit Sommer geschlossenen «Ochsen». «Dieses Gasthaus fehlt in der Gemeinde», so eine mehrfach gehörte Äusserung. Willi Dick versprach, dass innerhalb eines Jahres eine Neueröffnung geplant sei. «Wir haben einen Teilabbruch und Wiederaufbau vor und wollen dafür sorgen, dass ein ausgewiesener Gastronom die Tradition mit guter Küche weiterführen wird», so die Aussage des Generalunternehmers.

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