Wohlfühlen im neuen «Passerelle»

Wiedereröffnung Das Wattwiler Genossenschaftskino Passerelle hat sich eine neue Bestuhlung angeschafft. Nach der Einweihung durch Regisseur Xavier Koller vor einer Woche erfolgte am vergangenen Samstag die offizielle Wiedereröffnung.

Michael Hug
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Ziemlich chaotisch sah es aus vor gut vier Wochen im grossen Saal des Passerelle. Die besten Sessel waren demontiert, von anderen lagen Rücken- und Armlehnen herum, ebenso die Sockel, teilmontiert, dazwischen werkelten Männer mit Schraubenschlüsseln, andere transportieren ihre soeben ersteigerten Schnäppchen aus dem Saal.

Dazwischen stand Kinogeschäftsleiter Peter Bötschi, glücklich und etwas melancholisch zugleich. «Sein» Kino bekommt neue Sessel, doch an den alten hingen noch so viele Erinnerungen. 25 Jahre dienten sie ihrem Zweck, trugen stumm ihre Last, und dabei sahen sie, als sie ausgedient hatten, noch fast wie neu aus.

Saal im neuen Licht

Vier Wochen später zeigt sich der grosse Saal in einem neuen Licht. Wortwörtlich, denn in dem Umbauprojekt war auch eine neue Beleuchtung enthalten. Der Umbau sei ohne grössere Probleme und termingerecht abgeschlossen worden, sagte Genossenschaftspräsident Florian Schällibaum, der den Umbau als Architekt plante.

Im neuen Saal gibt es neu 116 Plätze statt der früheren 200. «Dafür haben die Sitzplätze nun deutlich mehr Komfort und Beinfreiheit», so Schällibaum, «und wir sind invalidengerecht.» Die hintersten zwei Sitzreihen verfügen durch breitere Sitzflächen und flexible Rückenlehnen über speziellen Sitzkomfort.

Blaue Bestuhlung

Die Eröffnungsgäste am Samstag sprachen bereits von der neuen «Business Class». Negative Kritiken über den Umbau oder die neuen Sessel im Kino Passerelle gab es bis anhin keine, im Gegenteil: «Hammer!», bemerkte eine Besucherin am Samstagabend.

Die neue, blaue Bestuhlung bietet durch die Erhöhung der Podesterie im hinteren Bereich viel bessere Sicht auf die Leinwand. Das, so Schällibaum, ermöglichte die Wahl von Sesseln mit höheren Rückenlehnen. Die Anzahl der Sitze wurden zugunsten des erhöhten Komforts reduziert. Das werde keine Folgen auf der Einnahmenseite haben, denn «so richtig voll war der alte Saal selten», sagte Peter Bötschi anlässlich der Räumung vor vier Wochen. Im Umbau eingeschlossen war auch die Neubestuhlung des kleinen Saals.

Gemäss Präsident Schällibaum konnten die Kosten von 220 000 Franken dank der beispiellosen Solidarität des Toggenburgs – Stiftungen, Firmen und Private – gedeckt werden. Im Tal habe man erkannt, welchen Stellenwert das Kino hat und welchen wertvollen Beitrag zum Freizeitangebot es leiste, so Schällibaum. Zur Finanzierung trugen auch Kanton und Toggenburger Gemeinden bei.