Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Spass beim Lesen.

Für den langjährigen Trainer Beat Schluep steht das Wohl der Athleten im Vordergrund

Seit Jahren engagiert sich Beat Schluep für den Sport im Appenzellerland. An der Sportlerehrung wurde er kürzlich als Ausserrhoder Sportförderer 2019 ausgezeichnet.
Alessia Pagani
Beat Schluep, wie er leibt und lebt. Der 60-Jährige ist fast ausschliesslich mit dem Velo unterwegs. (Bild: PAG)

Beat Schluep, wie er leibt und lebt. Der 60-Jährige ist fast ausschliesslich mit dem Velo unterwegs. (Bild: PAG)

Überwältigt, ungläubig, fassungslos – dies beschreibt die Gefühlslage von Beat Schluep wohl am Besten, als er von seiner Anerkennung erfuhr. Der Herisauer wurde anlässlich der Sportlerehrung als Sportförderer 2019 ausgezeichnet. Einen Tag nach der Verleihung – Beat Schluep sitzt an seinem Esstisch – ist ihm die Überraschung noch immer anzusehen, und die Bescheidenheit anzuhören: «Es gibt doch so viele Menschen, die sich für den Sport engagieren und etwas geleistet haben», sagt der 60-Jährige fast ungläubig. «Ich habe doch nur gemacht, was gemacht werden musste.»

Einsatz für den Schulsport

Gemacht hat Beat Schluep unbestritten so einiges: So ist er seit 34 Jahren Sportlehrer am Berufsbildungszentrum in Herisau, unterrichtete während sechs Jahren an der Kantonsschule Trogen und ein Jahr an der Primarschule Hundwil Sport. In den letzten 25 Jahren seines Sportlehrerberufs förderte er den Schulsport speziell, indem er als Schulsportverantwortlicher seines Berufsverbandes (SVSS AR) die Teilnahme der Appenzeller Schüler am Schweizerischen Schulsporttag koordinierte.

Beteiligt am Erfolg von Simon Ehammer

Schluep leitet seit zwei Jahren den Bereich Athletik der Sportlerschule Appenzellerland, hat dereinst über die Wintermonate das Skiturnen organisiert und war nicht zuletzt langjähriger Sportlicher Leiter U14/U16/U18/U20 der Leichtathletik im Turnverein (TV) Herisau – und damit massgeblich am Erfolg des mehrfachen Schweizer Meisters Simon Ehammer beteiligt. Dieser wechselte kürzlich zum TV Teufen, lässt es sich allerdings nicht nehmen, ab und an mit dem TV Herisau zu trainieren. «Es ist schön und wichtig für einen Verein, wenn er ein solches Vorbild hat», sagt Schluep über sein Aushängeschild. Man lasse Talente wie Ehammer nie gerne ziehen. «Aber der Athlet steht im Vordergrund, und andere Vereine können neue Inputs geben.» Es gebe Trainer, die Mühe bekundeten, ihre Talente ziehen zu lassen. Für Beat Schluep stand immer das Wohl der jungen Sportler im Vordergrund. «Wenn sie den Willen und die Motivation haben, etwas Neues zu lernen, darf man sie nicht bremsen.»

Das Miteinander ist wichtig

Noch vor einigen Jahren habe zwischen den Ausserrhoder Sportvereinen ein starkes Konkurrenzdenken dominiert. Sehr auffällig habe sich dies bei den Turnvereinen Teufen und Herisau gezeigt. «Heute ist es ein Miteinander, und alle können davon nur profitieren», so Schluep. «Leistungen sind wichtig, aber das Leisten miteinander ist noch erfüllender.» Medaillengewinne seien auch für die Trainer das Tüpfelchen auf dem i. «Es ist aber nicht Alltag. Dieser ist teilnehmen, probieren, mit Rückschlägen umgehen und dranbleiben.»

Mehr Zeit fürs Velofahren

Es war 2017, als Beat Schluep nach 14 Jahren seine Leiterfunktion im Wettkampfbereich weitergeben konnte und sich nun der Aufgabe als Sportchef LA (früher: TK LA) im Hintergrund widmen kann. Zudem unterrichtet Schluep noch jede Woche an die 300 Berufsschüler im Berufsbildungszentrum Herisau. «Da plötzlich die Trainingsabende und auch die Wochenenden frei sind, merkte ich, wie schön es ist, mit der Ehefrau und den Kindern viel mehr Freizeit verbringen zu können, sei es beim Klettern, Inline-Skaten, Langlaufen oder bei meinem allerliebsten Sport, dem Velofahren», sagt Schluep, der im TV dreimal wöchentlich die Leichtathletik-Trainings geleitet hat und an den Wochenenden an Wettkämpfe gereist ist. Kaum ein Tag vergeht, an dem der gebürtige Solothurner nicht auf seinem Drahtesel anzutreffen ist. Nachdem er vor zehn Jahren mit dem Velo vom Appenzellerland zum Nordkap gereist ist, folgte 2017 eine siebenwöchige Veloreise quer durch Alaska und Kanada.

Umstände schockten ihn

Den Weg ins Appenzellerland, zuerst nach Stein, schliesslich nach Herisau, fand Beat Schluep aus der Not heraus. «Nach meinem Studium in Zürich fand ich in Solothurn keine Anstellung», so der dreifache Vater. So wurde er 1984 von einem Studienkollegen angefragt, ob er ihn während eines Bildungsurlaubes an der Kantonsschule St. Gallen vertreten könne. Zu dieser Zeit sei landesweit das Berufsschulturnen aufgekommen. «Appenzell Ausserrhoden war dahingehend fortschrittlich und hat den Bundesauftrag sehr ernst genommen», sagt Schluep. Und so fand er schnell eine feste Anstellung im Appenzellerland. Die Umstände, die er in Herisau vorfand, haben den Sportfanatiker allerdings überrascht. «Ich war geschockt. Es gab keine richtige Sporthalle, nur einen kleinen Fitnessraum, dazu eine grosse Wiese. Die Herausforderung hiess: Kreativität», erinnert sich Beat Schluep. Um sich leistungsmässig sportlich zu betätigen, trat er 1986 dem LC Brühl bei und trainierte Zehnkampf. Zu dieser Zeit hat Beat Schluep seine spätere Ehefrau Irène kennen und lieben gelernt. Sie ist, was die Vorliebe für den Sport anbelangt, quasi das weibliche Pendant zu ihrem Ehemann.

Beat Schluep freut sich speziell darüber, dass aus all seinen Tätigkeiten ein grosses Netzwerk von Appenzeller Sportlerinnen und Sportlern entstanden ist, auf welches er an verschiedensten sportlichen Anlässen zurückgreifen kann.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.