Wölfe wandern 30 Kilometer pro Tag

Auf der Hulftegg will ein Autofahrer am frühen Sonntagmorgen einen Wolf gesichtet haben. Wildhüter Max Stacher vermutet, dass es sich hierbei um ein Exemplar aus einem Rudel im Kanton Graubünden handeln könnte.

Drucken
Teilen
Max Stacher Wildhüter, Kreis 7 Amt für Natur, Jagd und Fischerei (Bild: pd)

Max Stacher Wildhüter, Kreis 7 Amt für Natur, Jagd und Fischerei (Bild: pd)

Auf der Hulftegg will ein Autofahrer am frühen Sonntagmorgen einen Wolf gesichtet haben. Wildhüter Max Stacher vermutet, dass es sich hierbei um ein Exemplar aus einem Rudel im Kanton Graubünden handeln könnte.

Herr Stacher, ist es tatsächlich möglich, dass derzeit ein Wolf im Gebiet Hulftegg unterwegs ist?

Diese Annahme ist durchaus realistisch. Junge Wölfe befinden sich oft auf Wanderschaft, da sie sich ein eigenes Revier suchen müssen. Es könnte sein, dass ein Tier aus dem Calanda-Rudel derzeit das Toggenburg durchquert.

Haben Sie selbst schon Beobachtungen gemacht, die darauf schliessen lassen?

Nein, bisher habe ich keine Spuren von Wölfen in meinem Wildhutkreis entdeckt, der sich von Oberhelfenschwil über Mosnang, Bütschwil-Ganterschwil, Flawil, Degersheim und Uzwil bis nach Zuzwil und Wil erstreckt. Und auch aus anderen Toggenburger Kreisen ist mir nichts zu Ohren gekommen.

Ein Wolf im Toggenburg – welche Folgen hätte dies für die Region?

Wo Wölfe heimisch sind, kann es – wie im vergangenen Herbst im Werdenberg – zu Übergriffen auf Nutz- und Haustiere kommen, und wir Wildhüter müssen reagieren. Eine erste Massnahme besteht dann darin, die Tierhalter zu beraten und das Vieh zu schützen. Derzeit sehe ich aber keine Bedrohung für die Region Toggenburg. Sollte sich am Sonntag auf der Hulftegg tatsächlich ein Wolf aufgehalten haben, ist dieser unterdessen höchstwahrscheinlich schon über alle Berge. Die jungen «Durchzügler» legen nämlich pro Tag rund 30 Kilometer zurück.

Wie soll man reagieren, wenn man einem Wolf in freier Wildbahn begegnet?

Meistens bemerkt der Wolf den Menschen zuerst und versteckt sich. Trotzdem kann es vorkommen, dass sich Mensch und Tier unvermittelt gegenüberstehen, zum Beispiel bei ungünstigen Windverhältnissen. In einem solchen Fall soll man Ruhe bewahren, Abstand halten und sich zurückziehen. Mit den Wölfen ist es im Grunde genommen wie mit allen Wildtieren, sie sind scheu. In der Regel vermeiden die Wölfe den Kontakt zu uns Menschen. (aru)

Aktuelle Nachrichten