Wo Schüler und Lehrer grübeln

Ort des entdeckenden Lernens und der Begegnung: Das will das Regionale Didaktische Zentrum in Rorschach sein. Tausende von Schülern, auch aus dem Appenzellerland, haben die Lerngärten schon besucht.

Marianne Bargagna
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RORSCHACH. Seit zehn Jahren gibt es das Regionale Didaktische Zentrum, kurz RDZ genannt, in Rorschach. Für die Verantwortlichen ein guter Grund zum Feiern. Nicht im kleinen Rahmen, sondern mit der ganzen Bevölkerung. Darum lädt das RDZ am Samstag, 31. August, von 9 bis 15 Uhr zu einem Tag der offenen Tür ein.

Ein Markt des Lernens

Im Innenhof des Hauses Stella Maris, der Pädagogischen Hochschule an der Müller-Friedbergstrasse 34, stehen bereits Marktstände. Die ersten Vorbereitungen für den Tag der offenen Tür des RDZ werden getroffen. An den Ständen werden aber weder Magenbrot noch Zuckerwatte, weder Spielzeug noch Schmuck verkauft. An diesen Ständen werden den Gästen die Highlights der bisher durchgeführten Lerngärten präsentiert. Der Leiter des RDZ, Bruno Günter, sagt: «Das Ganze soll aber nicht lehrerhaft wirken. Die Besucher sollen auch aktiv mitwirken, sollen selber experimentieren können.»

Roboter bauen

Aktiv mitwirken können die Gäste, ob Erwachsene, Jugendliche oder Kinder, auch in Workshops zu verschiedenen Themen. Sie können zum Beispiel selber Texte setzen und drucken. Oder swingige Countrysongs lernen. Oder einen Roboter bauen und programmieren. Oder den sicheren Umgang mit dem Taschenmesser lernen. Oder eine Kamishibai-Vorführung, ein japanisches Erzähltheater, geniessen. Oder erfahren, dass es kinderleicht ist, Trickfilme zu produzieren. Oder die Montessori-Pädagogik kennenlernen. Selbstverständlich gibt es auch eine Festwirtschaft, in der über das Erlebte gefachsimpelt werden kann. Und um 11.15 Uhr wird in einem Festakt in der Aula auf die ersten zehn Jahre des RDZ zurückgeblickt.

Zehn Jahre Regionales Didaktisches Zentrum: «Wir blicken sehr stolz auf diese Jahre zurück», heisst es in der Sonderausgabe der RDZ-News. Und weiter: «Immer mehr Lehrkräfte besuchen die Lernwerkstatt mit ihren Schulklassen und nehmen die Lerngärten in ihre Jahresplanung auf.» Stolz sind die Verantwortlichen auch darauf, dass die Idee der Lernwerkstätten als Räume für Innovation und Schulentwicklung in der Region und mit den anderen RDZ zusammen im Kanton St. Gallen und mittlerweile auch in einigen anderen Kantonen Akzeptanz und Verbreitung gefunden hat. Bruno Günter bestätigt dies. Die Lerngärten würden gut besucht, auch von Schulklassen aus den Kantonen Appenzell Inner- und Ausserrhoden sowie aus dem Rheintal. So hätten zum Beispiel im Jahr 2011 insgesamt 1225 Schüler mit 99 Lehrpersonen den Lerngarten «Faszination Steine» besucht. Es kämen auch immer mehr internationale Besuchergruppen. Günter sagt aber auch, dass es nicht die Absicht sei, möglichst viele Besucher zu generieren. «Uns geht es in erster Linie darum, Ideen für die Unterrichtsgestaltung zu vermitteln.» Davon profitieren nebst Lehrkräften mit ihren Klassen auch Dozierende mit ihren Studenten. Es gebe aber leider auch Lehrkräfte, die nie kämen, stellt Günter fest. Die Angebote des Regionalen Didaktischen Zentrums können die Schulen gratis benutzen.

Lernen im Lerngarten

Die Besucherinnen und Besucher dürfen sich freuen: Im kommenden Jahr wird ihnen ein Lerngarten zum Thema Lernen angeboten. Seit Monaten schon bereiten die Verantwortlichen mit viel Phantasie das Feld für den neuen Lerngarten vor. Doch vorerst gilt es, alles für den kommenden Samstag, den Tag der offenen Tür, vorzubereiten.

Mehr Informationen unter www.phsg.ch/rdz