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Fahrplanwechsel sorgt für Ärger

Seit vergangenem Sonntag gilt der neue Fahrplan. Nicht überall stösst der auf Zustimmung. Im Appenzellerland gibt es einige Änderungen, die bei den Pendlerinnen und Pendlern für Kritik sorgen.
Astrid Zysset
Die neuen Tango-Züge sorgen zusammen mit dem Viertelstundentakt für Probleme. Bild: Ralph Ribi

Die neuen Tango-Züge sorgen zusammen mit dem Viertelstundentakt für Probleme. Bild: Ralph Ribi

Entrüstet sei sie gewesen, erklärt Herisaus EVP-Einwohnerrätin Ursula Fröhlich, als sie in der Zeitung lesen musste, dass die Haltestelle Gübsensee wegfällt. «Es ist für mich unerklärlich, wie man von den Leuten erwarten kann, auf ein Naherholungsgebiet zu verzichten, nur weil man kein Auto hat.» Als Energiestadt Herisau komme man da in ein Dilemma.

Die S-Bahn hält seit vergangenem Sonntag, seit dem Inkrafttreten des neuen Fahrplans, nicht mehr am Gübsensee. Zuvor hielt dort je ein Zug pro Stunde aus St. Gallen und aus Herisau. Die Anbindung an den öffentlichen Verkehr wurde gestrichen. Die Haltestelle werde aufgrund tiefer Fahrgastfrequenzen und zu enger Zeitreserven im dichten Fahrplan nicht mehr bedient, heisst es seitens des Amtes für öffentlichen Verkehr des Kantons St. Gallen. Ursula Fröhlich kann diesen Entscheid nicht nachvollziehen. «Ist dies der Preis für einen verdichteten Fahrplan? Für viele Leute unterschiedlichen Alters ist die Erholung am Gübsensee erschwert oder unmöglich gemacht worden.»

In der Tat: Herisauerinnen und Herisauer müssen fortan mit dem Zug nach St. Gallen reisen, dort den Bus der VBSG nehmen und mit diesem zur Endstation in Winkeln und Scheidweg fahren. Dann bleiben noch 10 respektive 20 Minuten Fussmarsch.

Viertelstundentakt den ganzen Tag über

Fröhlich hat ihrem Unmut in einem Schreiben gegenüber der Redaktion Ausdruck verliehen. Sie ist nicht die Einzige. Einige Bürgerinnen und Bürger ärgern sich beispielsweise, dass der Viertelstundentakt im Morgenfahrplan der Appenzeller Bahnen (AB) nicht den ganzen Tag über angeboten werden kann. Sabrina Huber, AB-Mediensprecherin, kann die Kritik nachvollziehen. Der Fahrplan hänge aber von Prognosen, Nachfragen und Fahrgastfrequenzen ab. Den Viertelstundentakt den ganzen Tag über anzubieten, stehe mit den aktuellen Fahrgastzahlen in keinem Kosten-/Nutzenverhältnis. «Wenn das Fahrgastaufkommen aber steigen sollte, führen wir zusätzliche Frequenzen gerne ein», so Huber. Fahrplanwünsche können die Fahrgäste im Internet auf www.fahrplanentwurf.ch zuhanden der Kantone anbringen. Die Anliegen werden regelmässig ausgewertet, so Huber.

Grosse Probleme auf der Linie St. Gallen-Trogen

Die AB haben aufgrund des Fahrplanwechsels an anderer Stelle mit grösseren Schwierigkeiten zu kämpfen. Auf der Linie St. Gallen-Trogen werde man «mit grossen Unregelmässigkeiten» konfrontiert, so Huber. Besonders der Viertelstundentakt am Abend habe sich noch nicht eingespielt. Die Gründe sind im Zusammenspiel der Infrastruktur mit den neuen Fahrzeugen zu finden. So bringt die Stromversorgung in der Stadt St. Gallen noch nicht die volle Spannung von 600 Volt bei zeitgleich verkehrenden Zügen. Besonders am Marktplatz sei das spürbar, wenn gleichzeitig mit den Zügen noch mehrere Busse abfahren. Die feinen elektronischen Einstellungen der neuen Züge sorgen auch dafür – sollte der Lokführer zu viel Gas beim Anfahren geben –, dass der Hauptschalter ausfällt. Diesen wieder hochzufahren, dauert bis zu drei Minuten. Die Steuerung von Signalen bei den Unterwegshaltestellen funktioniere ebenfalls noch nicht wie gewünscht, was jeweils zu mehreren Sekunden Zeitverlust führe. Und die Türen in den neuen Zügen schliessen vier Sekunden langsamer als beim Vorgängermodell.

Nicht mehr alle Züge fahren bis nach Trogen

«Im Viertelstundentakt haben wir keine Pufferzone», so Huber. Verspätungen seien derzeit an der Tagesordnung. Und zwar solch gravierende, dass im Viertelstundentakt am Abend nicht mehr jeder Zug bis nach Trogen fährt. Vereinzelt kehren sie bereits in Speicher um, damit der Fahrplan noch einigermassen eingehalten werden kann. «Die verschiedenen Abteilungen sind mit Hochdruck daran, die Probleme mit den internen und externen Partnern zu lokalisieren und Massnahmen einzuleiten.»

Ansonsten sei der Fahrplanwechsel auf den meisten Linien der AB aber reibungslos verlaufen. Nur wenige Einzelmeldungen zu spezifischen Verbindungen sind bei den AB eingegangen. Beispielsweise haben einige Schüler aus Appenzell, welche auf den Zug angewiesen sind, aufgrund des neuen Fahrplans eine kürzere Mittagspause. Erfreulich sei der Fahrplanwechsel auf der die Linie St. Gallen-Appenzell vonstatten gegangen, teilt die AB-Mediensprecherin weiter mit. «Uns erreichten einige positive Meldungen beispielsweise aus Teufen, von wo aus die Fahrgäste nun direkt ins Stadtzentrum fahren können.»

Grosse Zufriedenheit bei PostAuto Schweiz

In der Ostschweiz hat PostAuto Schweiz einen grossen Fahrplanwechsel hinter sich. «Es ist alles reibungslos verlaufen. Wir sind alle sehr zufrieden», resümiert Walter Schwizer, Leiter Region Ostschweiz der PostAuto Schweiz AG. Eine einzige allgemeine Rückmeldung habe es im Appenzellerland in den letzten Tagen von einer Kundin gegeben, die meinte, dass das aktuelle Angebot nicht ihren Bedürfnissen entspreche. Ansonsten weiss Schwizer noch von Unstimmigkeiten im Vorderland: In Heiden sind die Anschlüsse nicht mehr optimal aufeinander abgestimmt. Derzeit wird zudem eine mögliche Verbesserung auf der Linie Heiden-Trogen geprüft. Vielen Schülerinnen und Schülern ist es mit dem neuen Fahrplan nicht mehr möglich, die Mittagspause zu Hause zu verbringen. Allenfalls gebe es hier eine Anpassung bereits schon auf Anfang Jahr.

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