WM-Sieg für Mosnangs Seilzieher

An der Weltmeisterschaft der Seilzieher in Pretoria, Südafrika, haben für die Athleten des Seilziehclubs Mosnang ungewohnte Bedingungen geherrscht. Dennoch haben die Nationalmannschaften der U23 und der U19 mit je zwei Athleten aus Mosnangs Seilziehclub die WM gewonnen.

Matthias Giger
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Drei der vier Seilzieh-WM-Sieger: (von links) Martin Roos (U23), Bruder Philipp Roos (U19) und Janick Jaggi (U19) vor den Trophäen des Seilziehclubs Mosnang im Restaurant Hirschen. Noch in Südafrika, somit nicht auf dem Bild, aber trotzdem Weltmeister ist Markus Schnetzer (U23). (Bild: Matthias Giger)

Drei der vier Seilzieh-WM-Sieger: (von links) Martin Roos (U23), Bruder Philipp Roos (U19) und Janick Jaggi (U19) vor den Trophäen des Seilziehclubs Mosnang im Restaurant Hirschen. Noch in Südafrika, somit nicht auf dem Bild, aber trotzdem Weltmeister ist Markus Schnetzer (U23). (Bild: Matthias Giger)

Seilziehen. Vier Athleten des Seilziehclubs Mosnang können sich seit einer Woche Weltmeister nennen. Janick Jaggi und Philipp Roos haben in der Nationalmannschaft der Jugend U19, Martin Roos und Markus Schnetzer in der Junioren U23 Nationalmannschaft mitgezogen.

Ungewohnte Bedingungen

Markus Alpiger, Chef Leistungssport des Schweizer Tauziehverbandes, war als Coach der 580 kg und 640 kg Elite ebenfalls in Südafrika. Er meint: «Die Bedingungen in Pretoria waren für uns gewöhnungsbedürftig.

Vor allem war der Boden sehr hart.» Gewohnt sind die Seilzieher in Europa weichen Boden, in dem sie mit ihren Schuhen Halt finden. «Durch den harten Untergrund verliefen die Wettkämpfe viel ruppiger: Es wurde viel mehr hin- und hergezogen, was natürlich auf die Kondition der Wettkämpfer schlug», sagt Markus Alpiger. Zudem machten den Seilziehern auch das subtropische Klima und die Höhe zu schaffen. Pretoria liegt 1200 Meter über Meer, 500 Meter höher als Mosnang.

Für die Nationalmannschaft der U19, für die sich immer wieder auch Athleten aus Mosnang qualifizieren, war dies der erste WM-Sieg seit langem. «In den letzten Jahren ist sie mehrmals knapp am WM-Sieg vorbei geschlittert», blickt Markus Alpiger zurück. Die U23 Nationalmannschaft hingegen hat schon mehrfach den WM-Sieg geholt. Ihre Stärke zeigte sich auch in den Wettkämpfen vor rund einer Woche in Südafrika. «Das U23-Nationalteam ist nur einmal gegen Nordirland in Bedrängnis gekommen. Bei den übrigen sechs Kontrahenten haben sie taktisch souverän gezogen», so Alpiger.

Im Halbfinal standen sie Schweden, im Final Deutschland gegenüber.

Bei den U19 sei das Feld sehr ausgeglichen gewesen. Die Schweizer haben mit drei Unentschieden begonnen, mussten also mindestens noch ein Unentschieden und einen Sieg davon tragen, um die Vorrunde zu überstehen. «Markus Alpiger gab uns den Tip, mehr mit den Beinen zu arbeiten, um uns die Kraft in den Armen für einen gezielten Angriff zu sparen», sagt U19-WM-Sieger Janick Jaggi.

Die verbleibenden zwei Runden gewannen sie und rückten mit mehr Selbstvertrauen in den Halbfinal, in welchem sie gegen Deutschland den Längeren zogen. Den Final gewannen sie gegen die acht Mann der Mannschaft aus Schweden.

Erst spät realisiert

Die Freude war natürlich bei beiden Teams riesig, bei der U19 aber grösser, da es endlich geklappt hat. «Klar haben wir unseren Sieg gebührend gefeiert.

Die Wettkämpfe waren alle am Freitag und wir hatten noch bis Sonntag Zeit, bevor es zurück in die Schweiz ging», sagt Philipp Roos, dessen Bruder Martin bei der U23 ebenfalls Weltmeister wurde. Richtig realisiert habe er seinen WM-Sieg aber erst, als er letzten Montag wieder Schweizer Boden unter den Füssen gehabt hat.

Kostenpunkt WM-Teilnahme

Einige der Seilzieher aus Mosnang sind noch bis Montag in Südafrika.

Sie haben die Gelegenheit beim Schopf gepackt und den siebentägigen Aufenthalt um eine Woche Ferien verlängert. Gut die Hälfte der WM-Teilnahmekosten finanzieren die Seilzieh-Sportlerinnen und -Sportler aus Mosnang selbst. Von den 2500 Franken berappen sie rund 1200 Franken selbst – je nachdem, was sie von den Sponsoren, vom Tauzieh-Verband und von Swiss Olympic zurück erhalten.

«Da die Eltern aber auch Freude an meinen Erfolgen haben, unterstützen sie mich», sagt Janick Jaggi, der nächstes Jahr bereits in der Kategorie U23 ziehen wird. «Mein Ziel ist es, an der WM 2012 in Appenzell in der Nationalmannschaft mitzuziehen», sagt Janick Jaggi. Einfach werde es nicht, sich für die Nationalmannschaft der U23 zu qualifizieren, meint er. Vom Finanziellen her ist der Aufwand für die WM-Teilnahme 2012 für die Seilzieher aus Mosnang gering.

In den übrigen Kategorien schnitten die Schweizer nicht ganz so gut ab. Bei den 700 kg wurden sie aber immerhin WM-Zweite, bei den 580 kg WM-Dritte.