Wissenschaftswettbewerb
Das zweite Mal der erste Platz: Schüler der Kanti Trogen fahren dank nachhaltiger Bushaltestelle nach London

Die Stiftung SimplyScience veranstaltete dieses Jahr zum sechsten Mal den Wettbewerb «Science on the Move». Eine Klasse der Kantonsschule Trogen belegt den ersten Platz und gewann zusätzlich den «Best Performance»-Preis. Die Ausserrhoder Schüler entwarfen eine nachhaltige Bushaltestelle.

Elia Fagetti
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Die Schüler freuen sich über den Preis.

Die Schüler freuen sich über den Preis.

Bilder: Elia Fagetti

Das Schwerpunktfach Biologie/Chemie der 5. Klassen an der Kanti Trogen hat kürzlich den diesjährigen Hauptpreis beim schweizweiten, englischsprachigen Wettbewerb «Science on the Move» gewonnen und wurde zusätzlich mit dem Preis für die beste Performance geehrt.

Für die Performance erhält die Klasse einen Kinogutschein. Der Hauptpreis ist eine «Science Week» in London, die im September stattfinden soll. Wegen der Pandemie wird erst im August entschieden, ob die Reise stattfinden kann oder verschoben wird.

Veranstalter Thomas Flüeler war wegen der Pandemie etwas besorgt:

«Wir dachten, wir haben nicht genug Klassen, die mitmachen dieses Jahr. Deswegen freuten wir uns sehr, dass die Kanti Trogen mitgemacht hat.»

Die Kantonsschule Trogen hat bereits fünfmal an dem Wettbewerb teilgenommen und konnte sich jedes Mal für das Finale qualifizieren. 2013 gewann sie ebenfalls den ersten Preis und den Preis für die beste Performance.

Beim Projekt «Biodive» der Kantischüler handelt es sich um ein Biodiversitätsprojekt, das Bushaltestellen-Häuschen mit einem speziellen Dach ausrüstet. Auf dem Dach werden Lebensräume für diverse Pflanzen und Tiere geboten, es gibt ein System zur Wasserversorgung und das Ganze ist mit einem Solarpanel ausgerüstet. Gleichzeitig erhält man an der Bushaltestelle über einen QR-Code Informationen zum Projekt. Zurzeit gibt es nur ein Modell, doch die Schüler wären bereit, diese Bushaltestelle auch in die Realität umzusetzen.

Das Modell würden die Schüler auch in die Realität umsetzen, wenn ihnen die Möglichkeit geboten wird.

Das Modell würden die Schüler auch in die Realität umsetzen, wenn ihnen die Möglichkeit geboten wird.

Für das Projekt begannen die Schüler bereits im Februar zu arbeiten. Denn um teilzunehmen, mussten die Schüler ein wissenschaftliches Paper, eine Visualisierung des geplanten Systems sowie ein zweiminütiges Marketing-Video erstellen. Angeleitet wurden die Schüler von ihren Lehrerinnen Daniela Weber Klose, die Chemie, und Daniela Schrepfer, die Biologie unterrichtet. Beide waren begeistert von den Kompetenzen ihrer Schüler. Weber sagt dazu:

«Es kamen wesentlich mehr Kompetenzen zum Einsatz als im normalen Schwerpunktfachunterricht Biologie/Chemie.»

Es entstand, so Weber, eine sehr gute Dynamik unter den Schülern. Es habe ohne Kontrolle funktioniert. Doch nicht nur die Lehrer und Organisatoren hatten etwas zu sagen.

Schüler lernen für die Zukunft

Für die Schüler war das Projekt eine gute Erfahrung. Auf die Frage hin, was sie am besten fanden, gab es viele Antworten. Weil das Schwerpunktfach aus mehreren Klassen zusammengesetzt wurde, kannten sich die Jugendlichen zu Beginn des Schuljahres nicht so gut. Deswegen sei das Gruppengefühl, welches in dieser Zeit wuchs, sehr schön. Es habe aufgezeigt, was man alles in einem Team erreichen könne, sagte eine Schülerin.

Doch nicht nur das Gemeinschaftsgefühl wuchs und bildete sich bei den Jugendlichen. Sie erlernten Fähigkeiten, welche sie später im Leben brauchen können. Weil sie ein wissenschaftliches Paper verfassen mussten, wurde das Recherchieren und das wissenschaftliche Schreiben erlernt. Dies helfe, so einer der Schüler, bei der kommenden Maturaarbeit und bei einem späteren Studium.

Auch in der Freizeit gearbeitet

Die Schüler merkten schnell, dass es nicht nur um eine reine Schularbeit ging. Deswegen sei es auch kein Problem gewesen, etwas zu Hause für das Projekt zu machen. Das Video habe man beispielsweise in der Freizeit geschnitten. Einer der Schüler merkt an:

«Am Schluss sind alle Puzzleteile zusammen gekommen. Das macht Stolz unabhängig von allem anderen.»

Eine grosse Aufgabe war es, alle gesammelten Ideen und Informationen zusammenzutragen. Es sei zu Anfang schwer gewesen, weil so viele Ideen und Pläne im Raum standen. Doch irgendwann kamen sie zum Schluss, dass es ein nachhaltiges Projekt sein solle.

Am Dienstag erhielten die Jugendlichen ihre Preise. Verliehen wurden diese vom Geschäftsführer der Stiftung SimplyScience Thomas Flüeler, Lehrer in Sargans.

Thomas Flüeler vergibt die Preise an die Klasse.

Thomas Flüeler vergibt die Preise an die Klasse.

«Science on the Move»

Wettbewerb zu Förderung

«Science on the Move» ist ein nationaler Wettbewerb an dem 25 Klassen teilnahmen. Die Stiftung SimplyScience, welche den Wettbewerb durchführt, ist eine Initiative des Vereins scienceindustries und wird vom Pharmakonzern Roche unterstützt. Dieses Jahr drehte sich alles um Systeme, die intelligente Lösungen für verschiedene Probleme unserer Gesellschaft bieten. (elf.)