Wissen über Pilze aufgefrischt

EBNAT-KAPPEL. Viele Pilzsammler vertrauen auf die offiziellen Pilzkontrolleure, die ihnen sagen, welche der von ihnen zusammengetragenen Exemplare giftig und welche geniessbar sind. Damit die Experten für ihren Job fit sind, bilden sie sich jedes Jahr weiter. So am Samstag im Kapplerhof.

Sabine Schmid
Drucken
Teilen
80 Jahre Erfahrung: Die Toggenburger Pilzkontrolleure (von links) Axel von Wehrden (Lichtensteig), Hans Frey (Wildhaus) und Enrico Manna (Ebnat-Kappel). (Bild: sas)

80 Jahre Erfahrung: Die Toggenburger Pilzkontrolleure (von links) Axel von Wehrden (Lichtensteig), Hans Frey (Wildhaus) und Enrico Manna (Ebnat-Kappel). (Bild: sas)

Rund 5500 Pilzarten wachsen in der Schweiz. Unter ihnen gibt es essbare Arten, aber auch solche, die ungeniessbar oder sogar giftig sind. Alle diese Arten zu kennen, sei unmöglich, sagt Hans-Peter Neukom, Sekretär der Schweizerische Vereinigung Amtlicher Pilzkontrollorgane (Vapko). Ein grosses Wissen über Pilze haben die Pilzkontrolleure, die von den Gemeinden engagiert sind.

«Ihre Aufgabe ist es, ungeniessbare und giftige Pilze von essbaren zu teilen», beschreibt Hans-Peter Neukom kurz. Diesen Service bieten sie während der ganzen Pilzsaison, die von Mitte Juli bis etwa Ende Oktober dauert gratis an.

Pilzkontrolleur wird man, indem man einen einwöchigen Kurs, organisiert von der Vapko, besucht. In dessen Verlauf gibt es Prüfungen zu Pilzarten, zur Toxikologie und zum Lebensmittelgesetz zu bestehen. Dann können die Absolventen von den Gemeinden als Pilzkontrolleur gewählt werden.

In der Folge sollten sie jährlich einen Weiterbildungstag besuchen.

Pilze bestimmen und erkennen

Ein solcher fand am Samstag im Kapplerhof in Ebnat-Kappel statt. Die Pilzkontrolleure mussten dabei verschiedene Pilze bestimmen. «Sie dürfen sich auf Hilfsmittel wie Lupen oder Fachliteratur stützen», erklärt Hans-Peter Neukom. Die Pilzkontrolleure arbeiteten einzeln oder in Gruppen. Am Abend waren die vorhandenen Pilze bestimmt und es wurden einige von ihnen besprochen.

So können die Pilzexperten ihr Wissen vergrössern. Dazwischen waren die Kontrolleure eingeladen, einen freiwilligen Pilzerkennungstest zu absolvieren. Dabei mussten mindestens 15 von 20 Pilze ohne Hilfsmittel erkannt und in die Kategorien essbar, ungeniessbar oder giftig eingereiht werden.

Grosse Verantwortung

Die drei Toggenburger Pilzkontrolleure Axel von Wehrden (Lichtensteig), Enrico Manna (Ebnat-Kappel) und Hans Frey (Wildhaus) haben diesen Test bestanden und ein entsprechendes Attest erhalten.

Mit ihrer Arbeit tragen die Pilzkontrolleure eine grosse Verantwortung, denn sie entscheiden, ob ein Pilz gegessen werden soll oder nicht. «Im Zweifelsfall sagen wir: nicht essen», erklärt Axel von Wehrden, der rund 30 Jahre als Pilzkontrolleur tätig ist. Er gibt bei seinen Kontrollen auch wertvolle Tips ab. Beispielsweise, dass Pilze in einem offenen Körbchen und nicht in einem Plastiksack transportiert und aufbewahrt werden sollen.

Der ausgebildete Koch hat auch immer ein einfaches und gutes Rezept bereit, wie man die Pilze zubereiten oder sie konservieren kann.

Der in Lichtensteig tätige Axel von Wehrden spricht vom diesjährigen als einem guten Pilzjahr. Er kontrolliere täglich zwei- bis dreimal, was Leute gesammelt haben. Im gesamten letzten Jahren waren es gerade einmal 40 Kontrollen. «Viele, die zu mir kommen, sind unsicher», sagt er. Andere kennen die Pilze, lassen sie aber trotzdem kontrollieren.

Axel von Wehrden weiss von Sammlern, die sich auf Arten wie Eierschwämme oder Steinpilze beschränken. Er empfiehlt jedem, alle gesammelten Pilze kontrollieren zu lassen, also auch diejenigen, die er kennt. Er hat auch einen Rat für alle jene, die Pilze besser kennen lernen möchten. Der Pilzverein Toggenburg führt alle 14 Tage einen Bestimmungsabend durch, bei dem die Pilzkontrolleure ihr Wissen weitergeben. «Die Teilnehmer sollen dabei Sicherheit bekommen», sagt Axel von Wehrden.

Aktuelle Nachrichten