Wisener Schule wird Gemeinschaftszentrum

Vor 100 Jahren

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Das Toggenburger Tagblatt veröffentlicht jede Woche Begebenheiten aus vergangenen Zeiten. Was ist vor 100, 50, 20 oder 10 Jahren im Toggenburg passiert?

Das Toggenburger Tagblatt veröffentlicht jede Woche Begebenheiten aus vergangenen Zeiten. Was ist vor 100, 50, 20 oder 10 Jahren im Toggenburg passiert?

Vor 100 Jahren

10. April. Nesslau. Ein Gewitter mit heftigen elektrischen Ladungen zog abends 9 Uhr über hiesige Gegend von Westen treibend. Nachts 2 Uhr wiederholte sich dasselbe. Es sind dies sichere Vorboten, dass wir im Mai noch Schneefall zu gewärtigen haben und jeder Bauer tut gut, sich mit Heuvorrat für diesen Fall zu versehen.

17. April: St. Peterzell. Hier wird seit einigen Tagen der Landwirt Stephan Schlumpf vermisst. Er brachte eine verkaufte Kuh auf den Bahnhof Brunnadern und erhielt dort den Erlös ausbezahlt. Nach acht Uhr abends machte sich der Mann auf den etwa eine Stunde langen Heimweg, kam aber nicht zu Hause an und wurde bis jetzt vergeblich gesucht. Ob er in der Dunkelheit in den hochgehenden Necker gefallen ist, weiss man nicht.

Vor 50 Jahren

9. April: Wattwil. In der grossen Kirche gedachte eine mächtige Versammlung von Trauernden, unter ihnen viel urchige Toggenburger Bauern, des im 61. Altersjahr einem langen, tapfer ertragenen Leiden erlegenen Tierarztes Dr. Oetiker. Der Verstorbene hatte während mehr als dreissig Jahren eine beschwerliche, umfangreiche Praxis geführt, und mit Recht führte Pfr. Erwin Joss, an der Abdankungsfeier aus, dass Dr. Oetiker als ausserordentlich begabter Tierarzt, als urwüchsige Persönlichkeit und als Mensch im mittleren Toggenburg und unter Fachkollegen viel galt. Auf ungezählten Bauernhöfen wurden sein Rat und Hilfe gesucht. Dabei liess er es oft nicht nur am tierärztlichen Rat bewenden. Er gab auch persönliche Ratschläge, erteilte auch scharfe Lektionen. Seine Grosszügigkeit brachte es auch mit sich, dass er oftmals auf Rechnungen verzichtete, wo ihm das bei der finanziellen Lage mancher Bauern als angezeigt erschien.

Vor 20 Jahren

10. April: Libingen. Vom Glockenturm zum Schafstall und Kunstatelier. Kein noch so stolzes Dorf in Europa konnte sich je rühmen, ein so grosses Glockenspiel im Turm zu haben wie Libingen, wo von 1965 bis 1977 im Albert-Schweitzer-Turm im Weiler Hofen nicht weniger als 60 Glocken, im Gewicht von 11 bis 3600 Kilogramm, gespielt werden konnten. Es ist nach dem Abtransport der Glocken wieder Stille eingekehrt in diesem Toggenburger Seitental. Schafe und Ziegen warten im einstmals viel bestaunten Turm auf den Frühling, und drüben im Bauernhaus hat die Grafikerin und Malerin Gisela Buomberger ihre Arbeitswelt und Heimat gefunden. Der gelernte Glockenspieler Walter Meyerhans liess zu Mitte der sechziger Jahre in Libingen den Albert-Schweitzer-Gedächtnisturm errichten.

Vor 10 Jahren

14. April: Wisen. Seit einem Jahr ist die Dorfschule geschlossen. Die Wisener wollen das Schulhaus renovieren und als Gemeinschaftszentrum umnutzen. Sie planen die Gründung einer Genossenschaft und müssen fast eine halbe Mio. Franken Eigenkapital zusammenbringen. Jetzige Eigentümerin des Schulhauses ist die Schulgemeinde Mosnang. Das kantonale Erziehungsdepartement verlangt aber den Verkauf des Gebäudes, Schulgemeinden dürften keine Gebäude besitzen, die nicht als Schulhäuser benutzt werden. Nach Auskunft des Schulgemeindepräsident Eugen Mäder beträgt der Ende 2014 neu geschätzte Verkehrswert des Gebäudes 132 000 Franken. Das Erziehungsdepartement habe jedoch die Bereitschaft erkennen lassen, das Schulhaus zu einem «symbolischen Preis» zu verkaufen, so Gemeindepräsident Bernhard Graf. Voraussetzung sei ein ausgewiesenes öffentliches Interesse.

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