Wirteprüfung bleibt abgeschafft

Anlässlich der Generalversammlung von Gastro Appenzellerland AR wurde bekannt, dass die Wiedereinführung der Wirteprüfung in Ausserrhoden vorläufig vom Tisch ist. Präsident Markus Strässle zeigte sich enttäuscht.

Karin Erni
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Die Generalversammlung von Gastro Appenzellerland AR im Casino Herisau verlief wenig kontrovers. (Bild: ker)

Die Generalversammlung von Gastro Appenzellerland AR im Casino Herisau verlief wenig kontrovers. (Bild: ker)

HERISAU. An der gestrigen Versammlung des Ausserrhoder Wirteverbandes im Casino Herisau waren mehr Gäste zugegen als eigene Mitglieder. Von den 63 Anwesenden kamen 37 von Sponsorenseite, dem Tourismus und der Politik.

Regierungsrat Paul Signer hatte die wenig dankbare Aufgabe, über den aktuellen Stand zur Wiedereinführung des Wirtepatents, wie sie Gastro Appenzellerland AR fordert, zu informieren. Der Verband hatte im letzten Jahr zu diesem Zweck einen Vorstoss zur Änderung des Gastgewerbegesetzes beim Kanton eingereicht.

«Leider ist dieser Brief irgendwo verschwunden», sagte Paul Signer entschuldigend. Anlässlich einer Fragestunde hätten er und seine Regierungsratskollegen sich mit dem Vorstoss befasst und sich einhellig gegen neue Mindestanforderungen im Gastgewerbe ausgesprochen, so Signer. «Der Volksentscheid aus dem Jahr 1999 soll respektiert werden.» Er äusserte Verständnis für die Anliegen des Wirteverbandes und versicherte, man werde gemeinsam mit diesem nach Lösungen suchen. Gastro-Präsident Markus Strässle zeigte sich sichtlich enttäuscht. Er äusserte die Hoffnung, dass über Gastro Suisse dereinst eine gesamtschweizerische Lösung realisiert werden könnte.

Infos von Gastro Suisse

Mit «Freude herrscht» begrüsste der aus Kandersteg angereiste Casimir Platzer die Anwesenden. Der Präsident von Gastro Suisse informierte als erstes über die Revision des Radio- und Fernsehgesetzes. Das Gewerbe wehre sich dagegen, dass künftig alle Unternehmen ab einem Umsatz von 500 000 Franken die Abgabe entrichten sollen. 98 Prozent der Mitglieder von GastroSuisse profitierten aber von der neuen Regelung, daher unterstütze man in dieser Sache den Gewerbeverband nicht.

Klare Worte fand Platzer zur Erbschaftssteuer-Initiative, über die am 14. Juni abgestimmt wird. Eine Liegenschaft sei schnell einmal zwei Millionen Franken wert. Bei einer Erbschaft müssten die direkten Nachkommen in diesem Fall 400 000 Franken Steuern zahlen. Um dem Problem der Frankenstärke zu begegnen, schlägt Platzer Parallelimporte vor. Damit könnten Produkte zu ähnlichen Konditionen wie in den Euroländern gekauft werden, was den Gastwirten helfe, die Kosten zu senken.

Alle Geschäfte gutgeheissen

Die Traktanden der Generalversammlung wurden von den anwesenden Mitgliedern in Rekordtempo durchgewinkt.

Die Jahresrechnung schloss mit einem Plus von rund 11 000 Franken. Das Budget für 2015 sieht verschiedene Reisen sowie ein Minigolfturnier vor. Die Familienausgleichskasse habe einen Rückgang von Mitgliedern um 4,76 Prozent zu verzeichnen gehabt, sagte Markus Strässle. Die Lohnsumme sei aber im gleichen Zeitraum gestiegen. Dies habe mit der Umwandlung von vielen Einzelfirmen in GmbHs zu tun.

Die Jahresbeiträge für alle Mitglieder werden bei 80 Franken belassen. Unter dem Traktandum Wahlen wurde Peter Zöllig als Nachfolger der abtretenden Revisorin Martina Eisenhut gewählt. Chläus Dörig verbleibt auch nach seinem Rücktritt als Lehrlingsobmann im Vorstand.

Unter dem Traktandum Varia gab es verschiedene Mitgliederjubiläen zu vermelden. Da die meisten Jubilare aber nicht persönlich anwesend waren, konnten lediglich zwei Blumensträusse vergeben werden. Ida Buschor vom Restaurant Ochsen in Zelg und Bettina und Peter Zöllig vom «Bären» Speicherschwendi wurden für ihre 25jährige Mitgliedschaft geehrt. Die drei freuten sich, betonten aber, es seien sogar 30 Jahre gewesen.