Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Spass beim Lesen.

«Wir wollen vorwärtsgehen»

In der Laad im Obertoggenburg, auf rund 1000 Höhenmetern, leben circa 300 Einwohner. Und dort gibt es seit dem 1. Januar 1916, seit 100 Jahren, den Bäuerinnen- und Landfrauenverein.
Heidy Beyeler
Freudiges Wiedersehen mit der Besucherin eines Nachbarvereins.

Freudiges Wiedersehen mit der Besucherin eines Nachbarvereins.

STEIN. Über 50 Frauen feierten kürzlich im «Ochsen» das 100- Jahr-Jubiläum des Bäuerinnen- und Landfrauenvereins Laad. Nebst den Mitgliedern waren auch Vertreterinnen der umliegenden Bäuerinnen- und Landfrauenvereine sowie eine Vertreterin des kantonalen Bäuerinnenverbandes eingeladen.

Der Ursprung

Während die Frauen die feine Suppe aus der «Ochsen»-Küche löffelten, liess Präsidentin Sonja Rutz die vergangenen 100 Vereinsjahre anhand einer Chronik Revue passieren. «Der Verein wurde am 1. Januar 1916 von zwölf Mädchen mit der Bezeichnung Arbeiterinnenverein Laad zum Zweck der Fertigung von Hemden und Socken für die Soldaten gegründet. Sie legten damals die Arbeitszeit fest und berechneten den Materialaufwand von Stoff und Wolle. Eine Strange Wolle kostete 17 Rappen und ein Meter Stoff einen Franken. Wöchentlich wurde zwei Stunden gearbeitet.

Die Mitglieder hatten einen Wochenbeitrag von 20 Rappen zu bezahlen. Mit diesen Beiträgen wurden die Materialkosten gedeckt. Wer aus dem Verein austrat, musste dafür zwei Franken entrichten.

Knapp vor der Auflösung

1926 mussten sich die Frauen etwas einfallen lassen, um das weitere Bestehen des Vereins aufrechtzuerhalten, weil die Präsidentin wegen Verheiratung zurücktrat. So beschlossen die Frauen kurzum, Passivmitglieder zu Aktivmitgliedern zu erklären. Das war wohl aussergewöhnlich, aber erfolgreich. Auf diese Weise war es möglich, erneut eine Kommission zu bilden.

Immer wieder ist es den Laader Frauen gelungen, eigenständig zu bleiben. 1940 entschieden sie beispielsweise, nicht auf das Angebot einzugehen, dem Frauenhilfsdienst Nesslau beizutreten. Sie wollten weiterhin ihre Männer unterstützen, für bedürftige und kinderreiche Familien sowie für alleinstehende Junggesellen flicken und nähen – und dies unabhängig vom Frauenhilfsdienst. 1947 wurde an der Hauptversammlung beschlossen, sich dem 1932 gegründeten Schweizerischen Landfrauenverband anzuschliessen. Ein Jahr später erfolgte – nach heissen Diskussionen – die Namensänderung in Bäuerinnenvereinigung Laad. Die ersten 50 Jahre des Arbeiterinnenvereins bis hin zum Bäuerinnenverein waren bewegende Jahre mit vielen Veränderungen. Ab den Siebzigerjahren organisierte der Verein regelmässig vielfältige Kurse, und ab und zu gab es auch Ausflüge.

Den Wandel nicht aufhalten

An der 100. Hauptversammlung wurde allerdings festgestellt, dass das Interesse an Kursen heutzutage spürbar rückläufig ist.

«Die jungen Frauen sind gut ausgebildet und in der Freizeit sind sie – ob jung oder alt – aktiv und mobil. Das ist der Wandel der Zeit. Wir wollen ihn nicht aufhalten und nicht am Alten hängen, sondern vorwärts gehen und aktiv bleiben», hielt Präsidentin Sonja Rutz zum Schluss fest.

Die Präsidentinnen der letzten 50 Jahre. (Bilder: Heidy Beyeler)

Die Präsidentinnen der letzten 50 Jahre. (Bilder: Heidy Beyeler)

Tulpen als Frühlingsboten und Süssigkeiten für Vorstand und Mitglieder.

Tulpen als Frühlingsboten und Süssigkeiten für Vorstand und Mitglieder.

Eine tolle Vorstellung mit Talerschwingen und Naturjodel.

Eine tolle Vorstellung mit Talerschwingen und Naturjodel.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.