Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

«Wir sind nicht etwas Besseres»

Die Genossenschaft Ökodorf Sennrüti hat das ehemalige Kurhaus Sennrüti gekauft und renoviert es nach dem Minergie-Standard. In diesem Pilotprojekt werden unter anderem neue energietechnische Ideen umgesetzt.
Annina Niedermann
Anne Duveen und René Hirschi sind mit ihren Kindern bereits ins Sennrüti gezogen. Sie sind gespannt, wie sich das Ökodorf entwickeln wird. (Bild: ann)

Anne Duveen und René Hirschi sind mit ihren Kindern bereits ins Sennrüti gezogen. Sie sind gespannt, wie sich das Ökodorf entwickeln wird. (Bild: ann)

degersheim. Lange stand das ehemalige Kurhaus Sennrüti in Degersheim leer. Jetzt ist wieder Leben eingekehrt. Eine Gruppe bestehend aus 30 Erwachsenen und 26 Kindern hat sich zusammengetan und verfolgt das gemeinsame Ziel, im ehemaligen Kurhaus in einer nachhaltigen Lebensgemeinschaft zu leben. Zu Beginn war das Ökodorf nur eine Vision, und die Gemeinschaft bestand nur aus zehn Mitgliedern.

Später wuchs die Gemeinschaft und entschloss sich, eine Genossenschaft zu gründen, das Kurhaus Sennrüti zu kaufen und ihre Vision zu realisieren.

Dreifach nachhaltig

Weltweit existieren bereits mehrere sogenannte Ökodörfer, die sich in grundlegenden Punkten voneinander unterscheiden. Bei vielen steht vor allem die ökologische Nachhaltigkeit im Vordergrund. Im Gegensatz dazu konzentriert sich das Ökodorf Sennrüti nicht nur auf ökologische, sondern auch auf ökonomische und soziale Nachhaltigkeit. Bezüglich nachhaltiger Ökologie hat sich die Gemeinschaft zum Ziel gesetzt, umweltschonende Bauweisen und Materialien zu verwenden und die Häuser nach dem Minergie-Standard umzubauen. Bei diesem Pilotprojekt werden neue energietechnische Ideen umgesetzt, die es ermöglichen sollten, den Energiebedarf auf einen Fünftel und den CO2-Ausstoss auf einen Zehntel zu reduzieren.

Im Bereich Ökonomie strebt das Ökodorf «eine dezentrale Wirtschaftsweise, basierend auf einer Mischung von Selbstversorgung und einem direkten Austausch untereinander und mit der Region» an. Ein Garten ist bereits in Gestaltung, und auch Hühner gackern schon jetzt im Sennrüti.

Umbau in vollem Gange

Derzeit wird das ehemalige Kurhaus umgebaut. Sieben Wohnungen sind schon fertig. Insgesamt sollen 23 Wohnungen entstehen.

Zusätzlich werden Gästezimmer gebaut für Menschen, die sich eine Auszeit nehmen wollen, sowie für Freunde der Bewohner. Im ehemaligen Therapiegebäude wird eine «Kulturschmiede» entstehen, die auch für Auswärtige offen sein wird. Trotz allem Gemeinschaftssinn sei es den Bewohnern des Ökodorfes wichtig, dass sie neben den Begegnungsräumen auch Privaträume haben.

Beim Umbau sind sowohl Mitglieder der Gemeinschaft, als auch externe Arbeiter von der Genossenschaft angestellt. In einem Teil des Kurhauses Sennrüti waren bereits Wohnungen vermietet, bevor die Genossenschaft das Kurhaus kaufte. Die meisten Mieter seien sehr aufgeschlossen gewesen, als sie von der Idee erfuhren. Andere hingegen hätten sich nicht besonders gefreut, da es im Sennrüti wegen der vielen Kinder in Zukunft wahrscheinlich deutlich weniger ruhig zu und her gehen wird als bisher.

Weder Sekte noch freie Liebe

«Es ist uns ein grosses Anliegen, dass wir in Sachen Spiritualität tolerant sind. Jeder soll seinen Glauben frei ausleben können. Wir sind weder eine Sekte noch gibt es bei uns freie Liebe, wie das z. B. in Tamera, einem Ökodorf in Portugal, der Fall ist», betont Anne Duveen, Bewohnerin des Ökodorfes Sennrüti. Des weiteren sei es den Gemeinschaftsmitgliedern wichtig, sich in Degersheim zu integrieren und sich nicht zu einer Inselkommune zu entwickeln.

Deshalb wollen sie einerseits kulturelle Veranstaltungen für das Dorf organisieren, andererseits in Vereinen im Dorf mitwirken.

Ein wichtiges Anliegen der Bewohner des Ökodorfes sei, dass alle Entscheidungen in der Gemeinschaft gefällt werden. «Wenn jemand nicht zustimmt, wird nach einer Lösung gesucht, mit der sich alle abfinden können.

Das braucht zwar Geduld, aber am Ende sind alle glücklich», erklärt René Hirschi, Verwaltungsratsmitglied des Ökodorfes und Lebenspartner von Anne Duveen.

Vorbildliche Lebensweise

Die Gemeinschaft ist frohen Mutes und freut sich auf die Fertigstellung der Wohnungen. Sie hofft, das gemeinsame Ziel, miteinander in der Gemeinschaft zu wachsen, erreichen zu können.

Trotz der vorbildlichen Lebensweise, betont Hirschi, haben sie nicht das Gefühl, etwas Besseres zu sein. «Wir stehen am Anfang und haben erst die ersten Schritte in Richtung unserer Ziele unternommen», sagt Duveen.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.