«Wir sind keine Tierlimörder»

Das «Frühlingserwachen» im Mogelsberger Blockhaus war nicht frühlingshaft – die «kalte Sophie» schickte Regenwolken und Kälte als Begleitung zu den Veranstaltungen von «Holz Mogelsberg» über Artenvielfalt im Landschaftskonzept Neckertal und Informationen der Jagdgesellschaften.

Gottfried Meier
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Jäger und Naturliebhaber: Hanspeter Wegmann bei einem Hochsitz im Mogelsberger Naturlehrpfad. (Bild: Gottfried Meier)

Jäger und Naturliebhaber: Hanspeter Wegmann bei einem Hochsitz im Mogelsberger Naturlehrpfad. (Bild: Gottfried Meier)

Mogelsberg. Trotz des misslichen Wetters fanden sich etliche Interessierte zum Anlass ein. Über das Landschaftskonzept Neckertal hat das «Toggenburger Tagblatt» bereits ausführlich berichtet. Dankbar nahm die Jagdgesellschaft «Bildberg» – eine der vier Jagdgesellschaften in der Gemeinde Neckertal – die Einladung zur Präsentation der Aufgabe der Jäger auch im Umfeld eines Landschaftskonzeptes an.

Hanspeter Wegmann als passionierter Jäger setzte sich mit den Aufgaben und Sorgen seines Standes auseinander.

Regulierung

Die Jägerei sei in keiner Weise ein Hobby von gut betuchten Freizeitsportlern, wie dies in breiten Kreisen der Bevölkerung herumgegeben wird, meinte Wegmann. Die Jagd ist auf gesetzlicher Ebene verankert mit dem Ziel, die Wildbestände zu regulieren.

Überbestände verursachen immense Schäden in Wäldern, auf landwirtschaftlichen Grundstücken und zunehmend auch am Privateigentum. Lasse man eine ungehemmte Vermehrung der Wildtiere zu, nützten auch alle Bestrebungen zur Erhaltung der Artenvielfalt nichts, führte Hanspeter Wegmann aus. Es ist längst bekannt, dass Wildtiere alles fressen, was ihnen vor das Maul kommt – junge Bäume, gepflegte Waldränder, Gemüsekulturen und vieles andere mehr. Wildtiere gehören in einem verträglichen Rahmen in ein Landschaftskonzept.

Der Meinung, dass sich durch Krankheiten – Tollwut oder neu die Staupe – der Tierbestand selber reguliert, sei entgegengesetzt, dass diese Krankheiten sich schnell auf Menschen und Haustieren übertragen.

Nicht gratis

Die Jagd ist je nach Kanton als Revierjagd und Patentjagd organisiert. Im Kanton St. Gallen teilt das so genannte Jagdregal in 153 Reviere ein.

Die Gemeinden sind zuständig für die Verpachtung ihrer zugeteilten Jagdreviere an Jagdgesellschaften oder -vereine. Diese haben jährlich einen Pachtpreis von einem durch Schätzung festgelegten Pachtzins zu entrichten. Für die Jagdgesellschaft Bildberg mit 808 Hektaren macht dies 8250 Franken aus. Als Erlös auf der Gegenseite fallen als Wildbreterlös etwa 5000 Franken im Jahr an. Über den Erlös an Fellverkäufen schwieg Hanspeter Wegmann lieber.

Er sagte auch, dass die Jäger im Gegensatz zu Wanderern und Biker die einzigen Waldbenützer seien, die noch dafür bezahlen müssen. Leider leiden die Jäger unter Nachwuchssorgen. Strenge Jagdprüfungen setzen einen grossen Idealismus voraus, der immer weniger an den Tag gelegt werde.

Mit Arbeit verbunden

Das Jagdgewehr ist nicht immer der ständige Begleiter der Jäger. Sie kümmern sich auch um den Schutz der Wildtiere. Alle Huftiere brauchen Salz, allein die Jagdgesellschaft Bildberg betreut dreissig Salzstellen.

Ein leides Thema sind auch die Unfälle durch den Strassenverkehr mit teils auch grossen Schaden für die Autobesitzer. Zurzeit werden überall durch Jäger Warngeräte an Strassen installiert. Ein akustisches Signal warnt die Wildtiere vom Überqueren der Strasse.

Hanspeter Wegmann Jagdgesellschaft Bildberg

Hanspeter Wegmann Jagdgesellschaft Bildberg