«Wir sind kein Säuferclub, sondern Geniesser»: So stellt der Vorstand den neu gegründeten Appenzeller Bier Fanclub vor

Am Donnerstagvormittag versammelten sich eine Handvoll Verbandsmitglieder und Medienschaffende zur offiziellen Bekanntgabe der Gründung des Appenzeller Bier Fanclubs (ABFC 2019) im Besucherzentrum Brauquöll der Brauerei Locher AG. Den Anlass moderierte der prominente Marco Fritsche.

Miguel Lo Bartolo
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Die Vorstandsmitglieder des Appenzeller Bier Fanclubs und Karl Locher vor dem Besucherzentrum Brauquöll der Brauerei Locher AG.

Die Vorstandsmitglieder des Appenzeller Bier Fanclubs und Karl Locher vor dem Besucherzentrum Brauquöll der Brauerei Locher AG.

Bild: Miguel Lo Bartolo

«Es ist eine Bieridee, die schon lange gegärt hat», heisst es in der Medienmitteilung des Appenzeller Bier Fanclubs 2019. Seit dem 1. Oktober hat nun also auch das Appenzeller Bier der Brauerei Locher AG einen offiziellen Fanclub. Bei der Brauerei haben sie mit ihrem Vorhaben «offene Türen eingerannt». Das bestätigt auch deren Mitinhaber Karl Locher an der Pressekonferenz vom 1. Oktober.

Marco Fritsche, Journalist und Fernsehmoderator.

Marco Fritsche, Journalist und Fernsehmoderator.

Bild: Njazi Nivokazi

Gleich zu Beginn entschlüsselte Verbandspräsident Urs Hermann das Mysterium um die Jahreszahl im Klubnamen. Diese gehe auf die Gründungsfeier zurück, die vor ziemlich genau einem Jahr stattfand. Die offizielle Bekanntgabe fand coronakonform in engem Kreis statt. Anwesend waren nebst den Vorstandsmitgliedern eine Handvoll Mitwirkende und Medienschaffende. Den Anlass begleitete der Journalist und Fernsehmoderator Marco Fritsche in gewohnt humoristischer Manier.

«Wir können das doch auch!»

Als Erster hatte aber Urs Hermann das Wort. Der ehemalige Goldacher weiss, dass es im Kanton St.Gallen schon seit längerem solche Fanclubs gibt. Dabei denkt er etwa an jenen von Sonnenbräu oder Schützengarten, die beide schon stattliche Mitgliederzahlen vorweisen können. Vor 25 Jahren habe es ihn aus beruflichen Gründen ins Appenzellerland gezogen. Er erinnert sich an eine Anekdote aus dieser Zeit - eine, die in ihm die Idee der Vereinsgründung reifen liess. «Wir (Appenzeller) können das doch auch!», habe er sich damals gedacht.

Er sei in einem Spunten gesessen und habe beim Herumschauen bemerkt, dass er als Einziger kein appenzellisches Bier bestellt hatte. Da habe ihm Karl Locher, der damals schon Mitinhaber der Brauerei war, höchstpersönlich ein Appenzeller Bier ausgegeben. So sei diese Bekanntschaft zu Stande gekommen.

Heute wirken die beiden gemeinsam im Sinne der Brauerei. Locher freut sich über den Fanclub. Er sagt, das sei das grösste Kompliment für eine Brauerei.

«Die Fans stehen zu uns, fühlen sich mit unserem Schaffen verbunden. Sie inspirieren uns und unterstützen uns auch bei künftigen Vorhaben.»
Gründungstafel des Appenzeller Bier Fanclubs.

Gründungstafel des Appenzeller Bier Fanclubs.

Bild: Miguel Lo Bartolo

Marco Fritsche ergreift das Wort und sagt, die Verbandsmitglieder hätten ihn eingangs über eine Enthüllung informiert. Kurz darauf hält Urs Hermann eine Gründungstafel in den Händen. Auf Holz wurden das Klublogo, auf Gold die Namen der Gründungsmitglieder eingraviert.

Der Moderator rief danach die Verbandsmitglieder der Reihe nach auf, sich mit ein paar Sätzen vorzustellen. Was auffiel: Die meisten haben einen persönlichen Bezug zum Appenzeller Bier und zur Brauerei Locher. So musiziert beispielsweise Eventmanager Hanspeter Masina seit 1973 bei festlichen Anlässen der Brauerei. Und Klubaktuar Aurèle Meyer ist zeitgleich Mitglied der Geschäftsleitung der Brauerei Locher.

Schon viele Ideen für Anlässe

«Wo trifft sich denn der Fanclub?», wollte Fritsche vom Finanzchef Kevin Clavien wissen. Dieser entgegnete:

«Momentan sind noch null Franken im Clubkässeli.»

Entsprechend habe man noch keine Räumlichkeiten für ein Fanlokal mieten können. In der Zukunft sei aber ein solches nicht ausgeschlossen. Jedenfalls seien bislang schon mehrere Events im Freien angedacht, so Meyer weiter. Noch dieses Jahr im Dezember soll es einen Glühbierabend geben. Und 2021 will man unter anderem eine sogenannte Quöllwanderung gestalten, bei der man das Geheimnis um die «Quöllfrisch»-Quelle lüftet.

Dem Fanclub kann ab 2. Oktober 2020, 14 Uhr, beigetreten werden. Wird man Mitglied, erhält man ein sogenanntes Fan-Starter-Kit zugestellt:

Im Starter-Kit enthalten sind exklusive Fanartikel wie Untersetzer und ein T-Shirt sowie Biere in verschiedenen Geschmacksrichtungen.

Im Starter-Kit enthalten sind exklusive Fanartikel wie Untersetzer und ein T-Shirt sowie Biere in verschiedenen Geschmacksrichtungen.

Bild: Miguel Lo Bartolo

Dass Bier-Fanclubs in der Regel kritisch beäugt werden, weiss Hermann. Der Verband hat deshalb einen ironischen Werbefilm erstellt, der Bierfans von ihrer schlechtesten Seite zeigt. «Wir sind kein Säuferclub, sondern Geniesser» – so die willkommene Ausrede der frischgebackenen Klubmitglieder.

Den Abschluss gestaltete der Musiker Frowin Neff, der in Begleitung seines Akkordeons das selbstkomponierte Fanclub-Lied «Fan vom Appezöller Bier» zum Besten gab.

Für Interessierte hier der Songtext:

Fan vom Appezöller Bier von Frowin Neff

Quöllfrisch dunkel, Quöllfrisch hell, Quöllfrisch Bier vo Appezöll, ufem Berg ond au im Tal, Quöllfrisch kennt me öberall.
IPA, Ginger hettme gern, wenn mes liebt echli modern, 
Bschorle, Vollmond trüeb ond höll, das isch Bier vo Appezöll.

S'Weizenbier ischt wundervoll, Köhler, Alpstee Bock, zum Wohl,
ohni Güggs chasch Leermond ha ond au Du hesch Freud do dra.
Biobier ond Grand Alpin, d'Gerste chonnt vom Engadin,
Holzfassbier, de schwarz Kristall, Locher Bier uf jede Fall.

Pizza, Essig, Tschipps ganz frisch, Whisky Kabier oder Fisch, 
Food Waste ischt au z'Appezöll, ehrlich gmeent und topp aktuöll.
Drom isch klar för Maa ond Frau, Appezöller Bier, genau,
ond no s'Töpfli ufem ii, trett als Fründ in Fanclub ii.

Refrain:
Es Appezöller Bier, es Appezöller Bier!
Jo mer sönd Fan vom Appezöller Bier s'ganz Lebe.
Drom in Fanclub schnöll, för s'Bier vo Appezöll,
för Chli ond Gross, för Alt ond Jung, bis en Fan ond bliib in Schwung.