«Wir sind auf einen Partner angewiesen»: Schlatt kann die Dorfschule alleine nicht mehr halten und drängt auf eine Fusion mit Haslen

Schulpräsident Andreas Fuchs prognostiziert an der Schulgemeinde abermals steigende Schülerzahlen. In absehbarer Zukunft sei diese Tendenz nur durch eine Fusion mit Haslen zu tragen, so die Ansicht des Schulrates. Die Verhandlungen sind im Gange, im März 2021 soll darüber abgestimmt werden.

Vreni Peterer
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Von links: Schulrat Urs Dörig, Kassierin Irene Broger, Präsident Andreas Fuchs, Emanuel Rechsteiner und Nathalie Enzler.

Von links: Schulrat Urs Dörig, Kassierin Irene Broger, Präsident Andreas Fuchs, Emanuel Rechsteiner und Nathalie Enzler.

Bild: Vreni Peterer

Geht es nach den Erkenntnissen des Schulratspräsidenten Andreas Fuchs, werden die Klassengrössen im Schulhaus Schlatt in den künftigen Jahren markant ansteigen. Bereits im laufenden Schuljahr 2020/21 sind die Kindergärten in zwei vollwertige Klassen aufgeteilt. Diese Handhabung dürfte auch in den nächsten Jahren beibehalten werden.

Im aktuellen Schuljahr werden 34 Kindergärtler unterrichtet, sieben aus Schlatt und 27 aus Haslen. In Haslen werden aufgrund der hohen Schülerzahlen seit dem vergangenen Schuljahr die erste bis sechste Klasse unterrichtet. Dort sind es insgesamt 65 Schüler, davon 21 aus Schlatt und 44 aus Haslen.

Die Klassengrösse in der ersten und zweiten Klasse sei im laufenden Schuljahr im normalen, aber oberen Bereich. Zeitlich versetzt werde sie ab dem Schuljahr 2021/22 ansteigen und eine Aufteilung in zwei Klassenzüge voraussetzen.

Die Jahresrechnung 2019 schloss mit einem Gewinn von rund 40'000 Franken. Das Eigenkapital betrug rund 540'000 Franken. Ab diesem Jahr werde die Schulgemeinde Schlatt indes für mehrere Jahre Defizite schreiben. Verantwortlich dafür sind hohe Schülerzahlen in der Oberstufe und steigende Lohnkosten aufgrund der steigenden Schülerzahlen, die eine Teilung der Klassen zufolge haben. Ungewiss sind die Auswirkungen des Coronavirus auf die Steuereinnahmen. Allenfalls sind hier in den Folgejahren mit Mindereinnahmen zu rechnen. Der Schulrat beantragte deshalb den Steuerfuss auf 70 Steuerpunkten zu belassen. Diskussionslos stimmten die Schulbürger diesem Antrag zu.

Schlatt braucht einen Partner

Bekanntlich laufen zwischen den Schulgemeinden Schlatt und Haslen Fusionsverhandlungen. Nachdem auch andere Varianten seriös geprüft wurden, wird nun die Schaffung einer Schulgemeinde angepeilt. «Die Fusionspartner verhandeln auf Augenhöhe und sind dementsprechend gleichwertig», führte Andreas Fuchs aus. Das Ziel bestehe nicht primär darin, möglichst viel Einsparpotenzial zu generieren.

Der Schulpräsident warnt:

«Schlatt kann die gesetzlichen Rahmenbedingungen bezüglich der Schülerzahlen nicht einhalten, ist also auf einen Partner angewiesen.»

Auf den Punkt gebracht: Schlatt kann die Dorfschule alleine nicht mehr halten. Mit dem Fusionsvertrag soll die bisherige gut funktionierende langjährige Zusammenarbeit mit Haslen auf eine formale, rechtliche Basis gestellt werden.


Die Schulräte von Schlatt und Haslen sind nun daran den Fusionsvertrag und das Schulgemeindereglement auszuarbeiten. Dies weiterhin mit kompetenter Unterstützung des Projektleiters Josef Schmid.

Fusionsvertrag und Reglement zur Debatte

Nach den Abstimmungen in den Schulräten werden beide Dokumente durch die Standeskommission geprüft. Danach erfolgt eine allfällige Bereinigung. Voraussichtlich Ende Januar 2021 wird es wiederum eine gemeinsame Informationsveranstaltung geben. Geplant ist, dass an den Schulgemeindeversammlungen vom 19. März 2021 die Abstimmung über den Fusionsvertrag und das Schulgemeindereglement stattfinden soll. Wird dem Fusionsvertrag in beiden Schulgemeinden zugestimmt, erfolgt schliesslich die Genehmigung durch den Grossen Rat. Die Umsetzung würde voraussichtlich ab dem Schuljahr 2021/22 erfolgen.

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