Svar-Verwaltungsratspräsidentin Christiane Roth zum 6,8-Millionen-Franken-Defizit: «Mit dem Ergebnis können wir nicht zufrieden sein»

Verwaltungsratspräsidentin Christiane Roth äussert sich zum letztjährigen Millionendefizit des Spitalverbunds AR.

Interview: Jesko Calderara
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Christiane Roth ist noch bis Ende Mai Verwaltungsratspräsidentin des Spitalverbunds Appenzell Ausserrhoden.

Christiane Roth ist noch bis Ende Mai Verwaltungsratspräsidentin des Spitalverbunds Appenzell Ausserrhoden.

Bild: Michel Canonica

Der Spitalverbund Appenzell Ausserrhoden (Svar) kommt auch 2019 nicht aus den roten Zahlen heraus. Das letztjährige Defizit beträgt 6,8 Millionen Franken. Wie beurteilen Sie dieses Ergebnis? 

Christiane Roth: 2018 haben wir eine Million Franken besser abgeschlossen als budgetiert, letztes Jahr dagegen um denselben Betrag weniger gut. Damit können wir nicht zufrieden sein, auch wenn es sich bei der Wertberichtigung von 4,8 Millionen Franken um einen ausserordentlichen und einmaligen Aufwand handelt. Der Svar befindet sich aber weiterhin auf dem richtigen Weg.

Sind zusätzliche Sparmassnahmen notwendig?

Alle Massnahmen zielen darauf ab, der Bevölkerung in unserem Einzugsgebiet eine qualitativ gute und bezahlbare Gesundheitsversorgung zu bieten. Mit dem Fokus auf die Optimierung der Behandlungsprozesse wollen wir bei der Erfüllung dieses Leistungsauftrags unsere Effizienz steigern.

Das ordentliche Defizit beläuft sich auf 1,9 Millionen Franken. Wie haben die einzelnen Standorte abgeschlossen?

Über die Entwicklung einzelner Standorte geben wir keine Auskunft.

Im Zusammenhang mit dem Jahresabschluss war von einem unerwarteten Rückgang an stationären Patienten die Rede. Was sind die Gründe dafür?

Der Rückgang war im Sommer und im Herbst über mehrere Wochen höher als erwartet. Dieses Phänomen beobachteten auch andere Spitäler. Die Ursachen dafür sind noch nicht abschliessend identifiziert.

Wie haben sich die Fallzahlen in den einzelnen Abteilungen entwickelt?

Wir werden die wichtigsten Leistungskennzahlen im Geschäftsbericht publizieren. Dieser erscheint am 3. April.

Offenbar haben Sie Mühe, Ärzte zu finden. Ist der Svar kein attraktiver Arbeitgeber mehr?

Doch, das sind wir. Die wichtigsten Stellen sind wieder besetzt. Unsere Mitarbeitenden können sich einbringen, an Projekten mitarbeiten und entsprechend Verantwortung übernehmen. Mitarbeiterförderung, Dialog und Wertschätzung sind zentral bei uns.

Beim Pflegepersonal soll es viele Kündigungen gegeben haben, wie zu hören ist.

Die Fluktuationsrate im Svar befindet sich im entsprechenden Benchmark der Branche. Gegenüber dem Vorjahr hat sie sich sogar leicht verbessert.

Welche Auswirkungen hat die Corona-Krise auf das laufende Geschäftsjahr?

Das lässt sich heute noch nicht abschätzen. Wir befinden uns in einer ausserordentlichen Situation.