«Wir haben im Appenzellerland einige Leuchttürme»

An der Generalversammlung des Verbandes für Landtechnik St. Gallen, Appenzell und Glarus spricht Referent Franz Fässler über die Marke Appenzell und deren Bedeutung.

Martin Brunner
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Referent Franz Fässler (links) und der Präsident des Verbandes Heiri Schmid. (Bild: Martin Brunner)

Referent Franz Fässler (links) und der Präsident des Verbandes Heiri Schmid. (Bild: Martin Brunner)

«Hinter einer Marke versteckt sich ein Zusammenspiel von verschiedenen Faktoren», sagte der Referent Franz Fässler an der Generalversammlung des Verbandes für Landtechnik St. Gallen, Appenzell und Glarus in Gonten. «Das gilt auch für die Marke Appenzell. Es geht zum Beispiel um Authentizität, ein breit abgestütztes Handwerk, eine gepflegte Landwirtschaft, freundliche einheimische Mitarbeitende und natürlich hohe Qualität.» Wer ins Appenzellerland komme, erwarte automatisch qualitativ hochstehende Produkte. Wenn alles gut zusammenspiele, so entstehe der gute Ruf einer Marke.

Familienbetriebe halten Standard hoch

Einen wichtigen Erfolgsfaktor sah Fässler aber auch in den vielen Angeboten. Er erwähnte die Gastronomie im Alpstein, Appenzeller Biber, Bier und Mineralwasser, den Hype um das Bergrestaurant Aescher, den Seealpsee, aber auch den Golfplatz und gut funktionierende Ladengeschäfte, die Touristen und Einheimische anziehen. «Wir haben einige Leuchttürme, die zu unserem guten Image beitragen», sagte Fässler. «Wichtig dabei sind die Familienbetriebe, in denen die Inhaber selber Hand anlegen. Sie wissen vom Wert unserer Marke und stehen mit ihrem Namen für einen hohen Standard.» Für ihn war aber auch klar, dass die Erwartungen der Konsumenten, Besucher und Touristen eine Verpflichtung sind, für alle, Verantwortung zu tragen.

Kontakt zu Bauern ist eine Bereicherung

Als Metzger in Appenzell versucht Franz Fässler, die Grundlagen einer erfolgreichen Marke zu leben. «Wir sind stolz, wenn jemand unsere Produkte rühmt, wenn jemand unsere Würste mag, wenn uns neue Produkte gelingen und sich unsere Mitarbeitenden bei uns wohlfühlen», erklärte er. Das hat aber auch mit seiner Leidenschaft für seinen Beruf zu tun. Es gebe keinen schöneren. Selbstständigkeit, eigene Entscheide fällen, Mitarbeiterführung, Arbeit im Schlachthaus und vieles mehr würde seine Arbeit sehr vielfältig machen.

Aber auch den Kontakt zu den Bauern, von denen er viele Schlachttiere übernimmt, sieht er als Bereicherung. Seine Freude an Junge weiterzugeben, hat in seinem Familienunternehmen, das er zusammen mit seiner Frau Margrit seit 1990 führt, seit jeher eine grosse Bedeutung.

Ein Verband mit etwa 2100 Mitgliedern

Der Verband für Landtechnik ist die Interessenvertretung für den landwirtschaftlichen Strassenverkehr. Dies betrifft praktisch alle Bauernbetriebe. Trotzdem musste der Biltener Präsident Heiri Schmid an der Generalversammlung feststellen, dass auch sein Verband nicht von Mitgliederschwund verschont bleibt. «Dies hängt vor allem mit dem Rückgang der Bauernbetriebe zusammen, aber auch mit abnehmendem Interesse für unseren Verband», sagte er. 79 Mitglieder verliessen den Verband, 29 neue kamen dazu. Der Gesamtbestand beträgt rund 2100 Personen. Dabei müssten die Bauern zum Beispiel mit der Digitalisierung in der Landwirtschaft eigentlich motiviert sein für eine Mitgliedschaft. «Die Sicherheit von Daten beschäftigt uns auch in der Landwirtschaft. Deshalb wollen wir so früh wie möglich unsere Interessen einbringen.» Zu seinem Amt ist Schmid über seine Vorliebe für die Landtechnik gekommen. Ihm macht es nach wie vor Spass, sich für die Landwirtschaft einzusetzen.