«Wir erhoffen uns konstruktive Kritik»

Gemäss Berichterstattung dieser Zeitung (26. November) zum Spesenreglement in Walzenhausen werden die budgetierten Spesen und Entschädigungen trotz Ablehnung freigegeben. Gemeindepräsident Hansruedi Bänziger nimmt Stellung.

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Herr Bänziger, einige Leser reagieren entrüstet darüber, dass in der Berichterstattung der Appenzeller Zeitung vom 26. November («Walzenhausen lehnt Reglement ab») davon die Rede war, dass die budgetierten Spesen und Entschädigungen nun «freigegeben» werden sollen.

Hansruedi Bänziger: Diese Formulierung erweist sich als unglücklich und wurde in diesem Zusammenhang von mir nicht gemacht.

Selbstverständlich gilt nach der Ablehnung des neuen Reglements das bisherige alte Entschädigungsreglement. Die budgetierten Spesenbeträge werden nicht freigegeben.

Gemäss Berichterstattung will der Gemeinderat nach der Analyse der Abstimmung die Gespräche suchen. Welche Personen oder Parteien werden angesprochen?

Bänziger: Wir werden versuchen, mit den Privatpersonen, die das Referendum ergriffen haben, ins Gespräch zu kommen. Zudem erwarten wir von diesen Personen konstruktive Unterstützung. Im weiteren beabsichtigt der Gemeinderat, den Puls der Bevölkerung zu spüren. Dies kann in Form einer öffentlichen Versammlung erfolgen.

Einige Leser monieren, dass der Gemeinderat mangelhaft aufzeige, welchen Aufwand die verschiedenen Ressorts generieren. Konkret: Wie hoch ist der Aufwand für eine Gemeinderätin oder einen Gemeinderat?

Bänziger: Diese Frage ist nicht so einfach zu beantworten. Das Problem liegt darin, dass die Ratsmitglieder jederzeit erreichbar sein sollten. Zudem hängt es davon ab, wie sorgsam ein Gemeinderat sein Amt ausübt. Bei einer persönlichen Erfassung kam ich vor mehreren Jahren – damals noch als Gemeinderat und nicht als Präsident – auf 35 Stunden pro Monat.

Können Sie den Aufwand in Stellenprozenten ausdrücken?

Bänziger: Gemäss jüngsten Erfassungen beläuft sich ein Engagement im Gemeinderat auf rund 15 Stellenprozente.

Herr Bänziger, fühlt sich der Walzenhauser Gemeinderat von der Bevölkerung noch getragen?

Bänziger: Grundsätzlich Ja. Von den besorgten Walzenhauserinnen und Walzenhausern erhoffen wir uns natürlich konstruktive Kritik. Schliesslich sind in der Gemeinde noch viele Pendenzen zu erledigen.

Interview: Bruno Eisenhut

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